Votum für Umbau von Villa Grünes Licht vom Bau- und Umweltausschuss Dießen – Jetzt prüft Behörde

Petra Straub  21. Juli 2017

Stimmen die Fachbehörden zu, kann der Eigentümer des denkmalgeschützten Anwesens in Lachen-Gassenacker in Dießen anbauen, das Dach des Bestandsgebäudes anheben und eine zweite Wohneinheit angliedern. Foto: AK-Archiv

Dießen – Es ist ein langer Weg bis zur Baugenehmigung für einen Bauwerber, der in der Straße Lachen-Gassenacker in Dießen zusätzlichen Wohnraum für seine Töchter schaffen will. 2013 plante er den Abbruch des markanten Landhauses sowie einen Neubau. Ein Jahr später stellte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Villa am nördlichen Ortsrand von Dießen unter Denkmalschutz. Die anschließend beantragte Sanierung und Erweiterung im Südwesten des Gebäudes Ende 2016 wurde nicht genehmigt. Am Montag stimmte der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde nun mehrheitlich einem Anbau zu. Jetzt prüft die Behörde.

Der Bauwerber erbte den zweigeschossigen, holzverschalten Flachdachbau von seiner Adoptivmutter, die das Gebäude als Zweitwohnsitz nutzte. Künftig soll es als Erstwohnsitz dienen und zu diesem Zweck zeitgemäß ausgestattet und um eine Wohneinheit erweitert werden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte bereits Ende Mai signalisiert, den geplanten Lösungsvorschlag des Bauwerbers zu akzeptieren. Er sei zwar „nicht vollständig befriedigend”, werde jedoch aufgrund des für den Bauwerber „eher unglücklichen Verlaufs der Unterschutzstellung des Anwesens” hingenommen, hieß es in der Stellungnahme von Dr. Thomas Hermann.

Geplant ist ein Anbau in zurückhaltender Gestaltung. Dafür muss ein kleiner Eingangsvorbau von 5,60 Quadratmetern an der nordwestlichen Gebäudeseite abgebrochen werden. Der zweigeschossige Anbau mit dem überdachten Eingangsbereich für die beiden Wohneinheiten wird rund fünfzig Quadratmeter groß und entsteht im Westen des Landhauses. Die Grundfläche des Gebäudes mit aktuell knapp hundert Quadratmetern beläuft sich künftig auf rund 150 Quadratmeter. Der Dachstuhl des Bestandsgebäudes soll um dreißig Zentimeter angehoben werden, damit die Raumhöhen im Obergeschoss für eine dauerhafte wohnliche Nutzung ausreichen. Laut den Ausführungen des örtlichen Bauamts wirkt sich die Höhenkorrektur aus der Entfernung kaum auf das Erscheinungsbild des Gebäudes aus.

Das Gebäude liegt laut Straßenverzeichnis von 1986 an einem Fußgängerweg. Die Nutzung dessen sei vor Jahren beim Bau der Garage auf dem Grundstück sehr beeinträchtigt gewesen, erinnerte Ausschussmitglied Jürgen Zirch (CSU) und bat, dies bei der anstehenden Baumaßnahme zu berücksichtigen. Da das Gebäude künftig nicht nur mehr als Wochenendhaus, sondern dauernd genutzt werde, sei die Erschließung zu prüfen, so Ausschussmitglied Marc Schlüpmann (Grüne). Michael Hofmann (Bayernpartei), der einst die Unterschutzstellung des Anwesens im Stil der Neuen Sachlichkeit 1929/30 vorangetrieben hat, fragt sich, weshalb das Haupthaus im Zuge des Umbaus verändert wird und dort eine Dacherhöhung vorgenommen wird.

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Fachbehörden prüfen Bauantrag

Bereits im Dezember 2016 hatte der Bauwerber einen Anbau (damals im Südwesten des Bestands) mit einer Dacherhöhung von einem halben Meter beantragt, der jedoch vom Gemeindegremium abgelehnt worden ist. Wie Schlüpmann sprach sich auch Hofmann am vergangenen Montag gegen die Baugenehmigung nach der aktuellen Planung aus.

Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) will die Erschließung prüfen. Nun muss abgewartet werden, ob auch die Fachbehörde im Landratsamt Landsberg der Baumaßnahme im Außenbereich zustimmt.