Feuerwehrgerätewart gesucht! Marktgemeinerat Dießen entschließt sich zur Schaffung einer Planstelle in Vollzeit

Petra Straub  14. März 2017

Die aktiven Feuerwehrleute aus der Marktgemeinde und den Ortsteilen (Archivfoto vom Hochwassereinsatz in Polling im Juni vergangenen Jahres) sollen künftig bei der ehrenamtlichen Arbeit entlastet werden und weniger Zeit für die Gerätewartung aufwenden. Foto: AK-Archiv

Dießen – Mit der Entscheidung, im aktuellen Haushalt der Marktgemeinde einen Betrag von 42.000 Euro für einen hauptamtlichen Gerätewart der Feuerwehr zu berücksichtigen, stellte der Marktgemeinderat im Februar die Weichen für ein neues Anstellungsverhältnis. Bei der vergangenen Zusammenkunft wurde das Gremium konkret und votierte mit einer Gegenstimme für die Beschäftigung eines hauptamtlichen Gerätewarts für die Freiwillige Feuerwehr in Vollzeit. Auch in Herrsching, Tutzing, Kaufering und Landsberg gibt es beispielsweise schon tariflich bezahlte Gerätewarte.

Über den Bedarf eines hauptamtlichen Gerätewarts, der sich in Vollzeit beispielsweise um die Atemschutzpflege und den Fuhrpark (etwa TÜV-Fahrten) kümmern soll, um das ehrenamtliche Engagement der Aktiven nicht überzustrapazieren, war sich das Gremium weitgehend einig. „Mir ist wichtig, dass der Feuerwehrmann da ist, wenn die Sirene geht und wir Bürger in Not sind”, erklärte Kirsch. Doch es gab auch kritische Stimmen.

Nicht nur der Dießener Feuerwehr soll der Gerätewart zur Verfügung stehen, sondern auch den Feuerwehren in den Ortsteilen Obermühlhausen, Dettenschwang, Dettenhofen, Riederau und St. Georgen. Hanni Baur möchte sicherstellen, dass der neue Mitarbeiter für alle Feuerwehren tätig ist, die Planstelle mit den jeweiligen Kommandanten abgesprochen wird und zeitlich dem Aufwand entspricht. Dass die Schaffung einer solchen Stelle bei allen Feuerwehrversammlungen angesprochen worden sei, versicherte Kirsch.

Petra Sander (Grüne) glaubt, dass das eingesetzte technische Gerät heute mit mehr Wartungsaufwand verbunden ist als früher. Die vorgelegte Ausschreibung bezeichnete sie jedoch als „Dießen-lastig”.

Feuerwehrleute seien nicht dazu da, „an allen Ecken und Enden Brände zu löschen”, so Ratsmitglied Marc Schlüpmann (Grüne), der die Schaffung der Stelle befürwortet. Es gelte die Profile zu schärfen und Aufgabengebiete einzugrenzen. Dass sich der finanzielle Aufwand für den neuen Mitarbeiter in Grenzen hält, glaubt Ratsmitglied Martin Brink (Freie Wähler), da auch jetzt schon Kosten für die Gerätewartung anfallen.

Dass Aktive samstags wenig Zeit für Einsatzvor- und nachbereitung sowie Wartungsarbeiten der Feuerwehrgerätschaften wie die Fahrzeuge und Atemschutzgeräte haben, erklärte Feuerwehrreferent Johann Vetterl (Freie Wähler). „Die Arbeitswelt hat sich geändert”, der Aufwand für die Gerätewartung sei größer geworden.

Dass man die Tauglichkeit des Gerätewarts innerhalb der sechsmonatigen Probezeit beurteilen kann, bezweifelte Erich Schöpflin (SPD), der anregte, das Arbeitsverhältnis zu befristen. Dies lehnte Kirsch ab, der gegen Befristungen ist; zudem berge dies die Gefahr, dass sich ein qualifizierter Gerätewart nicht bewerbe. Als „großen Sprung” vom ehrenamtlichen zum Vollzeitgerätewart bezeichnete Edgar Maginot (CSU) die Entwicklung. Seinem Parteikollegen Johannes Grosser erschließt sich die Notwendigkeit der Stellenausschreibung nicht. Er hat den Eindruck, „es wird eine Stelle geschaffen und anschließend geschaut, was der Gerätewart machen soll”, sagte er. Gesucht wird eine Person, die ein Handwerk erlernt hat, den entsprechenden Führerschein besitzt, sich mit dem PC auskennt, kommunikations- und teamfähig ist und möglichst auch über Feuerwehrerfahrung verfügt.