Landesausstellung 2018 in Ettal Ein 13,5 Meter langer und mehr als zwei Tonnen schwerer Einbaum ist der Star

pm  17. Januar 2018

Es ist ein Exponat der Superlative: Noch nie gezeigt, 3000 Jahre alt, 13,5 Meter lang und mehr als zwei Tonnen schwer. Das keltische Gefährt wurde in den Jahren 1987 bis 1990 im Flachwasserareal vor dem Westufer der Roseninsel im Starnberger See gefunden und konnte dendrochronologisch in das Jahr 900 v. Chr., also in die späte Urnenfelderzeit datiert werden. Es handelt sich aufgrund seiner ungewöhnlichen Form und Länge vermutlich um ein kultisches Wasserfahrzeug. In der Ausstellung wird er Zeichen sein für die Ewigkeit von Landschaft und Wald, das Bindeglied zwischen gestern, heute und morgen. Foto: Julian Monatzeder

Ettal/München – Das erste Objekt für die Bayerische Landesausstellung des Jahres 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern” ist bereits im Kloster Ettal angelandet.

Es ist ein Exponat der Superlative: Noch nie gezeigt, 3000 Jahre alt, 13,5 Meter lang und mehr als 2 Tonnen schwer. Das keltische Gefährt wurde in den Jahren 1987 bis 1990 im Flachwasserareal vor dem Westufer der Roseninsel im Starnberger See gefunden und konnte dendrochronologisch in das Jahr 900 v. Chr., das heißt in die späte Urnenfelderzeit, datiert werden. Es handelt sich aufgrund seiner ungewöhnlichen Form und Länge vermutlich um ein kultisches Wasserfahrzeug.

Erstmalige Präsentation für die
Öffentlichkeit

Die Jahrzehnte nach der Ausgrabung verbrachte der aus Eichenholz gefertigte Einbaum in der sorgfältigen Konservierung und wird nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Ausstellung wird er Zeichen sein für die Ewigkeit von Landschaft und Wald, das Bindeglied zwischen gestern, heute und morgen. Großer Dank gebührt der Archäologischen Staatssammlung München, die mit viel Sachverstand, restauratorischem Können und dem nötigen Quäntchen Mut die Leihe ermöglicht hat. So wird der keltische Einbaum mit Sicherheit ein unvergessliches Exponat der Bayerischen Landesausstellung 2018 werden.

Aufwändiger Transport und
Einbringung filmisch festgehalten

Der Aufwand und die Komplexität des Transports und der Einbringung dieses außergewöhnlichen Exponats setzten neue Maßstäbe. „Das wäre ohne die sehr großzügige finanzielle Unterstützung des Freundeskreises des Hauses der Bayerischen Geschichte nicht möglich gewesen”, betont Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte. „Der Prozess der Einbringung war so spektakulär, dass wir ihn in einer eigenen Produktion filmisch festgehalten haben.”, so Loibl weiter.

In der Bayerischen Landesausstellung 2017 in Coburg drehte sich alles um den Reformator Martin Luther. 2016 widmete das Haus der Bayerischen Geschichte dem Nationalgetränk der Bayern, dem Bier, eine vielbesuchte Ausstellung in Kloster im Aldersbach.

Vom 3. Mai bis 4. November wird Kloster Ettal der Schauplatz für die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern” sein. Das Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung auf rund 1.500 Quadratmeter die Landesausstellung, die dem „Mythos Bayern” nachspürt.

„Warum in der Zugspitz Region?”, ist die Frage. Diese Region und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind stark durch den Wald geprägt. Hier finden sich 16 Naturschutzgebiete und acht Landschaftssschutzgebiete. Knapp 50 Prozent der Fläche des Landkreises sind Wald. Die Planungen für einen Naturpark Ammergauer Alpen sind in der konkreten Umsetzungsphase.