Sozialer Wohnraum für Dießen Günstige Mietwohnungen für fünfzig Personen – Fünf Millionen Euro Kosten. Von Petra Straub

Petra Straub  2. Dezember 2017

Rund fünf Millionen Euro kostet das Sozialwohnprojekt. Es sollen zwei barrierefrei zugängliche Gebäude mit 18 Wohnungen und Tiefgarage entstehen. Grafik: PSA Pfletscher und Steffan

Dießen – Rund fünf Millionen Euro kostet der geplante soziale Wohnungsbau in Dießen an der Ecke Neudießen/Von-Eichendorff-Straße nach der aktuellen Kostenschätzung. Das rechnete Dipl. Ing. Architekt Alexander Pfletscher am Montag bei der öffentlichen Marktgemeinderatssitzung vor. Während Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) von gut angelegten Steuermitteln, der Schaffung von Vermögenswerten und der Übernahme sozialer Verantwortung sprach, monierte Marktgemeinderat Michael Hofmann (Bayernpartei) freudig, Steuermittel auszugeben, obwohl mit einem drastischen Rückgang von Steuereinnahmen zu rechnen sei. Für den sozialen Wohnungsbau wird mit einem Zuschuss des Freistaats in Höhe von dreißig Prozent gerechnet.

Im April 2016 beschloss der Marktgemeinderat, Wohnraum für einkommensschwache Bürger zu schaffen und dafür eine Förderung in Anspruch zu nehmen. Es wurde der Bebauungsplan „Dießen Ia – Dießen Nord” für das knapp 2.000 Quadratmeter große Grundstück geändert, um die bauplanungsrechlichen Voraussetzungen für die Errichtung von zwei gleichgestalteten dreistöckigen Gebäuden zu schaffen. Nach einem Architektenwettbewerb im Frühjahr diesen Jahres erhielt das Büro Pfletscher und Steffan in München den Planungsauftrag. Die Genehmigungsplanung werde in Kürze fertiggestellt, versicherte Pfletscher am Montag.

Drei Wohnungen pro Etage – insgesamt 18 – sind geplant: zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen mit sechzig Quadratmetern für je zwei Personen und eine Wohneinheit mit hundert Quadratmetern für Familien. Insgesamt sollen künftig rund fünfzig Personen in den Gebäuden wohnen, die parallel und etwas versetzt angeordnet und über einen verglasten Eingangsbereich mit Fahrstuhl in der Mitte barrierefrei zugänglich gemacht werden.

Auch die Tiefgarage im Untergeschoss wird barrierefrei zu erreichen sein, der Baumbestand weitgehend erhalten. Zudem sind Neupflanzungen geplant. Im Freien werden Fahrradständer und zusätzliche Pkw-Stellplätze angelegt. Auf der Freifläche sind kleine Hausgärten und Terrassen möglich, informierte der Architekt. Zudem soll ein Aufenthaltsbereich mit Hausbaum und Sitzgelegenheiten zum Grillen und Feiern in der Nähe des Eingangs angelegt werden.

Die Satteldächer sind für eine Photovoltaikanlage geeignet, so Pfletscher. Es sei eine thermische Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung notwendig und auf dem östlichen Gebäude geplant. Die Häuser im „klassischen Erscheinungsbild” mit Kunststofffenstern entstehen in Ziegelbauweise und werden verputzt.

Meinungsverschiedenheiten gab es über die Dachkonstruktion. Thomas Höring (Freie Wähler) vertritt die Meinung, dass das fehlende Vordach zu Schäden am Putz führt. Auch Franz Kubat (Dießener Bürger) hätte sich ein Vordach als Schutz für das Mauerwerk gewünscht. Der Architekt erklärte, dass dies nicht notwendig sei und diese Bauweise auch den knappen Abständen geschuldet sei. Kirsch rief die bewusste Entscheidung für diese Bauweise im Rahmen des Wettbewerbs in Erinnerung. Die Gestaltung sei auch architektonisches Element.

„Wir wollen zügig voran kommen”, erklärte Kirsch. Seinen Angaben nach wird ein vorzeitiger Baubeginn beantragt. Seitens der Gemeinde könne das Projekt aus den Rücklagen, die sich aktuell auf rund neun Millionen Euro belaufen, finanziert werden. Von den knapp 100.000 Euro Miete jährlich könnten erneut Rücklagen geschaffen werden. Gemeinderätin Hanni Baur (SPD) ermunterte das Gremium, der Eingabeplanung und dem Grundsatzbeschluss mit der vorgelegten Kostenschätzung und dreißigprozentiger Förderung zuzustimmen. Mit dem Neubau werde „bezahlbarer Wohnraum für fünfzig Personen geschaffen”. Hofmann stimmte als einziger erneut gegen das Projekt. „Ihr seid im siebten Himmel des Zuschusses”, adressierte er an den Marktgemeinderat. Anfangs sei von weit weniger Kosten gesprochen worden. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass erst ein wesentlich kleineres Gebäude geplant gewesen sei, erklärte Hanni Baur, deren Fraktion den Antrag auf Sozialwohnungsbau gestellt hatte. Peter Fastl (Freie Wähler) hob die dreiprozentige Rendite des Bauprojekts hervor, und Marc Schlüpmann von den Grünen stellte die heimische Wirtschaft heraus, die von den Investitionen profitiere.