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Kultur

Mondlandung im Augustinum

Der Erdtrabant steht im Mittelpunkt

Die Vorträge werden in loser Reihenfolge gehalten und stehen gemeinsam unter dem Titel: „Der Mensch und das Weltall“. Anlass ist das diesjährige Jubiläum der Mondlandung: Vor 50 Jahren betraten Menschen erstmals unseren nächsten Trabanten. Das sei jedoch weder der Anfang noch das Ende seiner wissenschaftlichen Erforschung oder der Beschäftigung von Laien und Hobby-Astronomen mit ihm, weiß Drescher. Denn die Erkenntnisschritte beobachten, messen, erobern förderten auch heute noch immer neue Erkenntnisse ans Licht. So erfahre man aktuell, dass die Raumfahrt auch mit dem Mond noch eine Menge vor habe. Es gebe allerdings gute Gründe, immer wieder einige der umfangreichen Fragen rund um den Mond aufzunehmen und genauer zu betrachten.

Anfang April fand der erste Vortrag von Drescher statt: „Sonne, Mond und Planeten als Götter - Bezüge zwischen ihren Bahneigenschaften und den zugeordneten menschlichen Charakteren.“ Hier zeigte er, aus welchen astronomischen Daten die quasi-menschlichen Charaktere der den Planeten zugerdneten Götter erschlossen wurden. Diese Charaktereigenschaften waren nicht völlig festgeschrieben und unterlagen einem zeitlichen sowie kulturellen Wandel, erklärte er und befasste sich dann mit der Frage, ob moderne Satellitendaten der Planeten den klassisch zugesprochenen Charakteren widersprechen oder diese eher bestätigten.

„Die über Satellitenbilder erschlossenen Eigenschaften der Planeten korrespondieren auf verblüffende und höchst unterhaltsame Weise

mit den klassisch-astrologischen Charakteren,“ hätte man festgestellt.

Der Titel seines Vortrags jetzt im Juli hieß „Der unbekannte Mond - Welche Erkenntnisse über ihn verdanken wir der Raumfahrt?“ Der Weg ins All wäre ja mühselig gewesen, viele im Publikum des Augustinum hatten dies in den 60er Jahren verfolgt. Es begann mit Raketenflugzeugen, dann kamen Tiere in die Raumkapseln, schließlich konnten über 500 Millionen Menschen an ihren Bildschirmen in Echtzeit verfolgen, wie zwei Menschen auf dem Mond spazieren gehen. Dank der Satellitenfunktechnik und Übertragung auch hier von der Erdfunkstelle Raisting. Diese stellte schon damals einen wesentlichen globalen Verbindungsknoten dar. Drescher sprach über die Leistungen der Missionen Apollo 8, 10 und 11 und ihre wissenschaftlichen Ergebnisse, etwa die statistische Analyse der Einschlagskrater auf dem Mond und die von dort mitgebrachten Gesteine. Sie belege eine reichlich gewalttätige Entstehungsgeschichte des Sonnensystems, der Erde und des Mondes. „Der Mond selbst wird jetzt als ein durch einen ‚kosmischen Unfall’ abgesprengter Teil der Erdkruste verstanden“, sagte Drescher. Aus dieser Entstehungsgeschichte heraus ergebe sich auch ein nicht unerhebliches aktuelles „Rest-Risiko“ von Einschlägen kosmischer Körper auf der Erde. Die enorme Zerstörungskraft solcher Ereignisse verdeutlichte er anhand einiger Beispiele und konnte seine Zuhörer beruhigen, indem er ergänzte, dass diese Erkenntnis zur Einrichtung eines weltumspannenden Beobachtungsnetzes als Frühwarnsystem für Himmelskörper führte, die die Erdbahn kreuzen.

Über weitere Vortragstermine zum Thema „Mond“ im Augustinum hält Sie der Ammersee Kurier auf dem Laufenden.

Dr. Sabine Vetter

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