Fest der Freude und des Mahnens 160 Jahre Veteranen- und Soldatenverein Pähl-Fischen – 140 Besucher im Pfarr- und Gemeindezentrum

Petra Straub  28. April 2017

Franz Summer, Vorsitzender des Veteranen- und Soldatenvereins Pähl-Fischen, und sein Stellvertreter Andreas Stückl legen nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Foto: Bartl

Pähl – Das 160. Stiftungsfest des Veteranen- und Soldatenvereins Pähl-Fischen sollte ein „Fest der Freude, des Mahnens und Gedenkens” werden – und das wurde es auch!

Vorsitzender Franz Summer ergriff nach Kirchenzug und Festgottesdienst mit Pfarrer Josef Walser aus Dießen bei der Totenehrung am Kriegerdenkmal das Wort und erinnerte an die 1857 durchgeführte Vereinsgründung und die Wiedergründung am 6. Mai 1951 nach elfjähriger Unterbrechung. Kameradschaftspflege, die Beteiligung an Begräbnissen verstorbener Mitglieder, ein jährliches Erinnerungsfest und die Mahnung für Frieden und Freiheit seien Aufgaben des Vereins. Dieses Kulturgut wolle der Verein fortführen, denn „hinter jedem einzelnen Namen verbirgt sich ein Schicksal, steht eine Familie, die ihn verloren hat”, so der Vereinsvorsitzende in seiner Ansprache. Doch an der Vergangenheit könne nichts geändert werden. Um so wichtiger sei es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, dass sich die Gräueltaten von einst nicht wiederholten.

Nach der Festmesse und der Totenehrung formierte sich am Sonntag der Festzug durch Pähl, an dem auch die Veteranenvereine aus Raisting, Machtlfing, Wielenbach und Haunshofen mit ihren Fahnenabordnungen teilnahmen. Unser Bild zeigt den Trommlerzug Pähl. Foto: Straub

Keine weiteren Namen auf Denkmal

Syrien, Afghanistan und die Ukraine nannte er als Beispiele für sinnlosen und leidvollen Krieg. „Ich hoffe, dass ich es nicht erleben muss, dass auf unserem Denkmal neue Namen stehen werden”, so Summer. Seiner Meinung nach sind die Einsätze der Bundeswehr im Ausland nicht gerechtfertigt. Der Vereinsvorsitzende wandte sich auch an die anwesenden Vertreter der Gastvereine aus Raisting, Haunshofen, Machtlfing und Wielenbach, die mit ihren Fahnenabordnungen nach Pähl gekommen waren und sich am anschließenden Festzug durch den Ort beteiligten. „Führt auch in euren Ortschaften diese Tradition fort. Macht eure jungen Leute darauf aufmerksam, dieses Kulturgut zu erhalten”, so Summers Appell.

Die bayerische Heimat sei es wert, sich für sie einzusetzen. Vor allem die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden hätten es verdient, dass man sie nicht vergisst und ihrer immer gedenkt. Leider konnten die Mitglieder des befreundeten Veteranenvereins aus Traubing nicht anwesend sein, weil sie am Sonntag ebenfalls den Veteranenjahrtag feierten.

Nach der Ehrung verdienter Mitglieder und der Auszeichnung von Leonhard Bartl mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern (wir berichteten) im Pfarr- und Gemeindezentrum, wurde die Veranstaltung zu einem „Fest der Freude”. Die rund 140 Besucher setzten sich zum Frühschoppen zusammen, genossen die Klänge der örtlichen Trachtenkapelle und des Trommlerzugs.