„Alles nur geklaut“ Sommerkonzert des Ammersee-Gymnasiums in Dießener Augustinum

Romi Löbhard  21. Juli 2017

Der Chor des Gymnasiums unter Leitung von Hans Gruber ist ein gut ausgebildetes Ensemble. Foto: Löbhard

Dießen – „Das Ammersee-Gymnasium bekommt (einen) Flügel.“ Seit einiger Zeit wird unter dieser Prämisse eifrig gesammelt und gespendet, damit die Schule am See einen Konzertflügel anschaffen kann. Warum der unbestimmte Artikel aber in Klammern steht, das erläuterte Schulleiter Alfred Lippl bei den beiden Sommerkonzerten des ASG, die erstmals nicht in der Schule, sondern im Saal des Wohnstifts Augustinum stattfanden.

Das eine sei der Flügel, der wenn alles klappt, beim Weihnachtskonzert 2017 eingeweiht werden könne. Damit solle aber auch ausgedrückt werden, dass das ASG, dass die Schüler Flügel bekommen. „Wir möchten nicht nur die Schule am Ortsrand von Dießen sein“, so Lippl, „sondern uns verstärkt auch öffnen.“ Die Premiere im Augustinum sei ein Schritt in diese Richtung. Der Erfolg gibt der Schulgemeinschaft Recht: Zwei Mal war der Konzertsaal voll besetzt, konnten die Ensembles der Schule vor vielen begeisterten Zuhörern musizieren.

Die Musiklehrer der Schule hatten unter dem Titel „Alles nur geklaut“ ein unterhaltsames Programm vorbereitet und mit dem musikalischen Nachwuchs während vieler Proben einstudiert. „Geklaut“ war nicht nur der Titel bei den „Prinzen“, sondern auch die vielen arrangierten Musikstücke bei den jeweiligen Komponisten und selbst diese hatten sich zuweilen bei Kollegen bedient, wie sich während des Konzerts mehrfach herausstellen sollte.

Lou Gleixner und Marie Roller führten höchst professionell und abgeklärt, mit viel vorbereitetem Wissen und verschiedentlich eingestreuten Bonmots durch den Abend. Zum Auftakt führte Schüler Florian Poppen das Juniororchester – fünf Querflöten, eine Klarinette, eine Violine ein Violoncello – sicher durch zwei von Musiklehrer Lothar Ringmayr arrangierte Stücke, eine Komposition von Leopold Mozart und traditionelle Klezmermusik. Der Unterstufenchor (Leitung Anette Maas) hatte sich bei Carol King, Pocahontas und Bruno Mars bedient. Begleitet von einer kleinen Combo, innerhalb der die Instrumente wechselten, sang der Nachwuchs sehr sicher und mit viel Esprit. Wunderbar sentimental fügte sich das Glockenspiel bei „Colors of the Wind“ ein und die Choreografie zum Bruno Mars Hit „Count on me“ brachte zusätzlich Pep in den Vortrag. Die große Einheit der Schulfamilie am ASG spiegelte sich in der Bigband. Schüler Lehrer, Hausmeister – alle musizierten gemeinsam und mit sehr viel Freude und Spaß. Selbst Leiter Lothar Ringmayr hatte mit seinem Saxophon unter den Musikern Platz genommen und gab nur jeweils einführende Taktvorgaben. Das klappte hervorragend, die Band verstand es, mit „Hello Dolly“ oder „Sing, sing, sing“ ordentlich Stimmung zu machen.

Der Chor (Leitung Hans Gruber) präsentierte sich als sehr gut ausgebildetes Ensemble, das die Mehrstimmigkeit egal ob Beatles-Hit oder mittelalterlicher Oswald von Wolkenstein, verinnerlicht hat. Freddy Mercurys „Bohemian Rhapsody“ mit vom Komponisten darin versteckten vielen „geklauten“ Musikstilen, war eine echte Herausforderung. Und noch dazu ohne direkt sichtbaren Leiter, denn Gruber hatte dafür am Klavier Platz genommen und unterstützte gemeinsam mit einer Combo den Gesang.

Das Orchester (Leitung Anette Maas) hatte Witziges, zum Motto des Abends Passendes einstudiert: In der „English Suite“ waren alte Tänze versteckt, überhaupt habe der Komponist gern in der Musik des Barock gewildert, wussten die beiden Moderatorinnen.

Noch heißer wurde es beim „Instant Condert“. 30 Titel innerhalb von drei Minuten, das war eine weitere, echte Herausforderung für die Musiker. Nach der kultigen Filmmusik aus dem Klassiker „Die glorreichen Sieben“ war noch nicht ganz Schluss. Der „kleine grüne Kaktus“ fiel zwar niemandem aufs Haupt, das mit dem Text ausgestattete Publikum wurde aber zum Mitsingen aufgefordert.