Mit Foto-Truck auf Radltour Der Dießener Walter Wehner hat ein mobiles Fotostudio

Alois Kramer  8. August 2017

Walter Wehner (l.) mit BR-Moderator Roman Roell im fahrbaren Fotostudio bei der BR-Radltour. Foto: David Köhler

Dießen/Memmingen – Eigentlich ist der Photograph Walter Wehner immer in seinem Studio in Dießen zu finden. Wenn er nicht gerade Stills für Filme macht, Werbefotos schießt, berühmte und weniger berühmte Menschen porträtiert oder mit der BR-Radltour unterwegs ist.

Seine Standfotos hängen in den Schaufenstern der Kinos aus, um einen Eindruck des Spielfilms zu vermitteln. Vor Kurzem photografierte er bei den Dreharbeiten zur neuen Folge der „Kleinen Hexe“ in Quedlinburg und in der Schweiz. Am 1. Febuar 2018 kommt der Familienfilm mit Karoline Herfurth und Suzanne von Borsody in die Kinos. Zu seinen Klienten zählen Schauspieler wie Matthias Brandt und Diana Ampft. Brandt ist aus Polizeiruf 110 bekannt, Amft aus der Serie „Doctor‘s Diary“.

Seit vorigem Samstag ist der umtriebige Dießener mit seinem Foto-Truck bei der traditionellen Sommerradltour des Bayerischen Rundfunks dabei. Von außen sieht der Laster aus wie ein Original-UPS-Truck, mit dem Pakete ausgeliefert werden. Der Mitfünfziger hat einen deutschen Nachbau, Baujahr 1979, des legendären amerikanischen Gefährts erworben und innen komplett umgebaut.

Dort befinden sich Fotodrucker, Lichtanlage und ein Computer. Er kann beliebige Hintergründe fürs Foto einspielen. Bevor die Radfahrer an der Tagesetappe eintreffen, platziert Wehner sein Studio. Am Donnerstag stand das Gefährt in der Memminger Fußballarena am Mittwoch auf der Waitzinger Wiese in Landsberg.

„Die Fotos sind ein Service, den der BR und ich den Radlern kostenlos bieten. Wir stehen etwa ab 16 Uhr an der Tagesetappe bis etwa 23 Uhr. Am Mittwoch waren wir in Landsberg zu finden. Dann kommen die Teilnehmer in den Truck und lassen sich fotografieren. An normalen Tagen sind es 300, wir haben aber auch Spitzen bis zu 600 Fotoshootings.

Einpersonenfotos und Gruppenporträts mit bis zu elf Personen können aufgenommen werden. Das ist dann anstrengend. Macht jedoch Spass.“ Bei 600 Fotointeressierten macht das 85 Bilder in der Stunde. Mehr als eins pro Minute und das sieben Stunden lang.

Heuer ist Wehner zum ersten Mal mit dem Truck auf Tour. Die Jahre zuvor hatte er einen klassischen Bahnhofsautomaten im Anhäger dabei: Reinsetzen, sich kurz zurecht machen, lächeln. Das haben viele von uns schon erlebt. Kam gut an, meint Wehner.

Allerdings war das 400-KilogrammPassbild-Ungetüm etwas unpraktisch, meint der Dießener. Das Monster stellte es bereits bei einem Puls-Festival des bayerischen Staatsfernsehen auf.

Am Freitag war der Abschluss der Tour in Sonthofen im Allgäu. Das war auch die letzte Station für Walter Wehner. Dann fuhr er den UPS-Laster wieder nach Dießen.

Bis zur nächsten Radl-Tour oder für andere Veranstaltungen, wie das BR3 Dorffest. Das hatte er voriges Jahr schon mit seinem fahrbaren Studio begleitet.