Im Dienst an der Gesellschaft Kreisfeuerwehrverband in Holzhausen – Erfreulicher Anstieg bei Jugend – Aufnahmeriten nicht erlaubt. Von Dagmar Kübler

Dagmar Kübler  2. Dezember 2017

Der scheidende Kreisbrandmeister Johann Hagenbusch wurde von Kreisbrandrat Johann Koller (l.) und Landrat Thomas Eichinger (r.) zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt.

Das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wurde verliehen von Kreisbrandrat Johann Koller (l.) und Landrat Thomas Eichinger (r.) an: Benno Dirkes, Bernhard Sießmeier, Alfons Düringer und Thomas Schmid (Mitte, v. l.). Zweiter v. r.: Kreisbrandinspektor Nord Peter Kawohl.

Utting-Holzhausen – Der Kreisfeuerwehrverband Landsberg ist die Dachorganisation der 71 Feuerwehren im Landkreis Landsberg. Im vollbesetzten Saal der Bayerischen Verwaltungsschule in Holzhausen traf sich der Verband kürzlich mit den Leitern der Feuerwehren sowie tätigkeitsnahen Organisationen wie Polizei, THW und Bunkerfeuerwehren. Landrat Thomas Eichinger lobte dabei die gute Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und dem Verband. 2,15 Millionen habe der Landkreis heuer in Anschaffungen für die Feuerwehr investiert. Bestellt sei, so Eichinger, auch ein Toilettenwagen, so dass die Feuerwehrleute künftig bei langen Einsätzen nicht mehr nur „schnell ins Grüne” müssen. Für das Ausbildungszentrum, das in Pürgen angesiedelt werden soll, seien die Haushaltsmittel für den ersten Bauabschnitt freigegeben. Platz wäre dort auch für ein Dienstleitungszentrum, die Trägerschaft dafür läge jedoch bei den Gemeinden. „Ihre Leistung ist ein großes Pfund, mit dem unsere Gesellschaft wuchert, denn viele wissen nicht, was alles dahintersteckt, wenn man 112 wählt”, lobte Eichinger die Feuerwehrler. „Sie haben ein tolles Hobby, das nicht nur ein  Hobby ist, sondern ein Dienst an der Gesellschaft.”

Eichinger und Kreisbrandrat Johann Koller zeichneten zahlreiche Kommandanten und Stellvertreter für deren Leistungen aus (siehe Infokasten). Gedacht wurde dem kürzlich verstorbenen Ehren-Kreisbrandrat Fritz Stauber. Mit großem Dank aus dem Dienst verabschiedet wurden die Kreisbrandmeister Jörg Kosanke, Thomas Schmid und Johann Hagenbusch. Hagenbusch, seit 1978 bei der Feuerwehr, aktiv bei der Feuerwehr Leeder und tätig bei der Kreisbrandinspektion Landsberg, wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernennt, eine erstmalige Auszeichnung im Landkreis Landsberg. Als neue Mitglieder wurden begrüßt Tobias Kettner, Kreisbrandmeister für den Abschnitt zwei, sowie Bernhard Glatz, zuständig für Abschnitt sieben, außerdem Stefan Zander, dessen Aufgaben im Bereich der EDV liegen. Markus Graf aus Scheuring und sein Stellvertreter Thomas Lindner aus Pflugdorf-Stadl übernehmen das Amt von Jörg Kosanke als Leiter der Kreiseinsatzzentrale.

3.822 Mitglieder

Wie Johann Koller ausführte, hat der Kreisfeuerwehrverband 2.815 aktive Mitglieder, 243 davon sind weiblich. Zählt man die 491 Jugendlichen, davon sind 114 Mädchen, dazu, liegt der Mitgliederstand bei 3.320. Zusammen mit den 3.822 passiven Mitgliedern sind 7.685 Menschen bei der Kreisfeuerwehr organisiert. Zufrieden sei man mit dem Zuwachs bei der Jugend, so Koller, der über dem bayernweiten Schnitt liege. 2.832 Einsätze haben die Freiwilligen 2016 absolviert mit insgesamt rund 27.000 Einsatz- und 7.100 Inspektionsstunden; 2014 waren es 2.254, 2015 3.040 Einsätze gewesen. „Rund 35 neue Fahrzeuge wurden heuer im Landkreis beschafft”, so Koller und bedankte sich bei den Kommunen, denn alles sei reibungslos über die Bühne gegangen, ebenso wie die Großveranstaltungen, bei den die Feuerwehren im Einsatz waren, nämlich der Penzinger Flugtag und das Kaltenberger Festival.

Neue Ausbildungen

Weniger Erfreuliches brachte Bernhard Glatz von der Feuerwehr Igling zur Sprache. Er ist zuständig für die Brandsimulationsanlage, die von den örtlichen Wehren ausgeliehen, jedoch leider oft in nicht gereinigtem Zustand zurückgegeben wird. „Das geht auf die Lebensdauer und verursacht hohe Reparaturkosten”, mahnte Glatz. Es sei bekannt geworden, dass bei manchen Feuerwehren „Aufnahmeriten” wie Abspritzen oder Untertauchen bei neuen Mitgliedern durchgeführt wurden, berichtete Koller. Videos davon seien im Internet aufgetaucht. Dagegen wird vorgegangen, Beteiligte müssen die Feuerwehr verlassen.

Für zwölf Jahre als Kommandant oder stellvertretender Kommandant wurden von Kreisbrandrat Johann Koller (l.) und Landrat Thomas Eichinger (r.) geehrt: Hubert Reindl, Erwin Prestele, Markus Rietig und Johann Heinrich (Mitte, v. l.). Fotos (3): Kübler

Kreisbrandmeister-Ausbilder Helmut Premauer stellte den Kommandanten die neu ausgerichtete Modulare Truppausbildung vor, die im Alter von 15 Jahren begonnen wird. Für 2018 seien vier Lehrgänge geplant. Feuerwehrleute kommen oft als erste an einen Unfallort. Dort treffen sie nicht nur auf Verletzte, sondern auch auf Zeugen und Angehörige. Wie kann man angemessen mit ihnen umgehen und sprechen? Das kann ab Ende 2018 in einem neu konzipierten Tageskurs „Psychosoziale Notversorgung Kommunikation” gelernt werden. Diesen erläuterte Feuerwehr-Seelsorger Franz Bauer vom Peer-Team. Ziel sei, in jeder Wehr einen solchermaßen geschulten Ersthelfer auszubilden, so Bauer. Der Kreisfeuerwehrverband verfügt über ein Guthaben von rund 19.000 Euro, wie der scheidende Kassier Johann Hagenbusch ausführte. 1999 habe er dieses Amt „auf’s Auge gedrückt bekommen”, nun gebe er es ab. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein neuer Kassier an diesem Abend nicht zu finden war. Johann Koller zeigte sich wenig überrascht, denn bereits im Vorfeld habe er auf seine Anfragen nur Absagen bekommen.