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Altlasten verzögern Spielplatzbau in Utting

Der Boden für die Anlage ist mit Kohlenwasserstoff verseucht – Gemeinde wird Gründungsmitglied beim Car-Sharing-Verein Utting

Für den Bebauungsplan-Entwurf „Bahnhofstraße“ ergeben sich erneut Veränderungen (z.B. Gebäudeanordnungen, Wegeführungen, Verzicht auf Garagen, dafür Stellplätze, Ausweisung eines Fußweges statt eines Rad- und Fußweges). Zum Plandatum 25.07.19, also der Gemeinderatssitzung, wurde der Beschluss (einstimmig) zur Billigung dieses geänderten Bebauungsplan-Entwurfes gefasst. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange ist somit erneut durchzuführen.

In der Schulstraße 2 soll ein kleines Gebäude errichtet werden, in dem sämtliche vorhandenen und zukünftigen Telekommunikationskabel zusammenlaufen sollen: Länge 6 Meter , Breite 2,50 Meter, Höhe 3,50 Meter. Der Gemeinderat erteilte dem Bauvorhaben das Einvernehmen. Im Rahmen des Bebauungsplans „Am Moosgraben“ beantragt ein Bauwerber für seine drei Einfamilienhäuser eine Dacheindeckung mit grauen Ziegeln, obwohl der Bebauungsplan „rote bis rotbraune Dachpfannen“ festsetzt. Da in der Umgebung jedoch bereits Gebäude mit grauen Dächern stehen, stimmte der Gemeinderat dem Antrag auf Befreiung von Buchstabe B Nr. 5.5 (Farbe der Dacheindeckung) des Bebauungsplans zu. Die Filialkirche St. Ulrich in Holzhausen und die Kapelle St. Kastulus in Utting haben beim großen Hagel am 10. Juni Schaden genommen. Da beide Gebäude unter Denkmalsschutz stehen, muss die Gemeinde Utting nach dem Denkmalsschutzgesetz ihre Zustimmung für die Reparaturmaßnahmen geben. Das hat sie in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig getan. In Utting wird am 9. August ein Car-Sharing-Verein gegründet. Antje Novoa vom Car-Sharing-Verein Utting ist als Zuhörerin im Raum und erhält von Bürgermeister Lutzenberger die Möglichkeit, den Verein kurz vorzustellen. „Nachdem Car-Sharing in Schondorf bereits seit einem halben Jahr läuft und der Verein in Dießen jetzt beginnt, sind wir auch in Utting so weit,“ sagte Novoa, „Die Nachfrage nach Carsharing steigt, vor allem junge Leute stehen dem eigenen Auto kritisch gegenüber. Wir werden mit fünf Überlassungsfahrzeugen anfangen, also mit PKW, die nicht dem Verein gehören. Später bieten wir eigene an. Deshalb zahlt jedes Mitglied beim Eintritt in den Verein eine Einlage von sechshundert Euro und einen Aufnahmebeitrag von fünfzig Euro. So bilden wir Vermögen, um selbst Autos anzuschaffen.“ Der Finanz- sowie auch der Bau- und Umweltausschuss hatten vorberaten und empfahlen dem Gemeinderat: „Die Gemeinde Utting am Ammersee wird Gründungsmitglied beim CarSharing Verein Utting und leistet eine einmalige Einlage in Höhe von 600 Euro.“ Lutzenberger: „Die Gemeinde begrüßt die Gründung und wird den Verein nach Möglichkeit unterstützen. Angedacht ist von uns zum Beispiel eine CarSharing-Station im Schmucker-Areal“.

Unter Beifall der Gemeinderäte und der Zuhörer verließ Antje Novoa mit ihrer Gruppe den Raum. Der Bürgermeister gab außerdem bekannt: Der Verkehrsverein Utting wurde aufgelöst. Das Vermögen (zwölftausend Euro) geht an die Gemeinde. Erfreut verkündete Lutzenberger, dass der Bahnhofsschuppen in die Städtebauförderung aufgenommen wurde und man zukünftig mit Zuschüssen für den Ausbau rechnen könne. Hinter dem sperrigen Betreff „Kommunale Strombeschaffung und Konzessionsvertag zum Elektrizitätsversorgungsgesetz“ verbirgt sich die Zukunft der Stromversorgung für Utting. Von 2020 bis 2022 wird die Gemeinde im Rahmen einer „Bündelausschreibung“ (Auftraggeber Regierungsbezirk Oberbayern) den Ökostrom von den Stadtwerken Görlitz erhalten (5,27 Cent/kWh), der günstigste Anbieter für das Los Straßenbeleuchtung war die „In(n) Energie GmbH“(4,29 Cent/kWh). Ab 2022 hat die Gemeinde die Möglichkeit, aus der Bündelausschreibung auszusteigen und mit eigenen Ausschreibungen selbst einen Anbieter zu suchen.

Von Jutta Bäzner

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