„Unser Dorf“ gegen Polizeibootshaus Mitgliederversammlung mit Rückblick auf Aktionen gegen Projekt – Vorstand bestätigt

Dagmar Kübler  7. März 2017

Erster Vorstand Wolf-Dietrich Lüps, Kassenwart Horst Pientka und Schriftführer Jakob Papperger bilden für weitere zwei Jahre das Vorstandsteam des Vereins „Unser Dorf“ in Holzhausen. Foto: Kübler

Utting – Freie Sicht über den See und weiterhin freier Zugang für die Öffentlichkeit am Holzhausener Dampfersteg – diese Ziele haben stark das Jahr 2016 des Vereins „Unser Dorf” geprägt. Der Erste Vorsitzende Wolf-Dietrich Lüps zählte während der Mitgliederversammlung, die letzte Woche mit 18 Teilnehmern stattfand, zahlreiche Maßnahmen auf, die der Verein zur Verhinderung des Baus eines Polizeibootshauses in der Holzhausener Bucht ergriffen hat und würdigte insbesondere das Engagement von Daniel Fusban und Lennart Schmiedel.

Immer wieder gelang es dem Verein, die Aufmerksamkeit auf den Dampfersteg zu lenken, zum Beispiel durch eine gut besuchte Lesung dort von Axel Milberg, aber auch durch offene Stammtische, die zum Informationsaustausch dienten. Selbst der Wartebereich am Dampfersteg wurde verschönert durch liebevoll bepflanzte Blumenkästen. Mit Plakataktionen wurde die Bucht als „Heimatschatz” in Erinnerung gebracht. Der Widerstand gegen das Bauvorhaben wurde in Schreiben an die Minister Seehofer, Söder und Hermann kundgetan sowie an den Bayerischen Obersten Rechnungshof und den Bund der Steuerzahler. „Doch seit September 2016 fischen wir im Trüben”, bedauerte Lüps die derzeitige Situation, geprägt von mangelnder Information. Lüps begrüßte die hohe Bürgerbeteiligung an der letzten Gemeinderatssitzung, bei der vom Architekturbüro Lüps und vom Staatlichen Bauamt Weilheim die Planung des Bootshauses vorgestellt wurde.

Der Erhaltungs- und Verschönerungsverein „Unser Dorf” hat derzeit 93 Mitglieder; 97 Interessenten werden zudem über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Finanziell ist der Verein gut abgesichert. „Der Mitgliedsbeitrag von 15 Euro pro Person reicht für die normalen Ausgaben aus”, sagte Kassenwart Horst Pientka. Ein überaus großes Echo habe zudem der Spendenaufruf „Aktion Dampfersteg” gefunden, rund 6.500 Euro an Spenden sind 2016 eingegangen. Das Vereinsvermögen betrug Ende 2016 9.200 Euro. Lüps gab einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen, wie das Osterfeuer am Karsamstag und das Dorffest, für das noch ein Termin gefunden werden muss, sowie ein Rückblick auf 2016. Da konnte der Verein als Leihgabe eine Lithografie des Malers Walter Georgi erhalten, der einst zur Künstlerkolonie in Holzhausen gehörte. Dies sowie ein bereits im Vorjahr erworbenes Porträt der ebenfalls zur Künstlerkolonie gehörenden Malerin Clara Ewald sollen künftig der Öffentlichkeit in den Räumen der Bayerischen Verwaltungsschule gezeigt werden und dort dauerhaft hängen. Zudem berichtete Lüps von einem Kontakt mit der Jüdin Miriam Friedmann, die sich auf Spurensuche ihrer in der NS-Zeit am Ammersee lebenden Vorfahren gemacht hat und im Zuge ihrer Recherchen Fotos bei Lüps eingesehen hat. Einige Vereinsmitglieder regten an, Friedmann zu einem Themenabend dazu einzuladen. Wolf-Dietrich Lüps stellte sich als Erster Vorstand erneut zur Wahl, ebenso Horst Pientka als Kassenwart. Beide forderten jedoch die jüngeren Vereinsmitglieder auf, sich künftig für diese Posten zu bewerben, da es ihre letzte Amtsperiode sei. Einstimmig wurden Lüps und Pientka in ihren Ämtern bestätigt und auch Jakob Papperger als Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender.