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Erfolg durch Strategiewechsel

VR-Bank Landsberg-Ammersee wartet mit Rekordzahlen bei Vertreterversammlung auf

Dieser Versammlung als Interessenvertreter aller VR-Mitglieder legen Vorstand und Aufsichtsrat einmal jährlich Rechenschaft ab. Diesmal mit illustren Ehrengästen wie Vize-Landrätin Ulla Kurz, zahlreichen Bürgermeistern aus dem Landkreis, Bauernverbandskreisobmann Johann Drexl, Ehrenkreishandwerksmeister Ernst Höss oder Hauptkommissar Alfred Ziegler, Chef der Polizeidienststelle Dießen.

Obwohl Stefan Jörg Kanzlerin Merkel wegen der schleppenden Digitalisierung rügte („Albanien hat ein besseres Mobilfunknetz als wir“), zitierte er sie wiederum lobend über ihre Aussage, die Banken sollten nicht so viele Filialen schließen: „Bleiben Sie der Fläche gewogen. Effizienz ist nicht alles, eine Bank muß immer auch die Seele des Ortes und der Region sein.“ Genau das ist die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit ihren 20 Filialen in Stadt und Landkreis.

Mit SB-Automaten für die üblichen Service-Leistungen sind das Beratungszentren, die nicht nur von Senioren, sondern auch von jungen Menschen und Familien gerne genutzt werden, sogar nach Terminvereinbarung auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Dafür erhielt die VR-Bank zum zweiten Mal in Folge die Auszeichnung „Beste Bank“ im Focus Money City Contest für die hohe Qualität bei Service und Beratung. Von den acht in Landsberg vorhandenen und getesteten Banken habe die VR-Bank „mit Abstand am besten abgeschnitten.“

Mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr zum achten Mal in Folge habe sich der 2011 eingeleitete Strategiewechsel bewährt.Und gezeigt, dass die Nähe zum Kunden ein erheblicher Erfolgsfaktor ist, so Stefan Jörg. Während Großbanken Filialen schließen und Personal abbauen, sei die Stärke von Regionalbanken, dass trotz Internet und Apps immer noch Menschen dahinter stehen, die man kennt. Darum auch der VR-Slogan: „Wir sind da, wo unsere Kunden sind.“

„Dieses von Mensch zu Mensch äußert sich neben den üblichen Bankgeschäften auch bei den Veranstaltungen, die wir durchführen“, so Jörg. So konnte die VR-Bank bei der „Oidn Wiesn“ zehntausend Besucher begrüßen. Auch die „VR-ClassicCarRallye“, der „VR-Bank Cup“ oder der „VR-Sozialpreis“ seien inzwischen feste Einrichtungen, die aus Landsberg und Umgebung nicht mehr wegzudenken seien. Nicht zu vergessen, dass die VR-Bank Landsberg-Ammersee Kunst, Kultur, Bildung, Sport und Soziales großzügig unterstützt.

Im abgelaufenen Jahr wurden rund 150 Schulen, Vereine, kirchliche und karitative Einrichtungen und sonstige Institutionen mit über 200.000 Euro gefördert. Jörgs Vorstandskollege Martin Egger übernahm den trockenen, aber erfreulichen Part der Zahlen. So habe sich die Bilanzsumme um 44 Millionen Euro erhöht und betrug am 31. Dezember 2018 stolze 871,5 Millionen Euro. Das sei überdurchschnittlich im Vergleich der bayerischen Genossenschaftsbanken. Die Kundengelder seien mit 727,7 Millionen Euro der größte Posten auf der Passivseite und setzen sich aus Spar-, Sicht- und Termineinlagen sowie Tagesgeldkonten zusammen.

Mit den 282,7 Millionen Euro, welche die VR-Bank bei den Verbundpartnern betreut, liegt das Kundenanlagevermögen bei 1.010,4 Millionen Euro, ist also im Vergleich zum Vorjahr um 58 Millionen Euro bzw. 6,1 Prozent gestiegen. Der Jahresüberschuss liegt bei 1.231.387 Euro und der Bilanzgewinn bei 983.387 Euro.

Trotz der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und dem weiterhin schwierigen Gesamtumfeld hatten sich Vorstandschaft und Aufsichtsrat dafür entschieden, die Geschäftsanteile der Mitglieder mit einer Dividende von drei Prozent zu vergüten.

Auch bei der Mitgliederentwicklung auf 18.128 setzte sich der positive Trend fort. Im vergangenen Jahr kamen 869 und in den ersten vier Monaten des neuen Jahres bereits 320 neue Mitglieder hinzu.

Johann Forster, Aufsichtsratsvorsitzender, betonte, dass die VR-Bank 2018 in Stadt und Landkreis ihre Marktstellung weiter festigen konnte und damit die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsstrategie und Entscheidungen unter Beweis stellte. Man fühle sich „unseren Wurzeln und den Menschen in der Region verpflichtet“ und habe die richtungsweisende Entscheidung zur Expansion getroffen, sich also nicht „aus der Fläche zurückgezogen“. Man sei für die Mitglieder und Kunden da und habe „so ganz nebenbei die Filiale der Zukunft konzipiert“, wie Pflugdorf-Stadl beweise.

Der Aufsichtsrat empfahl der Vertreterversammlung die Genehmigung des Jahresabschlusses und den Vorschlag der Gewinnverteilung. Vorangegangen war die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung durch den Genossenschaftsverband Bayern durch Roland Wengenmayer und Kollegen.

Nach der Genehmigung sowie der Entlastung von Vorstandschaft und Aufsichtsrat durch die Vertreterversammlung und der Wiederwahl der Aufsichtsräte Martina Grunow und Josef Spicker endete die Versammlung mit einer Ehrung. Anton Siefer, Landwirt, Unternehmer und seit Juni 1990 ehrenamtlich im Aufsichtsrat der VR-Bank Landsberg-Ammersee, wurde für sein fast 30-jähriges Engagement mit Urkunde und silberner Ehrennadel ausgezeichnet.

Von Alois Kramer

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