What a wonderful Night – Ein großartiger Abend Ab 20 Uhr ging am Samstag in Dießen die Post ab – 15 Locations mit Live-Musik bis in die Nacht hinein – Tausende von Besuchern

Michael Fuchs-Gamböck  18. Oktober 2016

„Definitely Soul“ traten im Verkaufsraum vom Autohaus Schürer auf – und wie ihr Name sagt, das war wirklich definitiv Soul. Fotos (7): Kramer

Dießen – Der Liebe Gott, so viel wurde am Samstagabend klar, hat Dießen in sein Herz geschlossen – und er liebt moderne Musik. Zumindest zwei Stunden lang, ehe er Petrus schließlich doch die Schleusen öffnen und gegen 22 Uhr für einen erfrischenden Herbstregen sorgen ließ. Der letztlich niemanden störte, denn der Feierwut von mehreren Tausend Flaneuren und Musik-Liebhabern tat dieser Umstand keinerlei Abbruch. Jedenfalls: Samstag wurde bereits zum 5. Mal die „Musiknacht” in Dießen veranstaltet. 16 Bands in 16 Lokalitäten waren angekündigt, letztlich wurden 15 à 15 daraus.

Ein klassischer Anziehungspunkt wie auch voriges Jahr die Band Lizzy Miller aus München im Craft Bräu.

Ein klassischer Anziehungspunkt wie auch voriges Jahr die Band Lizzy Miller aus München im Craft Bräu.

Bereits um 20.30 Uhr war bei Mandy im Eiscafé Venezia die Bude voll. Reinhold Ohmayr und Tom Croel begeisterten die Zuhörer.

Bereits um 20.30 Uhr war bei Mandy im Eiscafé Venezia die Bude voll. Reinhold Ohmayr und Tom Croel begeisterten die Zuhörer.

Der Saal im „Unterbräu” blieb leer, denn die dort avisierte Formation Rootbootlegband musste kurzfristig aus Krankheitsgründen ihren Dienst quittieren. Ab 20 Uhr wurde in Dießen bis tief in die Nacht hinein gefeiert. Wann bekommt man schon satte fünf Stunden lang, in Fußweite erreichbar, dermaßen viele gestandene Künstler der verschiedensten Stil-Fraktionen wie Rock, Pop, Soul, Latin, Jazz, Folk, Swing und einigen mehr für schlappe 12 Euro geboten? Na eben! Kein Wunder, dass der Andrang entsprechend groß war. Hauptorganisator Johannes Dornhofer von der Agentur S.E.C. ist jedenfalls am „Day After” begeistert und schwärmt: „Die Musiknacht ist inzwischen weit über Dießens Grenzen hinaus angekommen und als Unikum vollkommen etabliert.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mixen in der Bar im Gasthaus Drei Rosen Cocktails.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mixen in der Bar im Gasthaus Drei Rosen Cocktails.

Schön, dass es so viele Leute gibt, die sich für Kultur interessieren und eine Nacht lang deshalb von Ort zu Ort pilgern.” Wobei festzustellen ist, dass es nicht immer dieselben Lokalitäten sind, in denen die Besucher und Neugierigen Zugang bekommen, sofern sie sich ein Armbändchen geleistet haben. 2016 hatten sich mit „Bohne 37″, „Kraus Orthopädietechnik”, „Café Süsswahn”, „Drei Rosen” und „Blaues Haus” (nach einjähriger Abstinenz wieder an Bord) gleich fünf neue Bewerber angemeldet. Alle Novizen sind froh, dass sie sich dem Event angeschlossen haben, obwohl sie zu Beginn nicht recht wussten, ob ihre Teilnahme von Erfolg gekrönt sein würde. „Hier herrscht eine unvergleichliche Stimmung”, schwärmt Orthopäde Andreas Kraus, „dabei hat meine Branche mit Rock & Roll eigentlich nichts am Hut”, grinst er schelmisch.

Fetzigen Rock brachten die Herren von Hannes Bauers Orchester Gnadenlos im Jugendtreff an der Johannisstraße.

Fetzigen Rock brachten die Herren von Hannes Bauers Orchester Gnadenlos im Jugendtreff an der Johannisstraße.

Bei Andreas Kraus in der Innovativen Orthopädietechnik spielte die Gruppe Free your Mind.

Bei Andreas Kraus in der Innovativen Orthopädietechnik spielte die Gruppe Free your Mind.

Oansno. Noch eins hieß die Gruppe, die im Schützengarten auftrat. Foto: Leitenstorfer

Oansno. Noch eins hieß die Gruppe, die im Schützengarten auftrat. Foto: Leitenstorfer

Das alles spielt letztlich keinerlei Rolle in jener Nacht, denn bei Vollmond herrschen andere Gesetze. Ausgelassene Stimmung auf den Straßen von Dießen und Riedrau allerorten, das Tanzbein genoss sehr viel Ausgang, Jung und Alt waren fröhlich vereint, schließlich ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Tratschen, Trinken, Trillieren – darum geht es an jenem Samstag! Die „Musiknacht” in Dießen ist ein Selbstläufer, ein Fanal für Lebensfreude und Spaß sowie Neugier an den unterschiedlichsten musikalischen Klängen. Es sind Veranstaltungen wie diese, welche die Bewohner zusammenbringt.

Ohne Organisatoren und Sponsoren keine Musiknacht : V.l. Stephan Jörg (Vorstandsvorsitzender VR-Bank Landsberg Ammersee), Manfred Doll (VR-Bank), Andreas Miske (Ammersee Küchenstudio), Renate Schäffler (VR-Bank), Bürgermeister Herbert Kirsch, Tobias Schürer (VW-Autohaus Schürer), Dr. Andreas F. Philipp (Philos GmbH), Claus Lehmann (Agentur SEC) und Johannes Dornhofer (SEC).

Ohne Organisatoren und Sponsoren keine Musiknacht : V.l. Stephan Jörg (Vorstandsvorsitzender VR-Bank Landsberg Ammersee), Manfred Doll (VR-Bank), Andreas Miske (Ammersee Küchenstudio), Renate Schäffler (VR-Bank), Bürgermeister Herbert Kirsch, Tobias Schürer (VW-Autohaus Schürer), Dr. Andreas F. Philipp (Philos GmbH), Claus Lehmann (Agentur SEC) und Johannes Dornhofer (SEC).

Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, selbst von Beginn an begeisterter und aktiver „Musiknacht”-Anhänger, brachte die Situation auf den Punkt: „Ich hätte kein Problem damit, wenn so eine Stimmung öfter als nur einmal im Jahr über unserem Ort läge.”