„Wörlein“ bleibt in Familienhand Heiko Wörlein hat Michael Kutter aus Memmingen als Partner gewonnen

Alois Kramer  4. März 2016

Aus dem Gartenzentrum Wörlein wird nun das „Bellandris Wörlein Gartencenter“. Heiko Wörlein hatte sich mit seinem Konzept im Insolvenzverfahren durchgesetzt. Foto: Kramer

Dießen/Augsburg – Wörlein bleibt Wörlein, das ist das Ergebnis eines längeren Investorenprozesses, bei dem schließlich das Konzept von Heiko Wörlein, des Sohns von Ludwig Wörlein, überzeugte. Eine Übernahme durch die 1947 gegründete Firma Dehner mit Sitz in Rain am Lech, die über 100 Gartenmärkte in Deutschland betreibt, ist damit verhindert worden.

Dehner war bis zum Schluss im Rennen. Der Familienbetrieb Wörlein, der vor drei Jahren das 100. Firmenjubiläum feiern konnte, bleibt erhalten. Das teilten nun die beiden Insolvenzverwalter Dr. Robert Hänel und Dr. Paul Abel aus Peißenberg in einer Pressemitteilung mit. Die Entscheidung fiel am Montag.

Für den Zuschlag an Heiko Wörlein sprachen insbesondere die besseren Aussichten auf Erhalt aller Betriebsteile und damit einer größeren Zahl von Arbeitsplätzen

Heiko Wörlein, dem Inhaber der Einzelfirma, gelang es mit kaufmännischer Begleitung durch die Bayern Consult Unternehmensberatung, den Insolvenzverwaltern und Gläubigern ein Angebot zu unterbreiten, mit dem alle Betriebsteile weitergeführt und fast alle Arbeitsplätze erhalten werden können. Heiko Wörlein konnte hierfür als strategischen Partner den Unternehmer Michael Kutter aus Memmingen gewinnen. Das Gartencenter wird noch im Frühjahr 2016 als „Bellandris Wörlein Gartencenter” neu an den Start gehen.

Die Firma Kutter betreibt in Memmingen und Kempten jeweils ein Bellandris-Gartencenter. Der Stammbetrieb, die Baumschule in Memmingen, wurde 1910 gegründet. Das Unternehmen wird von Michael Kutter in der dritten Generation geführt. Die Bellandris-Gruppe ist eine Kooperation führender Gartencenter in Deutschland mit derzeit 48 Standorten.

Die Baumschule Wörlein wie auch die das Gartencenter im Dießener Westen betreibende Wörlein GmbH mit 92 Arbeitsplätzen hatte im September vorigen Jahres Konkurs angemeldet. Das Amtsgericht Augsburg eröffnete daraufhin, am 1. November 2015, die Insol-venzverfahren. Die Rechtsanwälte Dr. Paul Abel und Dr. Robert Hänel wurden als Insolvenzverwalter bestellt.

Parallel zur Fortführung der vier Betriebsteile starteten die beiden Anwälte in Abstimmung mit der Sparkasse Landsberg-Dießen als Hauptgläubigerin einen Prozess zur Investorensuche und schalteten hierfür die darauf spezialisierte ACXIT Recovery Management GmbH ein.

Von knapp 200 angesprochenen potentiellen Investoren verblieben nach drei Monaten umfangreicher Gespräche und Verhandlungen in der engeren Auswahl nur noch die beiden genannten Interessenten mit unterschiedlichen Konzepten für eine Übernahme.

Die Betriebsteile der GmbH – Großhandel, Garten- und Landschaftsbau sowie das Gartencenter – werden umgehend übertragen. Die Baumschule, deren Vertrieb damit gesichert ist, wird zunächst im Insolvenzverfahren weitergeführt und soll zu einem späteren Zeitpunkt übernommen werden.