Zwei Wochen, 38 Veranstaltungen Am 24. Juni starten die ersten Kreiskulturtage des Landkreises Landsberg am Lech

Alois Kramer  4. April 2017

Präsentatieren das Programm im Atelier von Annunciata Foresti im ehemaligen Dießener Stellwerk, v. l.: Nue Ammann, Wolfgang Lösche, Nathalie Robinson, Thomas Eichinger, Katalin Fischer, Annunciata Foresti und Maren Martell. Foto: Kramer

Dießen – Fürstenfeldbruck hat sie schon, Weilheim-Schongau hätte sie gerne, Starnberg hat sie nicht, aber Landsberg hat sie jetzt auch: Kreiskulturtage. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag im zum Atelier umgebauten Dießener Stellwerk präsentierte die Künstlerin Annunicata Foresti zusammen mit Landrat Thomas Eichinger das Programm der Kreiskulturtage 2017. Die finden vom Samstag, 24. Juni, bis Sonntag, 9. Juli unter dem Motto „Schnittstelle Heimat“ statt. Seit Kurzem liegt die Broschüre mit allen Daten zu den 38 Veranstaltungen in Rathäusern der Region, Fremdenverkehrsämtern und sonstigen Hotspots aus.

Die Malerin und Kreisrätin Foresti (GAL) trug die Idee einer konzentrieten Präsentation des Kunstschaffens im Landkreis bereits lange mit sich. Im Juni vorigen Jahres bekam sie vom Kreistag grünes Licht für ihr Vorhaben. Der Kreisausschuss stellte ein Budget von 50.000 Euro zur Verfügung.

Neun Monate dauerte es, bis alles stand. Die Künstlerin war unermüdlich auf der Suche, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, das die verschiedenen Bereiche, in denen Künstler tätig sind, abdeckt. So finden sich Tanz, Theater, Film, Lyrik, Literatur, Bildende Kunst und Baukultur zusammen, um zu zeigen, welch‘ faszinierende Aspekte das Thema „Heimat“ in unserem Landkreis hat.

Landrat Thomas Eichinger betonte den Zweck der Kreiskulturtage „die Kultur im Landkreis abzubilden und die regionalen Kulturlandschaften noch attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Die Kulturwochen bieten dem Landkreis die Chance, den zeitgenössischen, heimischen Kulturreichtum zu zeigen“. Tatsächlich ist es Annunciata Foresti gelungen, eine Synthese aus Kunstausstellungen, musikalischen Vorführungen und künstlerischen Workshops zu schaffen. Neun Monate dauerte es, bis alles stand.

Mit der feierlichen Verleihung des Kulturpreises an den Epfenhauser Bildhauer, Restaurator und Kunsthistoriker Bert Praxenthaler an einem Galaabend, im Stadttheater Landsberg, am 24. Juni beginnt der gut zweiwöchige Kulturmarathon durch den Landkreis. Katalin Fischer, Autorin und Regisseurin aus Dießen, bespielt die nahezu mythischen Huber-Häuser in der Dießener Johannisstraße mit ihrer virtuellen Companie, in der auch mehrere syrische Flüchtlinge mitwirken, unter dem Titel „Wer den anderen..“.

Nathalie Robinson lässt ihre musikalische Fassung vom Aschenputtel aktualisiert wieder auferstehen und Nue Ammann thematisiert „Mutter:Sprache – Vater:Land“ in ihrer Ausstellung im Foyer des Historischen Rathauses. Eine der Höhepunkte wird der Auftritt der Kultband „Quadro Nuevo“ mit ihrem Konzert „Grand Voyage“ am Samstag, 1. Juli, in Hurlach sein. Erik Müller präsentiert „Luthers Soundtrack“, eine Hommage an den großen Reformator, am Sonntag, 25. Juni, in der reizvollen kleine Kapelle St. Gangwolf, in Dornstetten.

Lösche-Keramik zeigt mittelalterliche Technik des Schwarzbrandes

Die Identität stiftende Funktion der sensationellen Keramikfunde thematisierte Wolfgang Lösche bei der Programmpräsentation. Durch diese hätte die Marktgemeinde Dießen erst eine neue Stellung in ihrer Geschichte gefunden. Lösche-Keramik zeigt die Ausgrabungsfunde im Werkstattmuseum. Demonstriert werden zudem die Fayencemaltechnik und die mittelalterliche Technik des Schwarzbrandes. Wolfgang Lösche wies darauf hin, dass selbst Kleinstgruppen eine Führung bekämen. Weitere Informationen unter www.kreiskulturtage-landsberg.de.

Der Lyriker Anton G. Leitner ist im Schondorfer Landheim mit weiteren Poeten „Der Heimat auf den Versen“, in Kaufering führt das Puppenspiel „Am Schnürl“ das Marionettenstück „Heini Weltenbummler und der Zauberhut“ auf und geht der Frage nach „Heimat, was ist das?“.

Der am Ammersee lebende Maler Werner Kroener spricht bei Sebastian Goy in Dießen über die Macht der Bilder. Die Künstlerin Eva Zenetti zeigt im denkmalgeschützten Rochlhaus in Thaining die Kunstinstallation „Schundschicksal“.