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Ein Zugwaggon für die Jugend?

Auf dem Gelände von Rathaus und Bauhof könnte ein provisorisches Jugendhaus entstehen – Ob es kommt, hängt nun von der Beteiligung der Jugendlichen ab

Der Gemeinderat hatte sich einstimmig grundsätzlich für ein Jugendhaus ausgesprochen. Die Verwaltung wurde beauftragt, nach einem geeigneten, etwa 400 Quadratmeter großen Grundstück zu suchen, das im Eigentum der Gemeinde ist und für das Baurecht besteht. Fündig geworden ist man nun rasch auf dem Rathausgelände, in der Nähe von Ammersee, Summerpark und Bahn gelegen. Dort könnte ein Container als Provisorium aufgestellt werden, die Verwaltung hat sich diesbezüglich bereits auf die Suche gemacht.

Sabine Kaiser (GAL) hatte zudem einen alten Zugwaggon ins Spiel gebracht. Diese würden von der Deutschen Bahn angeboten und kosteten 30 000 Euro, so Kaiser, die Informationen bereits im Gespräch mit einem Bahn-Mitarbeiter eingeholt hatte.

Zu den Anschaffungskosten kämen noch 400 Euro für eine Prüfung auf Verkehrstauglichkeit sowie 4 000 Euro für den Transport. Zur Aufstellung müsse ein Gleisbett gebaut werden. „Der Waggon ist 26 Meter lang und drei Meter breit. Waggons werden öfters als Jugendhäuser verwendet“, informierte Kaiser, die einen Waggon auch aus Gründen der Optik einem Container vorziehen würde.

Patrick Schneider (GAL, Jugendreferent) lobte den vorgeschlagenen Standort. „Die Gemeinde ist in der Nähe und niemand, der sich gestört fühlen könnte.“ Er forderte aber auch Engagement von der Jugend: „Die Jugendlichen sollten nun zeigen: Wir haben Lust, etwas zu machen und Verantwortung zu übernehmen.“ Auch Jugendreferent Helmut Schiller (SPD) zeigte sich vom Standort begeistert und sagte zu, seine Erfahrung aus 20 Jahren Jugendhaus-Arbeit miteinzubringen. Einigkeit bestand am Ratstisch darüber, der Jugend kein Jugendhaus „vor die Nase zu stellen“. Ein Konzept für den Betrieb soll gemeinsam erarbeitet werden. Inhalt wird auch sein, für welche Altersgruppe der Treffpunkt gewünscht wird und wie die Beaufsichtigung und Betreuung der Jugendlichen aussehen soll. Aber auch die Themen Haftung und Verantwortung werden in die Diskussion Einzug halten. Matthias Hornsteiner (LW): „Es müssen sich zwei bis vier Jugendliche finden, die sich die Verantwortung teilen.“ Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) verwies darauf, dass das Baurecht mit dem Landratsamt zu klären sei. Ob Baurecht bestehe, hänge auch vom Konzept, von der Größe der Einrichtung und den geplanten Veranstaltungen ab.

Damit die Uttinger Jugendlichen Gelegenheit haben, zusammen mit den Gemeinderäten ein Konzept auf die Füße zu stellen, wird demnächst eine besondere Gemeinderatssitzung stattfinden.

Diese wird bereits um 18 Uhr beginnen, sodass bis zum offiziellen Sitzungsbeginn um 19.30 Uhr Zeit für Diskussion und Austausch besteht. Dazu sind alle Jugendlichen eingeladen, einige Gemeinderäte erklärten sich bereit, Jungbürger auch gezielt anzusprechen.

Von Dagmar Kübler

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