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Ammersee Kurier Spezial

Der Himmel auf Erden

Lilian Schiffer und William McGehee heiraten in Dießen – Glückliche Brautmutter Michaela May – Pfarrer Josef Kirchensteiner: „May your marriage bring you heaven on earth“

Dazu noch die kraftvollen Klangwelten der berühmten König-Orgel unter der Leitung von Münsterorganist Stephan Ronkov, gestaltet mit Sängerinnen und Sängern von Münsterchor und Chorissimo. Insgesamt war die Musik ausgewogen mit englischen und deutschen Stücken. Unter anderem mit „Be Thou my Vision“ und mit dem „Ave verum Corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Einzug und Auszug spielten Stephan Ronkov an der Orgel und Florian Langeder an der Trompete. Zum Einzug erklang die Suite Nr. 2 von Georg Friedrich Händel, Ouvertüre und Auszug wurden von Henry Purcells Sonate für Trompete und Orgel, 3. Satz, umrahmt. Das Orgel-Solo zur Kommunion war Nimrod von Sir Edward Elgar.

Die Schauspielerin Lilian Schiffer (Jahrgang 1988) ist eng mit Dießen verbunden. Ihre Mutter, Michaela May, ist in Riederau aufgewachsen und teilweise auch in Dießen zur Schule gegangen. Die Großeltern Anneliese und Josef Mittermayr haben ihren Lebensabend im Augustinum Ammersee verbracht. Außerdem stammt die Familie von einem jahrhundertealten Töpfergeschlecht in München, was eine enge Beziehung zum europaweiten Dießener Töpfermarkt herstellte. Viele Wege führen über Generationen nach Dießen, sodass die Hochzeit am Ammersee ein Bekenntnis zur Familiengeschichte war und – wie der Pfarrer in seiner Predigt festhielt – Lilian ihrem aus Schottland stammenden William dankbar ist für sein „Ja“ zum fremden Land, zur fremden Sprache und fremden Kultur.

Die fremde Kultur hat er nach dem Rosenblätter-Regen und dem Jubel der Hochzeitsgesellschaft sogleich vor dem Münsterportal erlebt. Zwei Landwirte aus Dießen, Anton Wernseher und Rudi Happach, stülpten den frisch Vermählten derbe Arbeitshandschuhe über und erklärten den beiden, wie man mit einer gefährlich und archaisch wirkenden Baumsäge umgeht. Sie mussten die Aufgabe erfüllen, einen starken Birkenstamm miteinander durchzusägen. „Teamwork, Durchhaltevermögen, Geduld – das sind nur einige Tugenden, die das Brautpaar beim diesem Hochzeitsspiel beweisen kann“, lacht Michaela May, die diesen bayerischen Brauch organisiert hat. „Beide ziehen und drücken gleichmäßig und meistern so gemeinsam diese Aufgabe, die symbolisch für die künftigen Höhen und Tiefen in der Partnerschaft steht.“ Entgegen der Befürchtung von Rudi und Anton, das Paar benötige ihre kräftige Hilfe – haben Lilien und William ihre erste Bewährungsprobe mit Bravour für sich entschieden, vor allem die zarte Braut griff so kraftvoll zu, dass sie Sägespäne aufwirbelten.

Danach noch frische Eiscreme für alle auf der Kirchenwiese bei 37 Grad Sommerhitze. Dann sind die zwei Omnibusse mit den Gästen zur weltlichen Feier gefahren. Wohin? Alles muss man nun wirklich nicht wissen.

Bleibt nur noch ein Hochzeitswunsch vom Ammersee Kurier: Do you want a life of joy? Then give your joy away. The happiness that we give, returns to our own hearts.

von Beate Bentele

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