Neuer Verein „Integration LLäuft“ Unterstützung von 27 Helferkreisen – 22 Ressorts – Es werden noch Helfer gesucht

Kerstin Hildebrandt  22. April 2016

Am Sonntag gründeten sie den Verein „Integration LLäuft“, v. l.: Bruno Schulz, Helley Neumayer, Raffael Sonnenschein und Antoinette Bagusat aus Dießen. Foto: ke

Dießen – „Integration LLäuft” heißt der neue Verein im Landkreis, der am Sonntag gegründet wurde. Ziel des Vereines ist eine landkreisübergreifende Zusammenarbeit und Bündelung sämtlicher Integrationsangebote in der Region. In der vergangenen Woche hat sich der Verein im Dießener Gasthof „Unterbräu” vorgestellt.

Das doppelte „L” in „Integration LLäuft” soll auf die vom Verein beabsichtigte starke Vernetzung hinweisen. Derzeit wird „Integration LLäuft” von 27 Helferkreisen unterstützt. Geplant ist eine noch weitergehende Zusammenarbeit auch mit den benachbarten Landkreisen. Der Landsberger Raffael Sonnenschein, treibende Kraft im Verein, engagiert sich bereits seit zwei Jahren ehrenamtlich in Sachen Integration. Er hält die aktuellen Integrationsbemühungen für nicht ausreichend: „Viele tausende Flüchtlinge haben Tag für Tag nichts anderes zu tun als zu warten; das ist für alle sehr frustrierend.”

Der Verein ist in 22 Ressorts untergliedert, beispielsweise das Ressort Öffentlichkeitsarbeit, in dem Sonnenschein tätig ist, oder Ressorts wie Eventmanagement oder Job- und Wohnungssuche. Darunter auch ein Dolmetscherdienst, für den der Verein noch weitere sprachlich versierte Helfer sucht. 15 dieser Ressorts sind schon besetzt, die anderen warten noch auf Unterstützer. Für die vielen Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren setzt der Verein auf sportliche Angebote und die damit verbundenen Begegnungen. Sonnenschein berichtete: „Wir sind extra nicht im Wald, sondern mitten über den Landsberger Marktplatz zusammen gejoggt, haben überall nett und höflich gegrüsst und das ist wirklich gut bei den Landsbergern angekommen.” Auch bei der Stadtmeisterschaft waren die Jugendlichen dabei und seien trotz ausgelatschter Turnschuhe ganz weit vorne gelaufen, freute sich Sonnenschein.

Sein Mitstreiter, der Unternehmensberater Bruno Schulz aus dem Ressort Arbeit und Ausbildung, sprach über die vielen Hürden auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Dabei ist die Sprache nur ein Aspekt unter vielen; die bestehende Gesetzeslage, fehlende Dokumente und nicht zuletzt die den Flüchtlingen unbekannte deutsche Unternehmenskultur sind für viele Flüchtlinge weitere schwer überwindbare Hindernisse. Dabei funktioniere Integration doch vor allem über den Zugang zum Arbeitsmarkt, gab Schulz zu bedenken. Der Verein will deshalb eine Vorqualifizierung in speziellen Werkstätten anbieten, damit die Flüchtlinge sich auch ausserhalb der schulischen Angebote aber noch ohne den Druck des normalen Betreibslaufes in das Berufsleben einfinden und auch das gebräuchliche „Werkstattdeutsch” kennenlernen können. Nach Auskunft von Sonnenschein startete der Verein mit 38 Mitgliedern. Er gab an, dass der Verein finanzielle Förderung beim Landkreis beantragen wird. Für die Integrationsarbeit verfügt der Landkreis über einen Fördertopf mit insgesamt 1,7 Millionen Euro, die vom Freistaat zur Finanzierung der Integrationshilfe zur Verfügung gestellt wurde. Sonnenschein hofft auf eine Förderung von 5 Prozent, das wären 119 000 Euro. Mit diesem Geld sollen drei Teilzeitstellen finanziert, ein Büro eingerichtet und die notwendigen Arbeitsmittel beschafft werden.