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Roland Kratzer tritt für die CSU an

Der Dießener wurde von den Konservativen als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Dießen nominiert

Nach der Kommunalwahl 2014 zog sich Kratzer, der bis dahin zwei Jahre lang als Nachfolger von Franz Kubat den Dießener Bürgern vorstand, aus er Kommunalpolitik zurück. Das Angebot, der jungen CSU-Politiker Marian Cammerer und Johannes Wernseher, als Bürgermeisterkandidat für die Christsozialen in Dießen neu durchzustarten, habe ihn beeindruckt, berührt und motiviert, betonte Kratzer.

Wie Marian Cammerer bestätigte, habe die CSU im Vorfeld mit mehreren Personen Gespräche bezüglich der Bürgermeisterkandidatur geführt. Schließlich habe der Ortsvorstand einstimmig entschieden, dass Kratzer als erfahrener Kommunalpolitiker derjenige sei, den man den Mitgliedern vorschlagen wolle. Im Rahmen der Nominierungsversammlung wurde der Kaufmann und Betriebswirt von 20 der 21 anwesenden Mitglieder gewählt.

Kratzer, der sich in seiner Vorstellungsrede selbst auch mal mit einem Schmunzeln als „verkappten Grünen“ bezeichnete, legte nicht etwa ein vorgefertigtes Wahlprogramm vor, sondern zeigte sich offen für kreativen Input. Auf die richtige Mischung komme es ihm an, betonte er mehrfach. Das gelte auch im Hinblick auf die Nutzung erneuerbaren Energien oder beim Thema Mobilität. Mit dem Thema Windkraft hat er sich selbst bereits beruflich beschäftigt. Unter anderem begleitete er die Aufstellung einer Windkraftanlage in Denklingen.

Sinnvoll und unterstützenswert findet der Kandidat auch die Carsharing-Initiativen, die in er Region von sich reden machen. In Sachen Verkehr gehe es darum, offen zu sein für alternative Antriebe und Strukturen. Nachbessern möchte Kratzer auch im Bestand. So denkt er zum Beispiel an eine einheitliche Beschilderung der Radwege in Dießen oder an ein Up-Date des Ortsbuskonzepts. Eltern möchte er dazu motivieren, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren.

Frei nach dem Motto „global denken, lokal handeln“ möchte er mit Unternehmern und Landwirten das Gespräch suchen. Gemeindliche Waldflächen sollten nach Ansicht Kratzers als CO2-Speicher optimiert werden.

„Unsere Unternehmen suchen Arbeitskräfte und die Arbeitskräfte suchen Wohnungen“, betonte er, deshalb sei es ihm ein Anliegen den Geschosswohnungsbau zu fördern - auch ohne Wohnberechtigungsschein, damit junge Familien die Möglichkeit haben, im Ort zu bleiben und zu moderaten Preisen zu wohnen. Von einem jungen Zuhörer wurde der Bürgermeisterkandidat danach befragt, was er denn in Sachen Freizeitgestaltung für die Jugend zu unternehmen gedenke. „Es gibt mehr als man meint, man muss halt auch hingehen.“ Das Angebot, ob Soccerbox, Jugendtreff, zahlreiche Lokale oder ganz aktuell die „Dießener Musiknacht“ sei beachtlich. Möglichkeiten zur Mitgestaltung sieht Kratzer auch im Vereinsleben. Er selbst habe das mit dem Aufwachsen seiner drei mittlerweile erwachsenen Kinder genau so erlebt, ob als Übungsleiter und Beisitzer im Sportverein oder als Vorstandsmitglied im Förderverein Ammersee-Gymnasium. Geboren wurde Kratzer 1962 in Landsberg. 1985 schloss er seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann ab und studierte Betriebswirtschaft. Anschließend folgten, wie er sagte, „Lern- und Wanderjahre“. Denn eine Weltanschauung habe laut Kratzer erst derjenige, der selbst die Welt angeschaut hat. Seit 1992 lebt Kratzer in Dießen. Er war von 1998 bis 2016 als geschäftsführender Gesellschafter im Immobilienwesen tätig. Derzeit arbeitet der 57-Jährige als selbstständiger Unternehmer im Finanz- und Versicherungswesen. (una)

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