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Dießen

Wohnraum für große Heimkinder

St.-Maurus-Neubau in Dießen als Mehrfamilienhaus

Die Benediktinerinnen vom Kloster St. Alban betreiben seit 1923 ein Kinderheim direkt neben dem Strandbad. Die stationäre Jugendhilfeeinrichtung kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Defiziten in ihrem Sozialisationsfeld oder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung vorübergehend oder dauerhaft einer Heimerziehung bedürfen. Derzeit verfügt die Einrichtung über 63 Heimplätze.

Wenn die Jugendlichen erwachsen sind, müssen sie in der Regel das Heim verlassen. Es gibt hier zwar fünf Plätze für „innenbetreutes Wohnen als Übergangsform in ein eigenständiges Leben“, die aber bei weitem nicht ausreichen. Eine Lösung des Problems könnte der Abriss und Neubau von St. Maurus sein, nur einige hundert Meter vom Kinderheim entfernt.

Die Schwestern ließen durch den Weilheimer Architekten Florian Lechner prüfen, ob man das Haus St. Maurus sanieren und als Wohngebäude umnutzen könne. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme fiel ernüchternd aus. Ungünstige Schnitte, feuchtes Mauerwerk, fehlender Brand- und Schallschutz sowie die Statikplanung würden wohl „zu einer Kostenexplosion durch unkalkulierbare Zusatzkosten während der Umbauphase führen.“

Architekt Lechner empfahl Abriss und Neubau und stellte einen entsprechenden Antrag auf Vorbescheid an das Gremium. Die zukünftige Nutzung des Neubaus sieht Einzelappartements für junge Volljährige aus dem Kinderheim St. Alban vor sowie fünf bis sechs frei vermietbare günstige Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen. Florian Lechner: „Wenn die St.-Alban-Kinder flügge werden und eine Lehre antreten, ist es für sie fast unmöglich, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Die Appartements im neuen St.-Maurus-Mehrfamilienhaus wären da eine optimale Lösung.“

Das sah auch der Bau- und Umweltausschuss so und gab der Bauvoranfrage seine Zustimmung. Zumal sich der Ersatzbau auf den ersten Blick nicht vom alten Gebäude unterscheiden wird. Größe und Höhe entsprechen dem Altbestand, allerdings soll das Gebäude etwas nach Südwesten näher zur Straße situiert werden. Sogar das Türmchen als Wahrzeichen wird wieder aufgesetzt.

Jetzt liegt es an den Schutzengelschwestern, möglichst schnell in die konkrete Planung und Umsetzung zu gehen.

Von Quirin Gutbier

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