„Euer Wirken bleibt unvergessen“ Gemeindereferentin Renate Heggmaier und Pater Jakob verabschieden sich von Pähl-Fischen

Dr. Sabine Vetter  16. August 2017

Seit acht Jahren ist Pater Sajimon Philip Panankala, alle nennen ihn Pater Jakob, für die Pfarrgemeinschaft Raisting und Pähl-Fischen tätig, Renate Heggmaier 16 Jahre. Beide nahmen am Sonntag in der Pähler Kirche St. Laurentius gemeinsam ihren Abschied. Fotos (3): Vetter

Pähl – Seit acht Jahren ist Pater Sajimon Philip Panankala, alle nennen ihn Pater Jakob, für die Pfarrgemeinschaft Raisting und Pähl-Fischen tätig, Renate Heggmaier 16 Jahre. Beide nahmen am Sonntag in der Pähler Kirche St. Laurentius gemeinsam ihren Abschied. Pfarrsekretärin Heggmaier übernimmt eine neue Stellung in Dießen, der Pater geht zurück nach Indien. Am 20. September geht sein Flug. Die Gemeinde Pähl-Fischen feierte den ersten Akt des „Abschieds auf Raten”. Kommenden Sonntag findet der zweite Akt in Raisting statt. Die Heilige Messe in St. Laurentius zum Abschied von Pähl fiel auf den Sonntag, an dem zugleich das Patrozinium der Kirche gefeiert wurde. Laurentius ist ihr „Patron”, ihr Schutzheiliger. Er war Diakon in Rom, starb am 10. August im Jahr 258 dort als Märtyrer, er wurde verbrannt. Pater Jakob nahm das Leben von Laurentius zum Thema seiner Predigt.

Im Pfarrgemeindezentrum gab es anschließend an die Messe Gelegenheit für die Pähler Bürger, sich von Renate Heggmaier und Pater Jakob persönlich zu verabschieden.

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„Abschied heißt für euch auch Hallo”

Er berichtete vom Schicksal, das dieser erleiden musste, weil er als Schatzmeister das Geld unter den Bedürftigen verteilte und das Leben eines jeden Menschen zum eigentlichen Schatz der Kirche erklärte, für den der Papst Verantwortung trage. Laurentius sei ein Vorbild: „Für ihn gab es kein unwertes Leben. Auch in schwierigen Zeiten stand er zu den Menschen. Wir müssen die Augen aufhalten, den Platz finden, wo wir gebraucht werden, offen aufeinander zugehen.” Vielleicht weist dies auch ihm selbst nun den Weg nach Indien zurück? Umrahmt von seiner Schar Ministranten dankte Pater Jakob allen, die ihn bei seiner Arbeit hier unterstützten und bat jene um Verzeihung, denen er vielleicht Unrecht tat. Kirchenpfleger Willi Fremmer und Pähls Zweiter Bürgermeister Alexander Zink hoben hervor, wie gut und freundschaftlich die Zusammenarbeit in allen Gremien war, jetzt gäbe es nun einen „schmerzlichen Abschied”, aber das Wirken des Paters und der Gemeindereferentin bleibe unvergesslich. „Danke, dass ihr bei uns in Pähl Halt gemacht habt”, ruft Zink den beiden zu. Über 15 Jahre hat Pater Jakob nun in Deutschland verbracht, die letzten acht davon hier. Für Renate Heggmaier waren es 16, jetzt nimmt sie in Dießen auch die Position der Gemeindereferentin ein. Ihr Wirken in Pähl war besonders geprägt durch ihre Arbeit mit den Kindern. „Sie war immer dort, wo sie gebraucht wurde”, hörte man von ihren Begleiterinnen im Pfarrgemeinderat immer wieder. Sie präsentierten nach der Messe im Pfarrgemeindezentrum eine Diashow, die viele Pähler Stationen der beiden Abschiednehmenden noch einmal in Erinnerung brachte.

Doch bei aller Traurigkeit, nun ohne sie zurechtkommen zu müssen, schwingt auch die Freude auf das Neue mit. Denn die beiden haben ihre Veränderungen gewünscht und mitentschieden, sie freuen sich auf ihre neuen Aufgaben. Und die Pähler Gemeinde wird demnächst einen neuen Pfarrer begrüßen.

Heggmaier versicherte jedoch: „Ich vergesse nichts und niemanden.” Man wird ihr immer wieder über den Weg laufen, so Zink in seiner Ansprache, sie bleibe ja auch in Pähl wohnen. Mit Pater Jakob in Indien sei es da etwas schwieriger. Als Übergang zur nächsten Station ertönte, nachdem bis dahin der Pähler Kirchenchor die Messe musikalisch begleitet hatte, zum Abschluss geistliche indische Musik in der Kirche St. Laurentius. Pater Jakob sang ein Gebet in seiner Muttersprache.

Pater Jakob bei seiner letzten Messe in der Pähler Kirche St. Laurentius. Umgeben von seinen Ministranten feierte er mit vielen Gemeindemitgliedern einen berührenden Abschied.