Mehr Kinder, weniger Trauungen Ortsversammlung Riederau – Beherrschende Themen Mobilfunkmast, Bahnübergang und Asylbewerber

Alois Kramer  17. März 2017

Ein wichtiges Thema war am Dienstagabend der Mobilfunkmasten in Riederau. Kirsch erläuterte den Rechtsstandpunkt. Foto: Kramer

Dießen – Mit einem Parforceritt durch die Zahlen der Marktgemeinde Dießen – Einnahmen, Ausgaben, Besonderheiten – eröffnete Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch die erste von fünf Ortsversammlungen der Marktgemeinde am Mittwochabend im Kramerhof in Riederau.

Rund 60 Bürger waren gekommen, um aus erster Hand Informationen über die Arbeit und die Finanzen der Gemeinde zu bekommen und auch kritische Fragen zu stellen. Weniger als die Jahre zuvor.

„Die Ortsversammlung Riederau ist spannender als die Tagesschau”, reimte das Gemeindeoberhaupt mit Blick in die Runde. Ein die Diskussion beherrschendes Thema ging um den Mobilfunktmasten an der Ringstraße in Riederau. Unmittelbare Anwohner argumentierten mit der starken Strahlenbelastung und forderten ein Überdenken des Standortes. Kompromisslösungen, so Eva Seidl, eine der Wortführerinnenen seien in zahlreichen bayerischen Kommunen erreicht worden, Beispiel Starnberg, wenn die Verwaltung willens wäre, hier aktiv zu werden. Herbert Kirsch stellte lapidar fest, dass man die „Rechtslage anschauen muss”. Wenn der Anspruch auf Baugenehmigung erfüllt sei, dann müsse die Baugenehmigung auch erteilt werden. Anders als etwa in St. Georgen, wo ein Mobilfunktmasten durch die Solidarität der Bürger verhindert worden sei – keiner hatte sich bereit erklärt auf seinem Dach einen Mobilfunkmasten installieren zu lassen – sei die Lage in Riederau.

Eva Seidl forderte, dass die Strahlenbelastung nicht mehr werde als bisher. Angesichts des neuen G 5 Standards der Mobilfunkbetreiber, wollte Bürgermeister Kirsch sich kundig machen – „Wir werden der Sache nachgehen” – und sich mit Eva Seidl in Verbindung setzen.

Die Zahl der Asylbewerber in der Marktgemeinde wollten einige Teilnehmer wissen und wer die Wohnungen finanziere. Derzeit, so Kirsch lebten rund 100 Asylbewerber in Unterkünften in Dießen, die entweder vom Landratsamt Landsberg oder vom Freitstaat Bayern angemietet worden sind und auch von diesen bezahlt werden.

Lediglich die Stelle von Eva Aviles, der Beraterin für anerkannte Flüchtlinge werde von der Marktgemeinde zu einem Viertel zusammen mit der AWO mitfinanziert. Kirsch betonte dabei auch den Zusammenhang von Asyl und Wirtschaftsaufschwung, den man nicht übersehen dürfe.

Die Bauarbeiten zur Einmündung vom Curry-Park auf die Staatsstraße in Riederau werde noch in der Mitte des Jahres, also Juni oder Juli in Angriff genommen und sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein – und die Stelle wird selbstverständlich auch beleuchtet, wie Kirsch auf die Frage eines besorgten Bürgers antwortete.

Um den längst fälligen Umbau des Bahnübergangs in Riederau voranzutreiben, habe er, so erklärte der Bürgermeister, einen Brief an den Verkehrsminister Dobrindt geschrieben, der aus dem Nachbarlandkreis Weilheim stammt. Zögerlich sei die Bundesbahn, während das Straßenbauamt auf eine Realisierung dränge.

Die hohen Kosten beim Umbau des Kiosks in der Carl-Orff-Schule mit rund 350.000 Euro begründete der Gemeindechef mit den Brandschutzauflagen, die zu erfüllen seien. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Schneizlreuth im Berchtesgadener Land, wo bei einer Brandkatastrophe sechs Menschen ums Leben kamen und nun der Alt-Bürgermeister sich vor Gericht verantworten muss, weil eine Feuerbeschau in dem abgebrannten Objekt nicht durchgeführt wurde.

Mehr Kinder, weniger Trauungen, weniger Sterbefälle, das ist das Fazit zur Bevölkerungsentwicklung im vorigen Jahr, so Herbert Kirsch. Einem Bürger war wichtig zu wissen, was denn nun die offizielle Schreibweise von Dießen sei. Natürlich mit scharfem „ß”, meinte stolz Herbert Kirsch.