Tag der offenen Tür in St. Johann Zahlreiche Besucher kamen um sich über die Renovierungsarbeiten zu informieren

Alois Kramer  10. Februar 2017

Ein aufmerksames Publikum stellte am Sonntag kundige Fragen zur Restaurierung in St. Johann. Fotos (2): Kramer

Dießen – „Kaum wiederzuerkennen”, war einer der häufigsten Sätze, die am Sonntag in St. Johann geäußert wurden. Beim Tag der offenen Tür strömten zahlreiche Besucher in die frisch renovierte Dießener Begräbniskirche um mit eigenen Augen zu sehen, was alles gemacht worden ist. Informationen über die Arbeiten bekamen sie von der Architektin Magdalena Lachmund vom Büro Barthel und Maus, das die Gesamtleitung der Arbeiten in St. Johann hatte. Sie sprach vom Altarraum aus zu den rund achtzig Zuhörern.

Hell, mit zurückhaltender Farbgebung, die annähernd an den ursprünglichen Anstrich des klassizistischen Bauwerks kommt, präsentierte sich der Innenraum. Farblich etwas abgesetzt Pilaster und Fenster, so dass diese Gliederungselemente besser wahrnehmbar sind. Einem Besucher ist gleich aufgefallen, dass die Kanzel dem frühklassizistischen Stil des Gebäudes nicht entspricht. Pfarrer Josef Kirchensteiner gab es auch unumwunden zu, dass der gebürtige Raistinger Thomas Schaidhauf, der Baumeister dieser wohlproportionierten Kirche hier noch in der alten Mode gearbeitet habe. Zum Stichwort „Kanzel” kam weiter noch die Frage, ob denn Pfarrer Kirchensteiner gedenke, von dieser Kanzel herab zu predigen. „Das würde meinem Verständnis von Augenhöhe mit den Gläubigen widersprechen”, konstatierte der Seelsorger und fügte hinzu, dass es außerdem eine „wunderbare Lautsprecheranlage” in dieser Kirche gebe.

Magdalena Lachmund erläuterte die Renovierungsarbeiten, Jürgen Zirch fasste die Kosten für die Zuhörer zusammen.

Wichtig war dem Hausherrn die Feststellung, dass auch aus der Kirche ausgetretene Christen in St. Johann ein Begräbnis bekommen. „Solange ich hier bin, werden wir das so handhaben”, versprach er. Was das Brett in der Apsis oben auf dem Gesims bedeute, wollte ein Besucher wissen. Architektin Lachmund erklärte, dass es sich hier um einen Stahlträger handele, der für die Statik der Apsis dort eingebaut sei.

Sorgen machte einem Zuhörer ein Kabel in einer Nische an der Wand neben dem linken Seitenaltar. Das gehöre zur ehemaligen Diebstahlsicherung eines Bildes, das möglicherweise noch restauriert werden müsse, versicherte Kirchensteiner. Die strahlende Goldfassung der Heiligenfiguren faszinierte die Betrachter. Ob die denn neu sei, wollte eine Dame wissen. Hier konnte Kirchensteiner beruhigt antworten, dass die Fassungen gereinigt worden seien oder an manchen Stellen ergänzt. Auch machte die Lüftung des Kirchenraums einigen Besuchern Kopfzerbrechen. Das sei kein Problem, denn die Fenster gingen nicht bis ganz unten, ein Schlitz bleibe offen und sorge für Frischluft, Schwitzwasser entstünde dadurch nicht. Kirchenpfleger Jürgen Zirch bracht nochmals die Zahlen in Erinnerung. Insgesamt haben die Renovierungsarbeiten eine knappe Million verschlungen. „Wir wollten die Renovierung gescheit machen, sowohl innen wie außen”, betonte Zirch. Die letzte Renovierung stammte aus den 80er Jahren, eine Generalsanierung wurde in den 60er Jahren durchgeführt. Zirch lobte den unermüdlichen Einsatz seines Kollegen, des Kirchenpflegers Peter Keck, der nahezu jeden Tag auf der Baustelle anzutreffen war, um nach dem Rechten zu schauen.

Auch dankte er den Dießener Mitbürgern, die den zahlreichen Spendenaufrufen gefolgt seien: „Aber es fehlt schon noch was”.