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Noch eine Frau will ins Dießener Rathaus

Hanni Baur geht für die SPD ins Rennen – Bei der Wahl war sie wegen einer gebrochenen Schulter im Krankenhaus – Wahlkampf der Kooperation angekündigt

Baur stehe für Fleiß, Ausdauer und Menschlichkeit. Sie verkörpere die Ideale und Überzeugungen der SPD und sei da, wenn man sie brauche. „Hanni Baur ist ein Glücksfall für die SPD und für Dießen, wenn sie gewählt wird“, so Wasserle. Auch Erich Schöpflin hatte vor der Wahl mit viel Überzeugung für die SPD-Kandidatin geworben. Baur sitze seit zwölf Jahren im Gemeinderat, kenne daher alle Planungen, um deren Umsetzung es in den nächsten Jahren gehe, wie beispielsweise die Gestaltung der Seeanlagen. „Sie hat kommunalpolitische Erfahrung und braucht keine Vorlaufzeit.“ Als Person beschrieb Schöpflin sie als zuverlässig und empathisch. „Sie lebt Beteiligung, ist nah dran an den Bürgern, gut vernetzt und dabei klar und durchsetzungsstark.“ Über ihre Ziele in Dießen will Baur nach ihrer Genesung näher informieren. So viel hatte sie jedoch Markus Wasserle mitgegeben: Die Seeanlagen sollen mit vertretbaren Kosten umgestaltet werden, schließlich handele es sich um Steuergelder. Bezahlbarer Wohnraum, die Entwicklung des Gebietes um den ehemaligen Gasthof Drei Rosen, der Ausbau des ÖPNV nach Herrsching und Dießen wieder für junge Menschen attraktiv zu machen, sind Themen, die Hanni Baur angehen will. Dass beim Dießener Wahlkampf die Fetzen fliegen, ist bei Baur nicht zu erwarten: „Hanni will einen Wahlkampf der Kooperation und nicht der Konfrontation führen“, so Wasserle.

Den Vorsitz des SPD-Ortsverbandes gibt Baur, wie bereits im Vorfeld bekannt gegeben, auf. Die Führung liegt nun in den Händen ihres bisherigen Stellvertreters Patrick Beausencourt. Der 41-jährige Rechtsanwalt wurde einstimmig gewählt. Beausencourt ist der Enkel von Heinrich Tlaskal, der viele Jahre das Gesicht der SPD in Dießen war und 2014 verstarb. Von ihm konnten seine Enkel durch reines Vorleben lernen, „was an Sozialkompetenz im Leben weiterhelfen kann“, so Beausencourt in seiner Antrittsrede. Sozialdemokratie lasse Freiheiten, verlange jedoch auch Pflichten von einer Gesellschaft und das in einem ausgewogenen Verhältnis. Die SPD sei nicht vorlaut, sie habe sich für Ehrlichkeit und Anstand entschieden, so der 41-Jährige. Er wisse nicht, warum das bei den Menschen nicht ankäme. „Vielleicht weiß man es erst zu schätzen, wenn es nicht mehr da ist.“ Trotz negativer Wahlergebnisse herrsche eine positive Grundstimmung in der SPD, so Wasserle. Sowohl die SPD Landsberg als auch der Ortverband Dießen hätten Neueintritte zu verzeichnen. Stellvertreter von Beausencourt wird der 55-jährige selbständige Unternehmer Werner Hauk sein, Kassiererin Hanni Baur, Schriftführerin Edeltraut Beer. Als Beisitzer wurden Conny Schneider, Kathrin Brachner-Kubat und Maxim Sander gewählt. Delegierte sind Patrick Beausencourt, Werner Hauk, Conny Schneider, Kathrin Brachner-Kubat und Hanni Baur. Wen die SPD ins Rennen schicken wird, interessierte knapp 50 Personen – nicht nur aus Dießen –, darunter auch die Gegenkandidaten Florian Zarbo, Marianne Scharr und Sandra Perzul. Auch Gemeinderäte und Bürgermeister Herbert Kirsch verfolgten die Wahl.

von dagmar kübler

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