Huber-Häuser vor Verfall schützen Marktgemeinderat Dießen investiert rund 100.000 Euro

Petra Straub  14. März 2017

Die Huber-Häuser (l.) werden saniert. Der Marktgemeinderat hat entschieden, rund 100.000 Euro dafür zu investieren. Foto: Straub

Dießen – Die Marktgemeinde Dießen will das Notwendigste veranlassen, um den Bestand der Gebäude der ehemaligen Druckerei Jos. C. Huber KG in der Johannisstraße 11 bis 15 zu sichern. Rund 100.000 Euro werden investiert, entschied das Ratsgremium bei der vergangenen Zusammenkunft im Rathaus mit zwei Gegenstimmen. Nun werden die entsprechenden Gewerke ausgeschrieben.

Wie Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) erklärte, sei die Marktgemeinde Eigentümerin der Liegenschaft und im Grundbuch eingetragen. Im Oktober 2013 verstarb die bisherige Eigentümerin Charlotte Zaller, die die Huber-Häuser an die Marktgemeinde vermachte. Doch es gibt einen Vertrag zwischen den ehemaligen Eigentümern Hans und Charlotte Zaller mit dem Verleger Dr. Herbert Fleissner, der Fleissner mit der Übernahme der Druckerei und diverser Zahlungsverpflichtungen ein Ankaufsrecht zusichern soll. Fleissner ist im November vergangenen Jahres verstorben. Ob seine Erben Ansprüche geltend machen beziehungsweise geltend machen können, ist unklar. Noch bis 2019 besteht offenbar die Möglichkeit dazu.

Bis auf zwei Ratsmitglieder sprachen sich alle dafür aus, in die Renovierung zu investieren, um die Gebäude vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Teile des aus drei Gebäuden bestehenden Ensembles auf 2.450 Quadratmetern Grund sind vermietet. Eine von fünf Wohnungen wurde unlängst renoviert. Muss das Erbe am Ende doch abgegeben werden, will die Marktgemeinde alle Investitionen geltend machen und notfalls prozessieren, so Kirsch.

92.000 Euro hat die Planbau GmbH in Dettenschwang für die Überarbeitung der Huber-Häuser in Dießen veranschlagt, informierte Kirsch. Zusammen mit den Planungskosten rechnet er mit insgesamt 100.000 Euro Sanierungskosten. Die Unterkostruktion und das Dach müssen repariert werden, zudem die Fassade. Es fallen Maler-, Glaser- und Abbrucharbeiten an und Kosten für Entsorgung. Die Innenhof-Überdachung aus Glas zu erneuern, riet Marktgemeinderatsmitglied Michael Behrendt (UBV), der das „spezielle Raumerlebnis“ unter der Dachkonstruktion erwähnte. Sie abzumontieren und nicht zu ersetzen, ist der Vorschlag von Gemeinderatsmitglied Thomas Hackl (Freie Wähler), der befürchtet, dass das Dach nur schwer abgedichtet werden kann. Edgar Maginot (CSU) sieht keinen Grund, das Glasdach zu erhalten, weil die Überdachung des Ladehofs nicht mehr gebraucht werde.

Das Gebäude an der Ortsdurchfahrtsstraße auf alle Fälle zu erhalten, forderte Franz Kubat (Dießener Bürger).

Kirsch hat die Hoffnung, dass die Kommune Eigentümerin bleibt und das Gebäude nicht abgebrochen werden muss. Schließlich hätte der mögliche Erbe schon lange seinen Trumpf ziehen können, sagte er.

Weil sich die Marktgemeinde im Falle der Erbberechtigung nichts vorwerfen lassen wolle, plädierte er für eine Überarbeitung des Bestands. Anders sieht das Johannes Grosser (CSU). Er glaubt nicht, dass der mögliche Erbe, falls tatsächlich erbberechtigt, verzichtet. Schließlich könne allein für das Grundstück ein bestimmter Wert erzielt werden, so Grosser. Er stimmte gegen die Sanierung, die er als „Fass ohne Boden“ bezeichnete.

Antoinette Bagusat (Dießener Bürger) regte an, für die Mitglieder des Marktgemeinderats vor Baubeginnn noch einmal eine Führung in den Huber-Häusern durchzuführen, damit sich alle einen Eindruck von der Substanz machen können.

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Heimatverein zum Thema Huber-Häuser

Der Heimatverein Dießen will Teile des leerstehenden Gebäudes für kulturelle Veranstaltungen nutzen und darüber sowie über die geplante Dacherneuerung mit den Mitgliedern bei der Hauptversammlung am Freitag, 24. März, um 20 Uhr im Wirtshaus am Kirchsteig sprechen.