Weniger Übernachtungen in Dießen Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein Dießen zieht Bilanz und wählt 2018 neu. Von Sandra Perzul

pm  20. November 2017

Dießen – Dießen ist bei vielen Gästen und Touristen sehr beliebt und wird oft besucht. Dennoch verzeichnet die Marktgemeinde heuer 2.000 Übernachtungen weniger als im Oktober 2016, berichtete Ulrike Hawel bei der Jahreshauptversammlung des Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins Dießen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 47.052 Übernachtungen in privaten Zimmern und Wohnungen in Dießen ist die Zahl in diesem Jahr mit bislang 44.930 rückläufig, berichtet die Leiterin der Tourist-Info. Ihr Vater, Vereinsvorsitzender Edgar Maginot fügte hinzu, ein Grund könnte das Thema „Mückenplage am Ammersee” gewesen sein, das oft Inhalt bei Reservierungsanfragen in der Tourist-Info war. Dies bestätigte auch Anna Brink, Chefin des Gasthauses „Unterbräu”, auch hier sei die Frage nach der pressemäßig stark publizierten Invasion der kleinen Stechtiere oft gefallen.

Große Ferienwohnungen gefragt

Das laufende Jahr sei „insgesamt aber gut und ohne größere Vorkommnisse verlaufen”, bilanzierte Maginot vor knapp zwanzig Besuchern. Der Trend nach größeren Ferienwohnungen habe angehalten, die Mitgliederzahl habe sich bei 180 eingependelt. Das Thema große Wohnungen werde sich seiner Meinung nach in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen, viele Urlaubsziele hätten preislich stark angezogen oder seien aufgrund der politischen Lage für eine Buchung für die Urlauber zu unsicher. „Wir brauchen hier in Dießen deshalb noch mehr Wohnungen für Familien oder mehrere Personen”, war dem Vorsitzenden ein großes Anliegen.

Standards weiter anheben

Für die Zukunft wünscht sich der Tourismuschef, dass die Standards der Unterkünfte weiterhin angehoben werden und noch mehr Vermieter dafür eine Klassifizierung durchführen lassen, die das Angebot in Sternen bewertet. Die Touristen verlassen sich auf die Einstufungen, sagte Maginot. Um die Klassifizierung für regionale Anbieter voranzutreiben, wurden die Mitarbeiterinnen der Dießener Tourist-Info in den letzten Jahren geschult und können die Klassifizierung mittlerweile selbst durchführen, die Kosten für die Vermieter hielten sich dabei in Grenzen betonte Ulrike Hawel. Sie führt aktuell die Klassifizierung nicht nur in der Marktgemeinde Dießen sondern für alle Unterkünfte im ganzen Landkreis durch.

Gäste wollen wissen,
was sie erwartet

Hawel betonte die Wichtigkeit der Klassifizierung der Unterkünfte. Wie bei Hotels seit längerem Usus, würden nun auch Ferienwohnungen und -zimmer klassifiziert. Dabei gehe es nicht darum, viele Sterne zu erreichen. Auch einfache und daher günstige Zimmer sind gefragt. Vielmehr wollen die Gäste wissen, was sie erwartet. „Die klassifizierten Unterkünfte werden erfahrungsgemäß schneller gebucht und als erstes im digitalen Verzeichnis aufgeführt. Sie stehen im Internet bei der Buchung an oberster Stelle und werden als erstes angeklickt”, erläuterte Hawel. Bewertet werden unter anderem Größe, Zimmeranzahl, Ausstattung und Bettenzahl der Unterkünfte. Gebucht wird verstärkt via Internet, dennoch werden jährlich noch zirka 1.500 Kataloge mit dem Unterkünften telefonisch angefordert.

Neuwahlen im Frühjahr

Um das Berichtsjahr dem Kalenderjahr anzupassen, musste die Satzung geändert werden. Bisher verlief das Berichtsjahr im Verein von Anfang November bis Ende Oktober eines Jahres. Dies soll nun dem Kalenderjahr angepasst werden. Einstimmig sprachen sich die anwesenden Mitglieder dafür aus. Da der Kassenbericht nun erst Anfang kommenden Jahres für 2017 erstellt werden kann, fehlte dieser für eine vollständige Entlastung des aktuellen Vorstandes. Somit konnten die angedachten Neuwahlen nicht wie geplant an diesem Abend durchgeführt werden. Gemeinderätin Anni Sander informierte Maginot, dass Neuwahlen nur nach einer rechtmäßigen Entlastung des alten Vorstandes möglich sind. Somit wurden die Neuwahlen spontan auf die Jahreshauptversammlung im kommenden Frühjahr verschoben. Länger diskutiert wurde das Thema „Meldung von Vermietungen”. Ulrike Hawel erklärte wie wichtig es für die Tourist-Info sei, von den Vermietern zeitnah Vermietungen mitgeteilt zu bekommen, ebenso Absagen oder neu freigewordene Wohnungen. Dies sei für neue Buchungsanfragen sehr wichtig. Der Buchungskalender im Internet könne damit auch stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Sei dieser veraltet und würden Gäste mehrmals Absagen erhalten, verlieren sie das Interesse am Standort Dießen.

Andreas Filgertshofer, Inhaber des Hotels „Seefelderhof” in Dießen war es unverständlich, wie manche Vermieter zwar die Vorteile aus der Tourist-Info ziehen würden, zu deren Arbeitserleichterung aber nicht beitragen würden. „Hier fehlt mir der Zusammenhalt von den Vereinsmitgliedern”, betonte der Hotelchef und erhielt bei den Anwesenden viel Zustimmung.

Weiteres Themen an diesem Abend war der geplante Bewertungsbogen, den die Tourist-Info für die Gäste erstellen will. Hier sollen Fragen zur Zufriedenheit im Hinblick auf Gastronomie, Freizeitangebote für Familien, Wander- und Radfahrwege oder auch zum Ortsgeschehen eingebaut werden. Eine reine Bewertung der Unterkunft soll der Bogen laut Ulrike Hawel jedoch nicht werden. „Wir tragen auch das Wort „Verschönerung” in unserem Vereinsnamen, dann sollten wir das auch in unsere Aktivitäten einfließen lassen”.

Tourist-Info wird gut angenommen

Eine Neugestaltung der Ortsbeschilderung, Beschilderungen für eBike-Ladestationen und die gute Akzeptanz der Tourist-Info waren weitere Diskussionspunkte.

Etwas enttäuscht zeigten sich die Mitglieder über das geringe Interesse und die niedrige Mitgliederzahl an diesem Abend im Gasthaus „Am Kirchsteig”. Edgar Maginot hofft nun auf eine höhere Mitgliederzahl bei der geplanten Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im kommenden Jahr.

Informationen zu Buchungen in der Gemeinde findet man unter: www.tourist-info-diessen.de.