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Wie Krissi Spitzer zum Traumjob beim DFB kam

18-jährige Fußballerin des MTV Dießen war als Zeugwart für die U19 tätig

Gleich nach dem Frühstück musste sie die Trainingskleidung für die 28 Spielerinnen (dazu kam ein 13-köpfiges Funktionsteam um Chefcoach Michael Urbansky) herrichten, sie war dafür verantwortlich, dass Bälle, Hütchen und Leibchen bereit lagen – und „ich hatte dafür zu sorgen, dass alle 40 Bälle nach dem Training wieder da waren.“ Bei den Übungseinheiten der besten deutschen U19-Frauen war die MTV-Spielerin einmal sogar mittendrin statt nur am Spielfeldrand dabei: „Ich durfte bei einer Übung mitmachen – als Vorlagengeberin beim Torschuss.“ Gleiche Tätigkeit dann am Nachmittag und am Abend dann ab mit den Klamotten in die Wäscherei. „Ich war erst meganervös, ich glaube nervöser als vor dem Abitur. Aber das hat sich recht schnell gelegt, weil alle total nett waren und alles gut geklappt hat, nachdem ich gleich ins kalte Wasser geworfen wurde“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Es war eine tolle Erfahrung, ich hab’ total viel gelernt, was Training, Organisation und das ganze Drumherum betrifft. Das war alles super-professionell, sogar die Kommunikation, wie der Zeitplan des nächsten Tages, lief nicht über WhatsApp, sondern über eine eigene Plattform. Und es ist natürlich schon etwas ganz Besonderes, wenn man lauter Spielerinnen über den Weg läuft, die man aus der Bundesliga kennt und die auch noch mit dir reden und dir die Hand schütteln.“ Wie Sydney Lohmann (19), die Nationalspielerin des FC Bayern München, die bei der U20 trainierte. Lohmann kommt aus Pürgen und ist daher über den Dießener Frauenfußball bestens informiert. Stellt sich natürlich die Frage: Wie kommt man zu so einem Traumjob? Daran war Nico Weis, ihr Trainer beim MTV, schuld: Der Teammanager der U20-Frauen, Florian Streib, der mit unterschiedlichen Juniorinnen-Teams arbeitet und früher in Dießen lebte und da auch mit ihm Fußball spielte, fragte ihn, ob ihm jemand für diesen Job einfällt. Die beiden sind seit vielen Jahren befreundet und teilen das Herz für den Frauenfußball. Weis: „Ich dachte sofort an Krissi. Weil sie auf so etwas Lust und richtig Freude dran hat. Und weil sie Zeit dafür hat. Ich habe ihr zugetraut, dass sie mit dieser Verantwortung zurechtkommt.“ Genauso war’s: „Krissi hat das richtig toll gemacht“, lobt Streib den Youngster vom Ammersee. Obwohl – so jung ist sie ja gar nicht mehr: „Ich war gerade mal jünger als zwei Spielerinnen dieser U19. Und älter als der komplette Rest.“ Spitzers Fazit: „Ich würde es sofort wieder machen.“ Die Tage in Thüringen waren für die sympathische Fußballerin mit der Löwenmähne, die daheim in Penzing auch Saxophon im Musikverein spielt und in einer Landsberger „Schokoladenküche“ und in einem Café jobbt, wohl auch für die Zukunft wichtig: „Ich werde im Sommer anfangen, zu studieren. Bislang wusste ich noch nicht so richtig, was. Aber nach dieser Woche denke ich doch wieder, dass es in die Richtung Sport oder Sportmanagement geht.“

Von ThoMAS ERNSTBERGER

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