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„Miniphänomenta“ – was ist denn das?

Neun Jahre musste die Uttinger Grundschule auf das Großereignis warten

„Miniphänomenta in Bayern“ – das ist nur ein Baustein der Initiative „Technik – Zukunft in Bayern 4.0“aus dem Bildungsprogramm der Bayerischen Wirtschaft e.V., gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Das Heranführen an Technik soll so früh wie möglich beginnen, damit der Umgang schon für Vorschulkinder selbstverständlich wird. So wendet sich „Es funktioniert?!“ schon an die Jüngsten in bayerischen Kindergärten und Horten.

Darüber hinaus gibt es eine „Technik-Rallye“ für Schüler der 5. Jahrgangsstufe, „Mädchen für Technik-Camps“ für 12- bis 14-jährige Schülerinnen, ein „Forscherinnen-Camp“ (Mädchen ab 15 Jahren). Oder – seit 2016 – ein „DigiCamp“ für 15 - bis 18-jährige an den weiterführenden Schulen, eben Programm „Smart City - Zukunft mitdenken“ für die Älteren.

Die „Miniphänomenta“ hat die Grundschule Utting in ein Haus der Experimente verwandelt. Fünfzig technisch-naturwissenschaftliche Stationen, vom Keller bis ins Dachgeschoss, weckten den Forschergeist der 134 Schüler aus sechs Klassen.

Beim „Tag der Öffentlichkeit“ haben sie gezeigt, wie sie Lampenbilder und verschiedenfarbige Schatten erzeugen. Wie das Pendel regelmäßige Linien in den Sand zieht. Und wie eine elektrische Ladung, ganz einfach durch Reibung erzeugt, Styroporkugeln dazu bringt, wild im Experimentierkasten auf und ab zu hüpfen wie Flöhe. Während der zwei Wochen, in denen die „Miniphänomenta“ zu Gast in der Uttinger Grundschule war, führten die Lehrkräfte zwar die Aufsicht über den Gebrauch der Stationen. Ansonsten versuchten sie sich aber zurückzunehmen, denn die Stationen sollten die Kinder zum selbstständigen Experimentieren und Forschen anregen. Und tatsächlich forschten die Kinder eifrig, wie die stellvertretende Schulleiterin Christine Jordan-Babl sagte: „Unsere Schüler sind fasziniert von den Stationen. Sie nutzen sie für ihre ganz eigenen Entdeckungen und bringen dabei ihre unterschiedlichen Vorerfahrungen mit ein.“ Nach anfänglichem Zögern waren die Mädchen genauso eifrig dabei wie die Jungen. „Und sie waren oft ausdauernder, geduldiger, wenn mal was nicht geklappt hat“, fügte Christine Jordan-Babl hinzu. Hinter der „Miniphänomenta in Bayern“ stehen neben dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft auch die Bayerischen Metall+Elektro Arbeitgeber bayme vbm als Hauptförderer. In seiner Ansprache begründete deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das Engagement der Verbände so: „Bayern braucht auch in Zukunft Fachkräfte im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Zugleich sind diese Berufe zukunftssicher und gut bezahlt. Deswegen wollen wir schon die Kleinen für Naturwissenschaft und Technik begeistern und unterstützen die Initiative aus voller Überzeugung.“ Die „Miniphänomenta in Bayern“ ist begehrt – es gibt eine lange Warteliste von Bewerberschulen, die Uttinger Grundschule hatte neun Jahre auf das Großereignis warten müssen! Wie es weitergeht? Von den fünfzig Stationen hat die Schulgemeinschaft sieben ausgewählt, die bleiben werden, unter anderem der „Sprachschlauch“, mit dem die Kinder per Gartenschlauch und Kunststoffmuscheln vom Keller bis unters Dach kommunizieren können.

Von Jutta Bäzner

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