Neue Töne bei den Evangelischen Dominik Drogat neuer Jugendreferent in der evangelischen Ammersee-Gemeinde. Von Dagmar Kübler

Dagmar Kübler  2. Dezember 2017

Neu im Team der evangelischen Gemeinde am Ammersee-Westufer sind Johannes Krestel, der sein Freiwilliges Soziales Jahr leistet, und Dominik Drogat als Jugendreferent, rechts Pfarrer Jochen Eberhardt. Foto: Kübler

Ammersee – Mit „Star Wars” und „Herr der Ringe” lassen sich biblische Motive der Jugend näher bringen. Wie das geht, demonstrierte der neue Jugendreferent Dominik Drogat in seinem Einführungsgottesdienst. Die evangelische Gemeinde am Ammersee-Westufer hat einen neuen Jugendreferenten. Und dass dieser ein Mann des Wortes ist, wurde bei seiner ersten Predigt am Sonntag in der Christuskirche in Utting schnell deutlich. Die Stille war greifbar, das Lauschen fast hörbar, als Dominik Drogat der Gemeinde, darunter viele Jugendliche, seine Art von Jugendarbeit demonstrierte.

Wie kann der heutigen Jugend von Gott erzählt werden?

Wie kann der heutigen Jugend von Gott erzählt werden? Wie kann die Sprache der Bibel, die den jungen Menschen „alt, fremd und wie aus einer anderen Welt” vorkommt, ins moderne Verständnis übersetzt werden? Das demonstrierte der 26-jährige Religionspädagoge anhand des Verses „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet” (Jes. 66, Vers 13). Um Trost beziehungsweise das Untröstlich werden geht es auch bei „Star Wars”, einen bei der Jugend sehr beliebten Film, den Drogat als modernes Märchen bezeichnete. Für alle, die bislang keine Berührung damit hatten, fasste er die Handlung und vor allem die menschlichen Eigenschaften der Figuren wie Hartherzigkeit, Hochmut und Zorn anschaulich zusammen. „Diese Figuren versteht die Jugend, weil sie sich damit auseinander gesetzt hat. So kann man ihnen mit ihren eigenen Helden vor Augen führen, was diese Biblisches tun”, erläuterte Drogat. Das musikalische Urgestein der Christuskirche, Klaus Wieland, zeigte, dass sich das Filmmotiv von „Star Wars” auch in Kirchenmusik umsetzen lässt.

Die stellvertretende Dekanin Bärbel Ehrmann gab Dominik Drogat und Johannes Krestel, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kirchengemeinde absolviert, ihren Segen. „Wir feiern heute Ihren Anfang. Jedem menschlichen Anfang ist jedoch Gott zuvorgekommen, weil er mit uns etwas vor hat”, betonte sie. Beeindruckt zeigte sie sich von der Klarheit, mit der Drogat seine Arbeit als geistlichen Auftrag verstehe. „Es sind geführte Wege, die Sie hierher an den Ammersee geführt haben, bleiben Sie wunderfizig, sprich: neugierig.”

Dominik Drogat wurde 1991 in Bamberg geboren und wuchs in Marburg auf. Zuerst absolvierte er eine Ausbildung zum Chemisch Technischen Assistenten. Auf die Religionspädagogik stieß er in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr, das er im christlichen Freizeitheim Oberschlauersbach und beim Bayerischen EC Verband („Entschieden für Christus”) leistete. „Kinder und Jugendliche in ihrem Glauben zu begleiten hat mich begeistert, und somit habe ich danach Religionspädagogik in Nürnberg studiert”, schilderte Drogat.

Nach seinem Vorbereitungsdienst in Bobingen, wo er mit Jugendarbeit und Religionsunterricht betraut war, wechselte er nun am 1. September in seine erste Vollzeitstelle an den Ammersee. Drogat, der mit seiner Frau in Dießen lebt, wird unter anderem die Konfirmanten begleiten, aber auch Religion an verschiedenen Schulen im Landkreis unterrichten.

Wie Pfarrer Jochen Eberhardt erklärte, wird die Stelle des Jugendreferenten zur Hälfte von der Landeskirche finanziert, ein Viertel übernimmt der Staat aufgrund der Übernahme des Religionsunterrichtes und ein Viertel muss über Spenden eingeworben werden. „Wir sind deshalb auf Spender angewiesen. Bisher hat das gut funktioniert”, so Eberhardt.

Johannes Krestel macht Freiwilliges Soziales Jahr

Neu im Team und an der Gitarre eine musikalische Unterstützung in der Kirchenband, wie er während des Gottesdienstes zeigte, ist Johannes Krestel aus Utting, der nach dem Abitur sein Freiwilliges Soziales Jahr leistet. Krestel ist bereits seit seiner Konfirmationszeit eng mit der Kirchengemeinde verbunden und begleitete Jugendliche als Mentor. Eigentlich will er Informatik studieren, aber wer weiß, so Krestel schmunzelnd, vielleicht gerät er in den nächsten Monaten doch noch unter den Einfluss des Religionspädagogen Drogat.