DIESSEN.– In der Zeit der digitalen Fotografie verschwinden immer mehr Fotos auf Festplatten, wo sie vergessen werden und verstauben. Genau solche Bilder wollen die Herausgeber des Fotomagazins „DER GREIF“, wie der Name es schon sagt, für das Publikum „greifbar“ machen. Am Samstag Nachmittag präsentierten die jungen Herausgeber ihre zweite Ausgabe im Kult.Café.
DIESSEN.– In der Zeit der digitalen Fotografie verschwinden immer mehr Fotos auf Festplatten, wo sie vergessen werden und verstauben. Genau solche Bilder wollen die Herausgeber des Fotomagazins „DER GREIF“, wie der Name es schon sagt, für das Publikum „greifbar“ machen. Am Samstag Nachmittag präsentierten die jungen Herausgeber ihre zweite Ausgabe im Kult.Café.
„Heutzutage werden nur noch wenige Fotos gedruckt. Wir möchten mit DER GREIF eine nach allen Seiten offene Ausstellungsfläche schaffen, indem er uns jeder seine Fotos zuschicken kann, die wir dann formell und inhaltlich neu verknüpfen“ fasst Simon Karlstetter, einer der Herausgeber, die Grundidee des Magazins zusammen. Neue Verbindungen schaffen und bestehende ausbauen, sowohl auf künstlerischer wie auch auf menschlicher Basis, das ist das Ziel von DER GREIF, erklärt Leon Kirchlechner, ebenfalls einer der fünf Herausgeber, weiter. Der Ursprung dieser Idee liegt am Ammersee, wo Simon Karlstetter und Felix von Scheffer das Magazin initiierten. Bekanntschaften und Mundpropaganda förderten die Popularität des Fotomagazins. Durch aktive Werbung an den Kunsthochschulen, unter anderem in Berlin, Wien und Rom, wuchs das Magazin über seine lokalen Grenzen hinaus: Die eingesandten Bilder stammen mittlerweile nicht nur aus dem Fünf-Seen-Land, sondern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal und sogar aus dem fernen Senegal. Doch das Schöne daran ist, dass trotz der großen Entfernungen die Gemeinschaft der Fotografen und Redakteure einen dörflichen Charakter trägt, der durch dem persönlichen Kontakt aufrecht gehalten wird, freut sich Karlstetter.
Insel im Meer der Hochglanzmagazine
Damit stellt die Idee von DER GREIF einen deutlichen Kontrast zur heutigen Globalisierung dar, in der die Menschen zwar mehr internationale Verbindungen schaffen, aber auf Grund von Schnelllebigkeit den persönlichen Kontakt zu einander immer mehr verlieren. Durch die Verwendung von Bildern aus dem alltäglichen Leben und den Verzicht auf jegliche Werbung ist DER GREIF eine kleine, realistische Insel. Umgeben ist die Insel vom Meer der Hochglanzmagazine, die mit viel aufwendiger Werbung ausgeschmückt werden.
Über 600 Aufnahmen von achtzig Fotografen, darunter auch von Profis, bekamen die Herausgeber für die zweite Ausgabe von DER GREIF zugesandt. Mit diesem großen Bildmaterial erstellten die Redakteure ohne inhaltliche Vorgaben neue Kompositionen und schmückten sie zum Teil mit kleinen Texten und Gedichten.
Diese Kombination kann der Betrachter auf sich wirken lassen, er kann die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Bildern entdecken und – wenn er möchte – seine eigene Geschichte zu den Bildern erschaffen. DER GREIF ist für fünf Euro in der Kinowelt Dießen erhältlich. Eine Online-Bestellung ist auch möglich: www.dergreif-online.de. sja.
Foto:
Simon Karlstetter und Leon Kirchlechner präsentierten am Samstag Nachmittag die zweite Ausgabe von „DER GREIF“ im kult.café. Foto: Albinski