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Ansprechpartner für geflüchtete Menschen

Ferdinand von Liel tritt Nachfolge von Eva Aviles in der Asylintegrationsberatungsstelle in Dießen an

Ferdinand von Liel hat am Management Center Innsbruck ein dreijähriges Bachelorstudium für Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmanagement absolviert, und auch im praktischen Umgang mit Geflüchteten konnte er bereits Erfahrungen sammeln. Schon vor Studienbeginn absolvierte er ein eineinhalbmonatiges Praktikum in einer Wohngruppe des SOS-Kinderdorfs in Landsberg. „Dort“, so von Liel, „gehörte es zu meinen Aufgaben, unbegleitete junge Flüchtlinge in die Schule zu begleiten und sie beim Lernen und in ihrer Freizeit zu unterstützen.“ Während seines Studiums hatte er ein weiteres Mal im Rahmen eines dreimonatigen Berufspraktikums Gelegenheit, in der mittlerweile aufgelösten SOS-Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge im ehemaligen Gasthof Drei Rosen in Dießen mitzuarbeiten. Und auch familiär ist der junge Sozialarbeiter geprägt. Seine Mutter, Gemeinderätin Beatrice von Liel, engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung.

Sehr hilfreich, so Ferdinand von Liel, sei auch die zweiwöchige Einarbeitungsphase gemeinsam mit Eva Aviles gewesen. Nun fühle er sich gut gerüstet, für die Betreuung der rund 70 Flüchtlinge, die derzeit in Dießen leben. Mit zirka vierzig Geflüchteten und ihren Familien hatte er bereits Kontakt. „Ich freue mich jedes Mal, wenn die Türe in der Johannisstraße 17 aufgeht“, sagt er. Eine offizielle Sprechstunde bietet von Liel montags und mittwochs an. „Aber egal wann jemand kommt, ich stehe während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr nach Möglichkeit auch gerne spontan als Ansprechpartner zur Verfügung“. Von Liel hilft den Geflüchteten und deren ehrenamtlichen Begleitern bei allen Fragen rund um das Thema Wohnungssuche, Mietverträge und Wohnen. Auch beim Erstellen von Bewerbungsschreiben, bei der Vermittlung von Arbeit, und bei der Durchsicht von Arbeitsverträgen ist er behilflich. In Kooperation mit dem AWO-Mehrgenerationenhaus in Landsberg koordiniert er außerdem den Kurs „Frauen stark im Beruf“ und hilft bei der Kommunikation mit dem Jobcenter, mit Ausländerbehörden, Standesämtern oder Familienkassen. Das Bürokratiemonster kann ihn nicht schrecken. „Vieles davon habe ich im Studium gelernt, einiges habe ich mir in der Zwischenzeit angeeignet“, sagt der junge Mann. „Und ich habe an der Hochschule in Innsbruck gelernt, strukturiert zu arbeiten. Das bringt viel“.

Ein Thema möchte er bald zusätzlich anpacken. Er möchte Workshops anbieten, um Menschen zu motivieren, mit der ehrenamtlichen Arbeit zu beginnen oder aber dabei zu bleiben.

Ein besonderes Anliegen ist ihm auch das „Elterncafé“, das jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 16 Uhr bis 17.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Asylberatungsstelle für einheimische und ausländische Gäste stattfindet. Von Liel kümmert sich um die Organisation und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen betreuen die Kleinen, sodass Groß und Klein beim Kaffeetrinken, Malen, Basteln und Ratschen Spaß haben und neue Freunde kennenlernen können. „Was ich an meiner Arbeit besonders schätze, ist die Vielseitigkeit“, sagt er gelassen.

Ferdinand von Liel ist in Riederau als jüngster von vier Brüdern aufgewachsen. Er engagierte sich schon früh bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim BRK, bei den Maltesern, in der Kirchengemeinde und im SC-Riederau. Nun freut er sich, zumindest wieder für einige Zeit, am Ammersee zuhause zu sein. Schließlich sei er ein „Familienmensch“, und sein Herz gehört dem See und den Bergen. „Segeln, Wandern und vor allem Skifahren, das ist meins. Und natürlich meine Arbeit“, sagt er. Und schon geht die Türe wieder auf, in der Johannisstraße 17.

Kontakt: ferdinand.vonliel@awo-obb.de, Telefon 08807 – 3199601 oder 0172 – 2985737. (una)

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