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Mühlstraße als Einbahnstraße?

Im Herbst gibt es eine Verkehrszählung und eine Autofahrerbefragung in Dießen

Mit dem Thema Einbahnstraße greift die Gemeinde einen Vorschlag auf, der vor geraumer Zeit bereits vom örtlichen Gewerbeverband vorgebracht wurde, und auch in der anonymen Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, an der sich im Herbst 2018 insgesamt 1 064 Haushalte beteiligten, mehrfach von Bürgern aufgegriffen wurde.

Bereits im Mai dieses Jahres, nachdem die Ergebnisse aus der Mobilitätsbefragung vorlagen, beauftragte das Gremium Bürgermeister Herbert Kirsch damit, beim zuständigen Planungsbüro „Stadt, Land, Verkehr“ aus München ein Angebot zur fachlichen Begleitung einer weiteren Untersuchung einzuholen, die Aufschluss über die möglichen Auswirkungen einer Einbahnstraßenregelung in der Mühlstraße geben soll. Zur jüngsten Sitzung vor der Sommerpause lag ein Angebot für drei Varian-ten vor.

In Variante 1 hätte sich die Untersuchung lediglich auf das bereits vorliegende Zahlenmaterial aus früheren Verkehrsbefragungen und Verkehrszählungen sowie auf Zahlen aus der Haushaltsbefragung gestützt. Für Variante 2 wären im Rahmen des eintägigen Untersuchungszeitraums die Anfangsbuchstaben der Ortskennzeichen von Zählern notiert worden, um festzustellen, ob es sich in der Mühlstraße überwiegend um örtlichen Verkehr oder um Durchgangsverkehr handelt. Eine Variante, so Verwaltungsleiter Karl-Heinz Springer auf Anfrage, die jedoch vom zuständigen Büro Stadt-Land-Verkehr als relativ fehleranfällig bezeichnet worden sei.

Der Gemeinderat entschied sich für Variante 3, die vorsieht, in einer Verkehrszählung mit Verkehrsbefragung – neben dem bereits vorhandenen Zahlenmaterial – nochmals aktuelle und zusätzliche Daten und Zahlen zu erheben, die Aufschluss darüber geben sollen, ob eine Einbahnstraßenregelung in der Mühlstraße sinnvoll und vertretbar wäre.

In diesem Zusammenhang soll an insgesamt 16 Knotenpunkten im engeren und weiteren Umfeld der Mühlstraße der Verkehr gezählt und eine Befragung durchgeführt werden. Ein Gesamtpaket, das für rund 18 000 Euro zu haben ist und für das rund achtzig Helfer benötigt werden. Diesbezüglich, so Springer, habe die Gemeinde bereits mit den örtlichen Schulen Kontakt aufgenommen. Wünschenswert sei es, wenn Schüler ab der zehnten Jahrgangsstufe für den Tag der Verkehrszählung als Zähler vom Unterricht freigestellt würden. Für die Befragung, so Springer, würden voraussichtlich Erwachsene mit fachlichem Hintergrund benötigt.

Derzeit, so Springer, sei die Gemeindeverwaltung dabei, ein Abstimmungsgespräch mit den Fachbehörden, wie Polizei, Landratsamt, Gemeindeverwaltung und Planungsbüro, vorzubereiten. Bei diesem Gespräch sollen der Tag der Zählung festgelegt und organisatorische Fragen geklärt werden. Bis zum Abstimmungsgespräch soll mit dem Planungsbüro außerdem geklärt werden, was in Hinblick auf den Durchgangs- und den Ziel- und Quellverkehr im Allgemeinen sowie den Schwerlastverkehr im Besonderen mit vertretbarem Aufwand durch das Büro mitgeprüft werden kann, so Springer.

Bei den Knotenpunktzählungen werde voraussichtlich morgens von 6.30 Uhr bis 9.30 Uhr und in der Mittagszeit von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr gezählt sowie am Nachmittag von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr. An einem Knoten soll voraussichtlich ganztags von 6 bis 20 Uhr gezählt werden.

Parallel dazu soll zu den Spitzenzeiten morgens, mittags und abends die Verkehrsbefragung durchgeführt werden. Sobald sämtliche Punkte verbindlich geklärt, mit dem Gemeinderat abgestimmt und festgezurrt sind, möchte die Gemeindeverwaltung die Bürger auf ihrer Homepage, mit Aushängen in den Schaukästen und mit einer Pressemitteilung informieren.

Wann mit der Auswertung der bevorstehenden Verkehrszählung und Verkehrsbefragung zu rechnen sei, kann der Verwaltungschef derzeit noch nicht sagen. „Möglicherweise“, so Springer, „erst im nächsten Jahr.“ (una)

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