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„Größte Katastrophen-Einsatzübung“

Waldbrand: Feuerwehr, Polizei, THW und Wasserwacht proben in Dießen den Ernstfall

„Wir habe spannende Stunden hinter uns und alle, die diesen großartigen Einsatz mit bewältigt haben, verdienen Respekt“, betont Dominic Wimmer, Redakteur und Medienbetreuer von der FF Diessen) bei der Abschlusspressekonferenz auf dem Parkplatz beim Ammersee Gymnasium. Hier war eine der Schaltzentralen und hier hat sich der Einsatz am späteren Nachmittag auch aufgelöst.

Für die Presse fasst Wimmer den Übungszweck zusammen und skizziert die Ammersee-Region mit der Marktgemeinde Diessen als Anziehungspunkt für Freizeit- und Erholungssuchende vorwiegend aus dem Raum München und Augsburg. Die vielen Waldgebiete mit dem gut ausgebauten Rad- und Wanderwegenetz würden ausgiebig genutzt, „daher besteht stets - vor allem in der trockenen Jahreszeit - Wald- und Wiesenbrandgefahr und das bei schwieriger Löschwasserversorgung.“

Das Ziel der Übung konkretisiert der Pressesprecher: „Wir trainierten die Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung aller beteiligten Organisationen, die Aufteilung in Einsatzabschnitte, Transport und Löscheinsatz mit Löschwasseraußenlastbehältern und Lastentransport.“ Das Einsatzgelände konzentrierte sich auf das östliche Waldgebiet beim Türkengraben, wo am Fahrweg ein Bodenfeuer ausgebrochen ist, das drohte, auf die Baumwipfel überzugreifen. Der Wind aus östlicher Richtung trieb das Feuer nach Westen und gefährdete dahinterliegende Wälder.

Da waren alle notwendig: die Freiwillige Feuerwehrt Diessen mit Löschzug und Sonderfahrzeugen, Kreisbrandinspektion Landsberg, die freiwilligen Feuerwehren St. Georgen, Riederau, Dettenhofen, Dettenschwang, Obermühlhausen, Herrsching mit dem Boot 99/1 sowie die Freiwillige Feuerwehr München mit der Flughelferstaffel. Mit dabei die Polizeiinspektion Diessen mit der Wasserschutzpolizei, die Hubschrauber von Heli Seven Augsburg, die Hubschrauber der Bayerischen Polizei, die Wasserwacht Diessen mit Rettungsboot und einem voll ausgestatteten Tauchertrupp, das Technische Hilfswerk München mit dem Mehrzweckboot und der Fachgruppe Wassergefahren. Mit Interesse verfolgten de Medienvertreter auch die umfangreichen Ziele der Übung: In erster Linie müsse die Zusammenarbeit der Organisationen in der Waldbrand-Bekämpfung klar sein. Eine gemeinsame Einsatzleitung wird gebildet. Für die Orientierung sind Einsatzabschnitte und deren Leiter wichtig. Der Bereitstellungsraum Luft für die Hubschrauber erfordere eine klare Logistik, wie auch die Koordination der fliegerischen Einheit über dem Übungsgebiet, wozu nicht nur der Wald, sondern auch der Ammersee gehören. Die Wasserentnahme aus dem See mit Löschwasseraußenbehältern sowie die Befüllung der Behälter an Land und letztlich der Lastentransport ins Waldbrandgebiet erfordere klare Strukturen. Die Waldbrand-Bekämpfung vor Ort mit Koordination der Einsatzkräfte am Boden und in der Luft wurde trainiert und schließlich zur Unterstützung des Einsatzabschnittes Ammersee ein Ponton aufgebaut. Neben den hauptsächlichen Übungszielen gab es natürlich auch Nebenschauplätze. Zum Beispiel wäre die Aufgabe der Wasserwacht Diessen federführend im Einsatz gewesen, falls ein Hubschrauber in den See gestürzt wäre. Die Polizei Diessen garantierte Sicherheit der eintreffenden Hubschrauber und sperrte den Straßenverkehr, sobald sich ein Heli im Anflug auf den Sportplatz des Gymnasiums befand. Die Einweisung der landenden Hubschrauber hatte die Flughelferstaffel der Freiwilligen Feuerwehr München im Griff. Dieser gigantische Übungstag hat einmal mehr bewiesen, wie sich die Rettungsmannschaften und Einheiten für öffentliche Sicherheit um unser aller Wohlbefinden bemühen mit Kraftakten, Können und Wissen - viele Gründe um den Organisationsteams mit ihren Leitern Achtung zu zollen. Unter anderen waren dabei Florian König (FF Diessen), Andreas Schumann (FF Diessen), Florian Klinner (HeliSeven), Joachim Walzick (Polizeihubschrauberstaffel Bayern), Marin Schmid (Flugelfer-Staffel von der FF München), Siegfried Dumbsky (Leiter Wasserrettung, Wasserwacht Diessen), Boris Netschajew (Polizeiinspektion Diessen), Max Berthold (Technisches Hilfswerk München.)

Von Beate Bentele

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