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Eine Frau fürs Schondorfer Rathaus?

Bettina Hölzle tritt in der Ammerseegemeinde gegen Amtsinhaber Herrmann an

So auch in Schondorf, wo die 36-jährige Bettina Hölzle nach oben will und Amtsinhaber Alexander Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) herausfordert. Der CSU-Ortsverband, mit sechs Sitzen im Gemeinderat stärkste Fraktion, kürte die Betriebswirtin im Gasthof Drexl einstimmig zu ihrer Kandidatin. Zur Freude von Silke Hohagen, Vorsitzende der CSU-FrauenUnion Ammersee-West. Sie kennt und schätzt Bettina Hölzle seit vielen Jahren von ihren diversen Aktivitäten in der CSU.

Bettina Hölzle ist in Schondorf aufgewachsen und lebt hier bereits in fünfter Generation. Nach ihrem Abitur in Sankt Ottilien ging sie zunächst zum Studium nach München und landete als Betriebswirtin bei Audi am Flughafen, wo sie seit inzwischen zehn Jahren im Bereich „Handelstraining und Marke“ arbeitet. Die Kandidatin ist mit einem Richter am Landgericht München verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn.

Bei ihrem Vorstellungsgespräch betonte Hölzle, dass die Herausforderungen vor allem im Bereich Verkehr und Mobilität „ein neues gesellschaftliches Bewusstsein, ein Umdenken und neue Wege“ erfordern. So plädierte sie in Schondorf für ein Anruf-Sammel-Taxi als Ergänzung zu Bus und Bahn, um Fahrplanlücken zu schließen und Jung und Alt sicher bis vor die Haustüre zu bringen. Und das zu einem attraktiven Preis, da sich mehrere Fahrgäste die Kosten teilen. In Landsberg, Windach und Geltendorf hätten sich die Anruf-Sammel-Taxis bereits erfolgreich bewährt.

Wohnraum in Schondorf war ein weiterer Schwerpunkt im Fokus der Kandidatin. Da viele Häuser nur als Zweitwohnsitz genutzt werden und den größten Teil des Jahres leer stehen, würde sie als Bürgermeisterin „diesem Gebaren einen Riegel vorschieben und eine Satzung erlassen, wonach Zweitwohnsitze in Zukunft genehmigungspflichtig werden.“ Ähnliche Satzungen hätten sich bereits am Tegernsee und in Berchtesgaden bewährt.

Auch die Infrastruktur liege ihr am Herzen, wie Bettina Hölzle betonte. Die könne man mit modernen Hilfsmitteln der Digitalisierung verbessern. Beispielsweise mit einer App, über die man schadhafte Straßenbeläge, kaputte Laternen oder defekte Spielgeräte melden könnte.

Nach einer ambitionierten To-Do-Liste mit anschließender geheimer Wahl konnte Landrat Thomas Eichinger das einstimmige Ergebnis bekannt geben. Er ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Ortsverband als Wahlleiter zu fungieren und gratulierte zusammen mit dem Ortsvorsitzenden Andreas Böttcher.

Eine Spitze in Richtung des grünen Bürgermeisters Alexander Herrmann konnte sich sein CSU-Stellvertreter Martin Wagner zum Schluss nicht verkneifen.

Er korrigierte die Äußerungen Herrmanns bei dessen Nominierung, dass er bei Amtsantritt einen „riesigen Schuldenberg“ übernehmen musste. Das sei laut Wagner gegenüber dem damals alten Gemeinderat „eine ungerechte Herabwürdigung“. Schließlich hätte das damalige Ratsgremium viele langfristige Projekte angeleiert wie den Kauf des Prix-Geländes. Dass hier die Kosten erst viel später wieder hereinkommen, war von vorneherein klar. Für Wagner und viele seiner CSU-Mitstreiter sei es „befremdlich“, sich die Entschuldung ans Revers zu heften.

Von Quirin Gutbier

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