Lebendige Bürgerversammlung in Riederau Bei bester Haushaltslage gute Aussichten für 2016 – Infos zu Badekarten, DSL, Bahnübergang und Flüchtlinge im Ortsteil

Katrin Dyballa  22. März 2016

Bürgermeister Herbert Kirsch informierte auch bei der Bürgerversammlung in Riederau über die Vorhaben der Gemeinde. Wie die Zufahrt zum Currypark geregelt wird, wird auf einer weiteren Bürgerversammlung aufgezeigt. Foto/Ausschnitt: Dyballa

Riederau – Pünktlich zur Bürgerversammlung war der Haushaltsplan 2016, am Donnerstagabend, im Kramerhof in Riederau, bereits auf allen Tischen verteilt. Die Versammlung war gut besucht, auch zahlreiche Gemeinderäte sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung waren anwesend. Als Bürgermeister Herbert Kirsch den Haushalt vorstellte, konnten die Zuhörer diesen Punkt für Punkt mitverfolgen.

Das Gesamthaushaltsvolumen der Marktgemeinde betrug 31,663 Millionen Euro im Jahr 2015, die Zuführung vom Verwaltung und den Vermögenshaushalt betrug 5,56 Millionen Euro, für heuer ist der Ansatz mit 27,51 Millionen Euro angesetzt. Die Steuerkraft pro Einwohner ist von 702 Euro auf 813 Euro gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren gingen die Einnahmen stetig nach oben. „Dank ihrer Steuerzahlungen können wir auf dieses Ergebnis blicken”, bedankte sich Kirsch bei den Bürgerinnen und Bürgern. Den Rücklagen in Höhe von 7,63 Millionen stehen Schulden in Höhe von 2,18 Millionen gegenüber, die dem gebührenfinanzierten Wasserwerk geschuldet sind. Somit steht die Marktgemeinde seit über zehn Jahren schuldenfrei da.

Badekarten werden teurer

Bürgermeister Herbert Kirsch informierte auch bei der Bürgerversammlung in Riederau über die Vorhaben der Gemeinde. Wie die Zufahrt zum Currypark geregelt wird, wird auf einer weiteren Bürgerversammlung aufgezeigt. Foto: Dyballa

Bürgermeister Herbert Kirsch bei der Bürgerversammlung in Riederau im Kramerhof. Foto: Dyballa

Kritisch blickte der Bürgermeister auf die Anhebung der Kreisumlage, die von 49 auf 51 von Hundert gestiegen ist. In Zahlen hat sich die Kreisumlage um 925.000 auf 5,028 Millionen Euro erhöht. So profitiere der Kreis nicht nur von der ohnehin positiven Entwicklung der Einnahmen, sondern darüberhinaus ein zweites Mal durch die Anhebung des Satzes. Eine Entwicklung, die man im Auge haben müsse, sagte Kirsch.

Die Versammlungsteilnehmer erfuhren, dass der Preis für die Badekarten für die Strandbäder ab der kommenden Saison für Erwachsene von 15 Euro auf 20 Euro angehoben wird. Zum Ausgleich ist der Eintritt für Kinder bis 16 Jahre dann ganz frei. Des Weiteren ist im laufenden Jahr die Erweiterung des Kinderhauses, das bereits jetzt dreizügig läuft und voll ausgelastet ist, auf dem Plan. Der DSL-Ausbau soll vorangetrieben werden, so dass jedes Haus einen Anschluss bekommt. Das Leihhaus und die Friedhofsmauer bedürfen dringend der Sanierung.

Auf die Zahlen, Daten und Fakten folgte die Fragerunde, in der Herbert Kirsch zunächst auf einige Fragen, die ein Bürger zuvor schriftlich eingereicht hatte, einging. Dabei kam unter anderem der sanierungsbedürftige Bahnübergang zur Sprache. „Die DB Bahn und das Straßenbauamt kommunizieren miteinander”, fasste Kirsch den Fortschritt in dieser Sache zusammen. Den letzten Schriftverkehr dazu gab es Ende Januar, so Kirsch weiter. Es werde auch heuer noch keinen Bahnübergang geben, aber die Gemeinde bleibe permanent dran, versprach der Bürgermeister.

Erfreut zeigte sich der Rathauschef über die Entwicklung in dem Rechtsstreit um das Vorkaufsrecht des hinteren Grundstücksteils des unter dem Namen „Haus Dietrich” bekannten Anwesens am See. Die Gemeinde habe sich mit dem Eigentümer vor Gericht geeinigt. Danach fällt die Nutzung des hinteren Grundstücksteils am 1.1.2018 an die Gemeinde. „Das ist sehr anständig gelaufen. Solche Prozesse können sich auch fünf bis zehn Jahre hinziehen”, lobte Kirsch die Kooperationsbereitschaft des Eigentümers. Der Grundstücksteil wird zunächst den Seeanlagen zugeschlagen. Zur Sprache kam auch die Ein- und Ausfahrtssituation in den Curry Park, die schon länger auf dem Plan steht. Hier gingen die Meinungen bezüglich der Dringlichkeit auseinander. Während eine Wortmeldung auf die Dringlichkeit nach einer Lösung verwies, wußte eine Riederauerin gleich gar nicht von welcher Verkehrsinsel überhaupt an der Stelle gesprochen wurde und eine weitere sah darin wohl eher ein Luxusproblem. Kirsch bedauerte sehr, dass seine Mitarbeiter es versäumt hatten, die beiden Planentwürfe für eine Umgestaltung der Zufahrt mitzubringen. Deshalb schlug er spontan vor, dazu eine gesonderte Bürgerversammlung Anfang April zu machen. Darüberhinaus sollen die beiden Entwürfe zeitnah auf die Homepage der Marktgemeinde verlinkt werden. Dann habe jeder Betroffene auch die Möglichkeit sich Gedanken zu dem Thema zu machen. „Kein Nachteil ohne Vorteil”, schloss Kirsch das Thema ab.

Bürgerbeteiligung forcieren

Überhaupt möchte der Rathauschef künftig die Bürger mehr in Entscheidungen einbeziehen. So sollen sie künftig häufiger die Möglichkeit haben, zu Projekten in der Gemeinde über die Homepage der Gemeinde ihre Meinung kund zu tun. Auf die Frage nach der Anzahl der Asylbewerber antwortete Kirsch, dass es derzeit in Riederau 53 Männer (49 Syrer und 4 Iraker) seien. „Das sind viel zu viel auf engem Raum und für den Ort”, erklärte ein Anwesender. Maximal dreißig Personen seien für Riederau sozial verträglich, fuhr er fort. Kirsch verwies auf eine Neuregelung mit dem Landratsamt. Danach werde künftig ein Mitarbeiter des Landratsamtes drei Stunden pro Tag in Riederau vor Ort sein. Er selbst werde zeitnah einen Runden Tisch zum Thema Asyl einrichten. Dann sollen die Kommune, der Helferkreis, die Agentur für Arbeit unter anderem Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylbewerber erarbeiten und aufzeigen. Es werde Verteilungskriege ohne Gleichen geben, hieß es in einer weiteren Wortmeldung. Auch wenn Herbert Kirsch sagte, dass er künftig das Problem der Unterbringung von Obdachlosen auf sich zukommen sehe, entgegnete er: “Der Markt Dießen wird niemandem die Wohnung kündigen, das verspreche ich.”