Unabhängiges Heimatblatt für die Ammerseeregion
Neuigkeiten aus Ammersee Nord-West

Studio Rose bekommt neue Leitung

Die Kunsthistorikerin Dr. Silvia Dobler referiert im Gemeinderat

Herrmann bestätigte telefonisch auch, dass Dobler künftig für alle Ausstellungen im Studio Rose zuständig sein wird. Bisher wurde diese Funktion von Michael Sorger ehrenamtlich ausgeübt. Laut einem Rundschreiben von Sorger wird Dr. Dobler ab Januar die Leitung übernehmen. 2017 war Dobler von der Gemeinde eingestellt worden, um zunächst den Rose-Nachlass zu inventarisieren und zu schätzen. Inzwischen ist ein Depot erstellt. Neben den Werken von Heinz Rose, 1902 bis 1971, gehörten auch das Studio Rose und ein Wohnhaus zum Erbe, dass die Gemeinde vor einigen Jahren von der Witwe des Malers, Renate Rose, unter Auflagen geerbt hatte.

In der öffentlichen Gemeinderatsitzung gab Dobler (42 Jahre) einen Überblick und einen Ausblick ihrer Arbeit und hatte gute Nachrichten im Gepäck. So verkündete sie, dass „Pfingsten 2021 eine Paul-Paede-Ausstellung in Kooperation mit dem Studio Rose im Künstlerhaus am Lenbachplatz in München“ zu sehen sein wird. Dort wird die in Schondorf bereits gezeigte Ausstellung im Mai und Juni noch um einige Werke erweitert werden.

Dobler hatte im Studio Rose die Ausstellung des Malers Paul Paede auf Wunsch aus dem Gemeinderat zum 150. Geburtstag und 60. Todestag von Paede kuratiert. Um die 60 Werke des deutschen Impressionisten, der auch einige Zeit - insbesondere die Sommermonate – in Schondorf verbracht hatte, wurden gezeigt. Es kamen laut Dobler 1300 Besucher an 32 Tagen. 32 Führungen bot sie an, auch gab es einen Katalog zur Ausstellung. „Da bin ich schon ein bisschen stolz“, sagte sie zur Anfrage aus München. Das beweise auch die Qualität der Ausstellung, die auch mit Bildern der Familie auch von Übersee bestückt wurde. Aktuell gibt es auch noch eine weitere Anfrage für diese Ausstellung aus dem näheren Umkreis, berichtete Dobler.

Kürzlich ging auch die zweite Ausstellung, die von Dobler kuratiert wurde, zu Ende. Gezeigt wurden im Oktober im Studio Rose Werke von Heinz Rose unter der Überschrift „Mythologische Bilder – von der Zeichnung zum Werk“.

Hier kamen 900 Besucher und Dobler führte 52-mal durch die Ausstellung, darunter auch wieder Kindergartengruppen und Schulklassen. Für die ganz Kleinen gab es Ausmalbilder, für die Größeren hatte sie ein Rätsel parat. Erstmals gab es auch einen Verkauf von Werbematerialien wie Bleistifte und Taschen mit dem neu designten Logo Studio Rose.

Das neue Logo, dabei ist das Wort Rose der Signatur von Heinz Rose nachempfunden, symbolisiere auch den neuen Auftritt des Studios. Das Studio Rose soll ein Markenzeichen werden, wünscht sich die Kunsthistorikerin. Auch diese Ausstellung geht vermutlich auf Reisen, denn eine konkrete Anfrage liegt laut Dobler vor. Eine neu zusammengestellte Ausstellung mit Werken von Heinz Rose in Kooperation mit dem Studio Rose wird im Januar im Stadtmuseum Weilheim gezeigt werden, berichtete sie. Die Vorbereitungen dafür laufen derzeit.

Dobler stellte in der Sitzung auch ihr Konzept für das Studio Rose vor. Jährlich sollen sieben bis acht Ausstellungen gezeigt werden, davon wird sie zwei bis drei selbst kuratieren. Bei den übrigen Ausstellungen möchte sie unterstützen. Regionale Künstler sollen gezeigt werden. Weiterhin soll es Lesungen und Filmabende vom Schondorfer Kreis geben. Auch Abendveranstaltungen sind vorgesehen. Als „Ort der Begegnung und des Austausches“ sieht sie das Studio Rose. Großen Wert legt Dobler auf die Museumspädagogik. Angebote wie Führungen wurden von Schulen und Kindergärten und auch von privaten Besuchern stark nachgefragt.

Zu aktuellen Themen soll es auch Ausstellungen geben. Zudem sollen verstärkt Spenden und Sponsoren geworben werden. Auch kulturelle Fördergelder sollen beantragt werden. Dobler regte an, über eine Stiftungsgründung nachzudenken. Anfragen an das Studio Rose per Mail an: studio-rose@schondorf.de

Von Renate Greil

weitere Artikel