Polizeibootshaus soll nach Holzhausen Innenminister Joachim Herrmann garantiert, dass der Steg öffentlich zugänglich bleibt

Dagmar Kübler  10. Februar 2017

Utting – Mit einem Schreiben an das Innenministerium hat sich die Gemeinde Utting in November 2016 gegen den Standort Holzhausen für den Bau eines Polizeibootshauses ausgesprochen. Nun hat Innenminister Joachim Herrmann Stellung dazu genommen. Das auf den 13. Januar 2017 datierte Schreiben verlas Bürgermeister Josef Lutzenberger in der letzten Gemeinderatssitzung. Das Ministerium sieht demnach nur am Holzhausener Dampfersteg die Möglichkeit, das Polizeibootshaus zu errichten und den Steg somit für die Polizei mitnutzbar zu machen. Herrmann versichert gleichzeitig, dass der Betrieb der Seenschifffahrt nicht beeinträchtigt werde und „der Steg weiterhin so wie bisher für Erholungssuchende zum Genuss der einzigartigen Natur und Landschaft, sowohl für die einheimische Bevölkerung, als auch für Touristen und Besucher zugänglich bleibt.” Die Nutzung durch die Polizei werde daran nichts ändern. Die Schlösser- und Seenverwaltung habe dem Planungsentwurf, der dem Staatlichen Bauamt in Weilheim vorliegt, bereits zugestimmt, so das Schreiben. Derzeit erfolge die Abklärung mit dem Landratsamt. Zuletzt äußerte Herrmann die Hoffnung, die Gemeinde Utting werde unter diesen Voraussetzungen ihren ablehnenden Gemeinderatsbeschluss nicht aufrecht halten und die polizeiliche Arbeit auf und am Ammersee unterstützen. Lutzenberger berichtete auch von einem Anruf von Staatssekretär Gerhard Eck, der die Meinung vertrat, man solle der Polizei etwas zugestehen. Geplant ist, die Baupläne des Bootshauses, erstellt vom Architekturbüros Lüps, am 23. Februar im BVS vorzustellen.

Protestaktion auf dem Steg

Trotz der Versicherung Herrmanns, dass der Steg weiterhin öffentlich zugänglich bleibt, zeigt sich die Initiative „dampferstegholzhausen.de” misstrauisch. Ihr fehlt „die Garantie der künftigen Zugänglichkeit”, wie Daniel Fusban per Pressemitteilung verlauten lässt. Am meisten stört die Initiative, dass das Verfahren „von absoluter Intransparenz beherrscht wird” und die Bevölkerung bei der Entscheidung „völlig außen vor” gelassen wird. Auch die Baukosten, die die Initiative mit 500.000 bis eine Million Euro beziffert, werden als „maßlos und unverhältnismäßig” beurteilt. Mit einer „Instant Demo” machte die Initiative am Samstag am Dampfersteg Holzhausen auf ihr Anliegen, den Bau des Polizeibootshauses in Holzhausen zu verhindern, aufmerksam. Protestierende in skurrilen Verkleidungen und mit Plakaten, auf den Slogans wie „Heimatschatz”, „Rettet die Bucht” oder „Herr, lass Hirn regnen” zu lesen war, belagerten trotz schlechten Wetters den Steg, um ihre Meinung in „karikierender und zur Absurdität verzerrter Form kund zu tun”, wie Daniel Fusban mitteilte. So wollen die Bürger der „zerstörerischen Maßlosigkeit und Machtarroganz” des Innenministeriums etwas entgegen setzen.

Fakten, die die Initiative gesammelt hat, sowie ein Video der Aktion sind auf der Webseite der Initiative zu finden: www.dampferstegholzhausen.de