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An der Spitze ist der Landrat

Thomas Eichinger von CSU bekommt 98 von 99 Stimmen bei der Kreisversammlung in Hofstetten

Ein Landrat, ein Bundestags-, ein Landtagsabgeordneter sowie ein Bürgermeister und ein Oberbürgermeister. Nicht viele Parteien und Gruppierungen können sich des Luxus’ einer solch politisch erfahrenen Kandidatenspitze erfreuen.

„Wir haben versucht, eine größtmögliche Bandbreite und damit eine überzeugende Mischung aus Mandatsträgern, Bürgermeistern, Ehrenamtlichen und aus allen Altersklassen zu erreichen“, sagt Kreisvorsitzender Michael Kießling.

Als Spitzenkandidat holte sich Thomas Eichinger 98 von 99 gültigen Stimmen.

Anschließend wurde in Blöcken gewählt, wobei in Block eins die von der Kreisverbandsversammlung vorgeschlagenen Männer und Frauen zunächst voneinander getrennt gewählt und anschließend im Reißverschlussverfahren zusammengeführt wurden. So belegt im ersten Block – nach Thomas Eichinger – mit Regina Kölbl (Apfeldorf) eine Frau Rang zwei vor dem Bundestagsabgeordneten und Kreisverbandsvorsitzenden Michael Kießling.

Bei den Wahlgängen der 60 Kandidaten hatte jeder die Möglichkeit, sich und seine Vorstellungen für die kommende Wahlperiode vorzustellen. Landrat Thomas Eichinger nutzte die Gelegenheit, um den Delegierten gewissermaßen, sofern nötig, ein Update zur Kreistagsarbeit zukommen zu lassen.„Wir leiden unter Wachstumsschmerzen“ beschrieb er das enge Korsett, in dem sich der Landkreis bewegt. Einerseits aufgrund seiner Attraktivität ein Anlaufpunkt für Neubürger, die andererseits große Herausforderungen mit sich bringen. Thomas Eichinger resümierte und gab gleichzeitig den Blick in die nahe Zukunft frei.

So werde im Rahmen des Arten- und Klimaschutzes auch im kommenden Jahr im Landkreis eine Tierart besonders im Fokus stehen. War es 2019 das Jahr der Biene, werde in Landsberg 2020 das Jahr des Spechtes. Außerdem sei der Landkreis Partner einer Klimawandelstudie, ein Waldumbauprojekt habe bereits begonnen. Dem Thema Pflegekräftemangel versuche man mit der landkreiseigenen Pflegeschule am Klinikum zu begegnen, und das laut Eichinger durchaus erfolgreich im lokalen Raum: „Von 18 Absolventen in diesem Jahr wechseln 14 ans Klinikum.“

Im Schnelldurchlauf führte er durch den Aufgabenkatalog, ob nun zu den Landkreisbädern („Noch in diesem Jahr erfolgt in Greifenberg der Spatenstich zum Badneubau“), den Schulen („Die werden im nächsten Haushalt wieder mehr in den Fokus rücken“) oder auch dem geplanten Neubau des Landratsamtes – an welchem Standort auch immer. Dabei appellierte er eindringlich an den Landsberger Stadtrat: „Wir brauchen endlich ein Signal, eine Entscheidung. Ein Ja oder ein Nein.“ Falle die Entscheidung gegen den Wunschstandort Penzinger Feld aus, was ihm persönlich sehr leidtäte, wüsste der Kreis aber dann wenigstens, in welche Richtung er weiterplanen müsse. Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, ebenfalls auf der Kreistagsliste vertreten, gab sich offen: „Nur durch ein Miteinander von Stadt und Kreis ist weitere Entwicklung möglich.“ (hön)

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