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5G: Walach warnt vor neuer Technologie

„5G-Netz steigert Energieverbrauch um dreißig Prozent“ – Muss sich der Mensch anpassen?

All dies war Thema bei der Veranstaltung mit Prof. Dr. Harald Walach, den die Bürgerinitiative „stoppt-5G-jetzt“ zusammen mit der Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP) in die Peitinger Schlossberghalle eingeladen hatte. Zu seinem Vortrag „5G-Mobilfunk - Informationsinfarkt. Warum wir eine Kultur des Bewusstseins als Gegengewicht brauchen“kamen über 250 Bürger. Sie wollten mehr darüber erfahren, was die fortschreitende Installierung von 5G für Gesellschaft und Gesundheit bedeuten könnte. Walach ist klinischer Psychologe und Professor an der Medizinischen Universität Poznan (Polen). Es gebe bislang keine Studien, die gesicherte Aussagen über Auswirkungen der hochfrequenten Strahlen machen könnten, sagte er. Das sei auch nur möglich mit langjährigen Untersuchungen. Aber auch dann wäre es schwer beweisbar, für bestimmte gesundheitliche Schäden, die man dabei registrieren könnte, konkrete Ursachen zu benennen. „Grundsätzlich reagiert der Mensch sensibel auf Reize, wenn sie permanent wechselt. Mobilfunkstrahlen sind schnell wechselnde elektromagnetische Strahlen, nie stetig.“ 5G-Funk basiere auf einer sehr kurzen Wellenlänge. Wissenschaftler vermuten, dass neben der unstetigen auch relativ niedrige Strahlenenergie biologische Effekte beim Menschen auslösen könnte. „Vieles von dem haben wir noch nicht verstanden“, so Walach. Auf dieser ungewissen Basis könne man nicht die ganze Gesellschaft großen Risiken aussetzen.

Manche würden sogar die konkrete Idee verfolgen, durch den Einsatz neuer Technologien könne der Mensch die bislang gesetzten Grenzen seiner intellektuellen, körperlichen und psychischen Fähigkeiten erweitern. Das nennt sich „Transhumanismus“.

Ein Anhänger dieser Ideologie sei der kanadisch-amerikanische Unternehmer Elon Musk. Musk gehören Unternehmen wie das Zahlungssystem PayPal, oder Tesla, das Elektroautos herstellt, die auch Elemente für autonome Fahrzeuge enthalten und auf den Straßen ununterbrochene Versorgung mit 5G benötigen. Außerdem will Musk mit seinem privaten Raumfahrtunternehmen „SpaceX“ nicht nur den Mars kolonisieren. Seine SpaceX-Trägerraketen bringen tausende Satelliten in den Orbit, die ein weltumspannendes Netz für die globale Versorgung mit 5G garantieren sollen.

Musks Unternehmen Neuralink erforscht darüber hinaus technologische Erweiterungen des menschlichen Körpers etwa durch Chip-Implantate, um ihn besser an die schnell sich entwickelnde Computertechnologie anzupassen, wie er sagt.

Für Dr. Walach ist dies „Unfug!, Mächtiger Unfug!“. Man müsse sich eher Technologien wie 5G widersetzen, damit kein Zwang bestehe, sich dieser anzupassen. Der Mensch müsse die Technik lenken, bevor diese in alle Räume dringe.

von Dr. Sabine Vetter

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