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Zarbo ist Hoffnungsträger der Freien Wähler

Der 24-jährige Verwaltungschef der Gemeinde Utting möchte Bürgermeister von Dießen werden

Zarbo (24) ließ bei der beschwingten Aufzählung seiner Ziele fast nichts aus, denn er kennt die Wünsche der Bürger, schließlich ist er in Dießen– wie er mehrfach betonte – „geboren, aufgewachsen und verwurzelt“. Gleich nach seinem Schulabschluss an der Carl-Orff-Mittelschule begann er zielstrebig mit seiner Ausbildung im Rathaus der Marktgemeinde. Drei Jahre war er anschließend in der Finanzverwaltung tätig, bevor er 2016 als Kämmerer und Leiter der Geschäftsstelle ins Rathaus nach Utting wechselte. Florian Zarbo ist verheiratet, hat einen fünfjährigen Sohn und er ist überzeugt: „Die Politik der Zukunft braucht mutige junge Menschen der Heimat, die nach modernen Lösungen suchen.“

Wirkliche Probleme, so Zarbo, gebe es in Dießen kaum, aber es gebe viele Punkte, an denen man arbeiten können, um Dießen noch schöner und lebenswerter zu machen. Ein „Riesenproblem“ sieht der junge Vater allerdings in mangelnden Kita-Plätzen. Dringend benötigt würden zudem Wohnungen für mittlere Einkommen „ohne Wohnberechtigungsschein“, so Zarbo. Und er wünsche sich ein Einheimischenmodell im Geschosswohnungsbau, etwa auf dem Grundstück des ehemaligen Gasthofs „Drei Rosen“. Für Vereine und Gewerbe, die er stärken möchte, will Zarbo als Bürgermeister runde Tische und Netzwerke ins Leben rufen. Als Beispiel nannte er einen Berufsinfotag für Jugendliche in der Mehrzweckhalle, bei dem sich lokale Betriebe und Unternehmen als Ausbilder präsentieren können. Und selbstverständlich soll Dießen barrierefrei und fahrradfreundlicher werden. Die Neugestaltung der Seeanlagen soll zügig vorangehen und als Beitrag zur Artenvielfalt sollen Blühflächen angelegt werden. Ein Herz für Autofahrer hat Zarbo auch: Zwei, drei Parkplätze mehr müssten in der Mühlstraße schon drin sein und die Tiefgarage am Westende der Flaniermeile müsse so umgestaltet werden, damit man sich traue hineinzufahren. Parkplätze, so Zarbo, gebe es in Dießen zu wenige, deshalb, regte er an, darüber nachzudenken, auf dem ein- oder anderen Parkplatz, zum Beispiel am Bahnhof, ein zusätzliches Parkdeck zu errichten. Und auch die zahlreichen Verkehrsstudien und Pläne zu den Themen Verkehrsentlastung und Ortsumgehung, die, wie ein Zuhörer vermutete, seit Jahrzehnten in den Rathausschubladen schlummern, möchte sich der junge Bürgermeisterkandidat, im Falle seiner Wahl gerne nochmals ansehen. Eine konkrete Basis zur weiteren Verkehrsplanung, so Zarbo, sei für ihn allerdings das Ergebnis der aktuellen Mobilitätsstudie, die der Gemeinde seit einigen Wochen vorliegt. Nun soll, wie Zarbo ankündigte, das Wahlprogramm im Detail ausgearbeitet werden, die Kandidatenliste für die Kommunalwahl sei schon zur Hälfte besetzt. Rückenwind gibt es auch aus Landsberg: Günter Först, Bürgermeister von Igling und Kreisvorsitzender der Freien Wähler, möchte Zarbo auf die Liste für den kommenden Kreistag setzen. Bei der abschließenden Diskussion, die ein bisschen zum Wunschkonzert geriet, hielt sich der Kandidat wacker, auch wenn er eingestehen musste, dass ein provisorischer Steg durch die derzeit überspülte Bahnunterführung nicht in seiner Macht liege, damit man ab Donnerstag trockenen Fußes den Töpfermarkt erreichen kann. Einen Slogan hat Florian Zarbo jedenfalls schon: „Ergebnisse zählen, Zarbo wählen“. In den Startlöchern für die Kommunalwahl steht auch die SPD, die am 14. Juni einen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren möchte. Die Dießener Bürger haben bereits die Verwaltungswirtin Sandra Perzul ins Rennen geschickt, und Gemeinderätin Marianne Scharr möchte mit einem eigenen Wahl-Verein antreten. (una)

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