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Ein Provisorium für die Jugend

In Utting könnte ein Jugendhaus in Containern entstehen

Zuletzt machte sie dies auf einer Veranstaltung im Sommer deutlich. Signale und Wünsche reichen aber nicht aus, damit konkret etwas passiert, dachte sich Simon Hafner von der Jungen Union Ammersee-Westufer und stellte einen Antrag an die Gemeinde. Hafner, 21, sieht sich selbst nicht mehr in der Altersgruppe derer, die ein Jugendhaus besuchen.

Dennoch will er sich, auch aus politischen Gründen, dafür stark machen, wie er dem Ammersee Kurier sagte. Die Jugend brauche einen Ort, um sich ungezwungen zu treffen und zu feiern, in Selbstverwaltung und gegebenenfalls mit Begleitung durch eine pädagogische Fachkraft, formulierte er in seinem Antrag.

Er schlug eine Containerlösung in einer Testphase vor, um die Kosten gering zu halten.

Der Gemeinderat solle abstimmen, ob ein provisorisches Jugendhaus gewünscht sei. Die Verwaltung solle einen Standort für vier Container, einer davon soll sanitäre Anlagen enthalten, vorschlagen, an dem Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse möglich seien und alle rechtlichen Vorschriften erfüllt wären.

Bürgermeister Josef Lutzenberger machte deutlich, dass ein Provisorium nur innerhalb Uttings möglich wäre, in einem Leerstand oder aber auf einer Fläche, für die es bereits einen Bebauungsplan gibt.

Auch Ralf Stief (CSU) sprach sich dafür aus: „Mit einem Provisorium kann man schauen, wie groß das Interesse der Jugend tatsächlich ist. Will sie ein Jugendhaus betreiben oder will sie nur eine Feierstätte?“ Helmut Schiller (SPD) sagte, es gehöre zur Pflicht einer Gemeinde, Jugendräume zu schaffen. Damit das Provisorium auch ein solches bleibe, solle die Gemeinde weiter nach geeigneten Räumen für eine dauerhafte Lösung suchen. Für einen überfälligen Anstoß hielt Peter Noll (GAL) den Antrag.

Der Gemeinderat müsse jedoch vorab entscheiden, für welche Altersgruppe ein Jugendhaus entstehen und wie die Betreuung geregelt werden solle. „Die Jugend altert schneller als wir Alten, sie kann nicht ewig warten“, machte Noll die Dringlichkeit deutlich. Patrick Schneider (GAL) sandte einen Appell an die Jugend, sich im Jugendhaus zu engagieren. „Wir können es ihr nicht einfach nur vor die Nase stellen.“ Fazit der langen Debatte: Der Gemeinderat sprach sich einstimmig grundsätzlich für ein Jugendhaus aus.

Die Verwaltung wurde beauftragt, nach einem geeigneten, etwa 400 Quadratmeter großen Grundstück zu suchen, das im Eigentum der Gemeinde ist und für das Baurecht besteht.Simon Hafner zeigte sich nach dem Beschluss zufrieden.

Er selbst sei als Jugendlicher gern ins Schondorfer Jugendhaus gegangen, auch, weil es ideal mit der Bahn zu erreichen war.

Das Uttinger Jugendhaus dagegen hat er kaum besucht, es sei schon heruntergekommen gewesen und besetzt von weit älteren Jugendlichen, die eigentlich aus einem Jugendhaus schon herausgewachsen waren.

Von Dagmar Kübler

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