CSU Raisting: Aufbruch im Team Josef Schüßler tritt nicht mehr an – Rüdiger Herrmann zum neuen Vorsitzenden gewählt

Dr. Sabine Vetter  9. Mai 2017

Der neu gewählte Vorstand der Raistinger CSU mit Kreisrat Klaus Gast (l.), neben ihm Gerhard Michel, Roland Tafertshofer, Rüdiger Herrmann, Josef Schüßler. Dahinter (v. l.) Karl-Werner Schrepfer, Max Hinterstrasser, Artur Kusche und Renate Gehrts. Fotos (2): Vetter

Raisting – Bei der Ortshauptversammlung der Raistinger CSU am Donnerstag im Raistinger Gasthof Zur Post ging es hauptsächlich um die turnusmäßigen Neuwahlen. Schon im Vorfeld hatte Josef Schüßler angekündigt, seinen Vorsitz niederzulegen. Nun war die Frage, wer seinen Posten übernimmt und wie es künftig weitergeht.

„Zeigen, dass wir da sind”

Nach dem Rechenschaftsbericht nahm Sepp Schüßler Stellung zur Situation des Ortsverbands und seiner Entscheidung nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren. Als er 2009 den Ortsvorsitz übernahm, gab es keinen CSU-Vertreter im Gemeinderat. 2014 stellten sie unter seiner Führung eine eigene Liste auf und waren schließlich mit vier Gemeinderäten vertreten, davon drei CSU-Mitglieder. Was bewog ihn aber nun, doch den Vorsitz aufzugeben? Seine Gründe sind vielfältig: „Die Struktur ist nicht zukunftsträchtig. Die Mitgliederzahlen stagnieren, es kommen keine Jüngeren nach. Aber die braucht’s. Mit meinem Rücktritt möchte ich anderen die Chance geben – Verjüngung beginnt an der Spitze.” Er wolle weiter mitarbeiten, aber sorge sich nun um den Fortgang des Ortsverbands, denn er hatte bis zu diesem Zeitpunkt niemanden zur Nachfolge bewegen können.

Die Ruck-Rede

Als Wahlleiter stieß CSU-Kreisrat und stellvertretender Kreisvorsitzende Klaus Gast zur Versammlung. Er kennt die Probleme seiner Partei in den kleineren Orten: „Was Sepp Schüßler berichtet, trifft nicht nur auf Raisting zu. Identifikation mit der Partei ist heute für viele schwierig, das sieht man vor Ort wie auch auf der nationalen und internationalen Ebene. Aber ich glaube, das wird sich ändern, die Jugend, beispielsweise in Frankreich, wird sich wieder mehr engagieren,” so Gast bei seiner emotional und politisch engagierten Ansprache. Jetzt ginge es darum „Richtungen und Grundsatzfragen zu entscheiden”. Man müsse beim CSU-Stammtisch, im Gemeinderat und bei vielen anderen Gelegenheiten die eigenen Standpunkte deutlich machen und kämpferisch dafür eintreten, dann könne man auch andere motivieren mitzumachen. Seine Aufforderung „Macht’s a Team!” wirkte auf alle motivierend und fand gleich offene Ohren. Es ginge ja nicht nur darum, die Arbeit des Einzelnen zu erleichtern, sondern um den von Schüßler schon angesprochenen notwendigen Wandel, mehr Kommunikation untereinander, Aufteilung der Aufgaben.

Die für langjährige Mitgliedschaft Geehrten eingerahmt von Klaus Gast (l.) und Josef Schüßler, v. l.: Klara Liedtke (25 Jahre), Remigius Tafertshofer (40 Jahre), Renate Gehrts (25 Jahre) und Rüdiger Herrmann (25 Jahre).

Neuer Vorsitzender ist Rüdiger Herrmann

Auch wenn Rüdiger Herrmann als leitender Angestellter bei der Weilheimer Firma K&L Ruppert viel beschäftigt ist, will er den CSU-Ortsverband unterstützen und entschied sich spontan, zur Wahl anzutreten. „Ich bin Evaluator bei der IHK, in manchen Vereinen engagiert und gut vernetzt”, stellt er sich vor. Die Idee mit dem Team gefällt ihm, und er fordert Schüßler und die anderen auf, mit ihm gemeinsam die anstehenden Aufgaben anzugehen. Bei allen sind Erleichterung und Aufbruchstimmung deutlich spürbar. Dementsprechend motiviert sind sie dann auch bei den Neuwahlen. Rüdiger Herrmann bekommt zwei Erfahrene als Stellvertreter an seine Seite: Sepp Schüßler und Martin Karl. Schatzmeister bleibt Roland Tafertshofer, Gerhard Michel löst Renate Gehrts als Schriftführer ab. Beisitzer sind Karl-Werner Schrepfer, Max Hinterstrasser, Artur Kusche und Renate Gehrts. Kassenprüfer bleiben Remigius Tafertshofer und Dieter Mathys.

Zum Schluss kommen schon die ersten Ideen ins Rollen. Es geht um eine neue Homepage, direkte und schnelle Kommunikation unter den Vorstandsmitgliedern, um Kontakte zu Verbänden in den Nachbarorten.