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„Wir bauen einen Kirchplatz” - Kinderarchitektouren – Ein Besuch auf dem Jocherplatz in Dießen a
30.06.10 10:08
Alter: 71 days


VON: AMMERSEE KURIER



DIESSEN.– Unter dem Motto „Wir bauen einen Kirchplatz” hatte der Greifenberger Architekt Alfred Sunder-Plassmann im Rahmen der Architektouren 2010 auf den Jocherplatz nach Dießen geladen. Allerdings standen beim ihm nicht unbedingt die Erwachsenen im Vordergrund, sondern die Kinder. Ihnen versuchte Sunder-Plassmann auf diese Art Architektur näher zu bringen.



DIESSEN.– Unter dem Motto „Wir bauen einen Kirchplatz” hatte der Greifenberger Architekt Alfred Sunder-Plassmann im Rahmen der Architektouren 2010 auf den Jocherplatz nach Dießen geladen. Allerdings standen beim ihm nicht unbedingt die Erwachsenen im Vordergrund, sondern die Kinder. Ihnen versuchte Sunder-Plassmann auf diese Art Architektur näher zu bringen.

 

Was ist eigentlich ein Platz? Diese Frage versuchte der Architekt den Kindern ­– leider waren nur sehr wenige aufgrund des herrlichen Badewetters gekommen – zu beantworten. „Ein Platz wird gerne für wichtige Gebäude zur Aufwertung hergenommen”, so Plassmann. Und so kam es denn auch, dass 2007 der Jocherplatz fertig gestellt wurde, zur Aufwertung der evangelischen Kirche und des evangelischen Gemeindehauses. Und zur Verbindung der beiden Gebäude. „Früher wusste das eine Gebäude nichts vom anderen, jetzt gehören sie unübersehbar zusammen.”

Dass damit die Verkehrssicherheit für die Kirchenbesucher und die Besucher im Gemeindehaus erheblich verbessert wurde, ist ein weiterer positiver Aspekt, den der neue Jocherplatz mit sich brachte.

In enger Zusammenarbeit mit dem Markt Dießen sei der Platz enstanden, erzählt Sunder-Plassmann. Je zu gleichen Teilen seien die Gemeinde und die Kirchengemeinde beteiligt gewesen. Die Steine, die heute den Jocherplatz zieren stammen aus der Ludwigstraße. Und weil jeder Platz einen Abschluss braucht, habe man sich dazu entschieden, Bänke und einen Schaukasten zu installieren.

Auch dem Wunsch der Kirchengemeinde nach einem Brunnen konnte erfüllt werden. Schlicht gehalten aus Kunststein und böhmisch-grünem Granit sprudelt er Wasser aus dem nahegelegenen Bach.

Auf ein weiteres gestalterisches Element des Jocherplatzes weist Sunder-Plassmann hin: Die südlich an das Gemeindehaus angrenzende Wiese, von der Kirchengemeinde liebevoll auch Festwiese genannt, wird eingerahmt von einer Buchenhecke, die von der Dießener Familie Wörlein gespendet wurde. Das Gartentor, das in den dahinter liegenden Park führt bildet, zusammen mit dem Kirchenportal eine Blickachse, die direkt auf den Altar führt.

Mit so viel Informationen gefüttert machten sich die Kinder unter Anleitung durch Anna und Sophia Jokisch, den Töchtern des evangelischen Pfarrers Jokisch, daran, Häuser zu bauen, eine Moschee zu errichten und den Platz rundherum zu gestalten.

Eigens dafür hat die bayerische Architektenkammer zwei Pakete prall gefüllt mit Bastelmaterialien nach Dießen geschickt. Moosgummi-Platten, Mosaiksteinchen und Wachsmalkreiden regten die Fantasie der Kleinen derart an, dass in kürzester Zeit bunte Fassaden den Jocherplatz schmückten. vaf.

 

Mit Eifer am Werk war auch der kleine Johannes im Rahmen der Kinderarchitektouren. Zusammen mit Anna und Sophia Jokisch entwarf der junge „Nachwuchsarchitekt” bunte Häuserfassaden. Fotos (5): Vangierdegom








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