Ulrike Ditz ist europäische Wirtschaftssenatorin Burnout-Prävention ist der Schwerpunkt der Gesundheitspädagogin – 13 Millionen Betroffene

Frauke Vangierdegom  30. Oktober 2015

Ulrike Ditz hat ein Burnout-Centrum in Altomünster und die Burnout-Akademie in Landsberg gegründet. Deren Kernkompetenz liegt in der Therapie, erklärt sie. V. l.: Generalsekretär Wolfgang Franken, Wirtschaftssenatorin Ulrike Ditz, Präsident des EWS Dr. Ingo Friedrich, Geschäftsführer des EWS Michael Jäger. Foto: oh

Landsberg – Ulrike Ditz ist Gesundheitspädagogin, lebt in Landsberg und ist seit fast 30 Jahren im Gesundheits- und Präventionsbereich tätig. Ganz besonders engagiert sie sich im Bereich der Burnout-Prävention. Viele Jahre war sie Mitinhaberin und Geschäftsführerin eines Vier-Sterne-Plus-Hotels in der Region bevor sie das Burnout-Centrum in Altomünster, die Burnout-Akademie in Landsberg und das Burnout-Netzwerk gründete. „Meine Kernkompetenz liegt in der Therapie, wobei ich mittlerweile ausschließlich in der Beratung tätig bin”, erzählt Ulrike Ditz im Gespräch mit dem Ammersee Kurier.

EWS ist ein überparteiliches und branchenübergreifendes Gremium

Jetzt hat die Gesundheitspädagogin ein weiteres Aufgabenfeld hinzu bekommen. Ulrike Ditz ist Senatorin im Europäischen Wirtschaftssenat (EWS) für ihr außerordentliches Engagement in der Burnout-Prävention. Der EWS ist ein überparteiliches und branchenübergreifendes Gremium erfolgreicher europäischer Unternehmen und Persönlichkeiten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen politischen Entscheidungsträgern beratend zur Verfügung stellen. Bekannte Namen wie Regine Sixt, Jean-Claude Juncker, Rüdiger Grube (Deutsche Bahn AG), Martin Frommhold (Hermes Logistik Gruppe Deutschland) oder Georg Fahrenschon (Deutscher Sparkassen und Giroverband) sind in der Liste der Senatoren des EWS zu finden.

„Auf Augenhöhe mit der Politik ins Gespräch kommen”

Und seit wenigen Wochen auch der Namen der Landsberger Unternehmerin Ulrike Ditz. Eine ihrer Aufgaben als Senatorin ist es, „auf Augenhöhe beratende mit der Politik ins Gespräch zu kommen.” Schließlich sei im Rahmen der Burnout-Thematik nicht nur der gesundheitliche Aspekt für die betroffenen Menschen sondern auch der wirtschaftliche Schaden durch diese Krankheit von größter Bedeutung.

„Es gibt rund 13 Millionen Burn-Out-Betroffene in Deutschland”, weiß die Expertin. „Das ist die Krankschreibungs-Ursache Nummer eins in unserem Land.” Mit ihrem Burnout-Netzwerk, in dem mittlerweile über 300000 Kontakte vernetzt sind, betreut sie Menschen mit der Diagnose Burnout oder solche, die diesem Syndrom präventiv entgegen wirken möchten. Seminare, Workshops, Vorträge, Messeauftritte und Gesundheitskongresse werden organisiert um eine möglichst große Zahl Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu erreichen.

„Denn vor allem Unternehmer sind bei diesem Thema gefragt”, berichtet die Wirtschaftssenatorin, die von sich selbst sagt „Ich habe eine positive Grundeinstellung und lebe im hier und jetzt.” Nein sagen zu können und eine gesunde Portion Egoismus mitzubringen, seien grundlegende Eigenschaften, auch in einem zeitintensiven und verantwortungsvollen Arbeitsalltag die Grenzen der Belastbarkeit nicht zu überschreiten.

Netzwerk

Das von ihr ins Leben gerufene Burnout-Netzwerk ist ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Institutionen, Betroffenen und Experten der Burnout-Prävention und –Behandlung.

Wer sich näher mit dem Thema der Burnout-Prävention befassen möchte, findet umfangreiche Informationen unter www.burnout-netzwerk.com oder www.burnoutcentrum.de.

Burnout

Ein Burnout-Syndrom (englisch burn out = ‚ausbrennen‘) oder Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt. Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung bei der Lebensbewältigung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der wegen der verminderten Belastbarkeit nicht bewältigt wird. Dass viele Menschen gegen

Burnout-Symptome kämpfen, ist nicht wegzudiskutieren. Die Betroffenen fühlen sich chronisch überlastet – oft durch Stress und Frust im Beruf. Aber das Erschöpfungssyndrom ist nicht zwangsläufig mit den Arbeitsbedingungen verknüpft. Ursprünglich galt Burnout als eine spezifische Problematik von helfenden Berufen. Ausbrennen konnten demnach zum Beispiel nur Krankenschwestern oder Lehrer, die sich im Bemühen um das Wohl ihrer Mitmenschen verausgaben. In den vergangenen Jahren wurde Burnout dann eher als eine Art „Manager-Krankheit” wahrgenommen, die vor allem unter Dauerstress-stehende Leistungsträger betreffen soll. Zwischenzeitlich wurde jedoch deutlich, dass unter anderem auch Rentner und Arbeitslose unter praktisch den gleichen Symptomen leiden können. Nicht nur beruflicher Stress, auch privater Konfliktstoff spielt unter Umständen eine Rolle, nicht zuletzt auch die eigene Persönlichkeit.

Quelle: Internet