Neubau statt Sanierung Zwölf Häuser in der Dyckerhoff-Siedlung: Nach CSU-Antrag werden Fakten geprüft

Dagmar Kübler  10. Februar 2017

Mittels des aktuellen staatlichen Förderprogramms für kommunalen Wohnungsbau möchte die Uttinger CSU lieber Neubauten in der Dyckerhoffsiedlung errichten, als weiterhin Geld in die Sanierung der alten Häuser zu investieren. Foto: Kübler

Utting – Für Diskussionsstoff sorgte in der vergangenen Gemeinderatssitzung in Utting der Antrag der CSU/Bürgerliste auf Aussetzung der Sanierung der gemeindlichen Häuser in der Dyckerhoffsiedlung. 188.000 Euro wurden für die Sanierung des Hauses Nr. 6 dafür in den Haushalt 2017 eingestellt.

Die zwölf Häuser der Gemeinde, in der vor allem einkommensschwache Mitbürger wohnen, beinhalten 54 Wohnungen; sie befinden sich in der Kellersgarten-, Schönbach- und Dyckerhoffstraße. Erbaut wurden sie ab Mitte der 1950er-Jahre. 2009 wurden die Sanierungen angepackt, inzwischen hat sich die Wohnsituation in den Häusern in der Kellersgarten- und Schönbachstraße verbessert. „Jedes Jahr ein Haus“, so lautet der ungefähre Sanierungsplan der Gemeinde, der zum Beispiel Wärmedämmungen vorsieht, um Heizkosten einzusparen, keinesfalls aber einen modernen Wohnstandard. „Die Substanz wird nicht verbessert“, befand denn auch die CSU und plädierte dafür, die Häuser in der Dyckerhoffsiedlung abzureißen und neu zu bauen.

Finanziert werden soll dieses Projekt durch dasselbe staatliche Förderprogramm für kommunalen Wohnungsbau, das auch bei der Bebauung des Schmuckergrundstücks zum Einsatz kommen soll. Die förderfähigen Kosten werden dabei mit 30 Prozent bezuschusst und ebenso der Verkehrswert des Grundstücks. Das weitere Prozedere schilderte Andreas Streicher (CSU) so: Zuerst werden die Mieter informiert, ziehen Mieter aus, wird nicht neu vermietet. Als Zwischenlösung könne auf dem Gelände in der Kellersgartenstraße ein Ersatzneubau errichtet werden, in den die Mieter aus der Dyckerhoffsiedlung einziehen, bis dort die Neubauten stehen.

Wie Helmut Schiller und Bürgermeister Lutzenberger erklärten, scheitere das Bauvorhaben in der Kellersgartenstraße aber sicherlich daran, dass das Gelände der Diözese gehöre, die frühere Anfragen abgelehnt hätte. Ein unterschiedlicher Wissensstand zeigte sich auch bei den Terminen. Während Streicher behauptete, er habe von staatlicher Seite die Auskunft erhalten, die Gemeinde habe drei Jahre Zeit bis zur Antragstellung, um das Förderprogramm nutzen zu können, sagte Lutzenberger, der Baubeginn müsse bis 2019 erfolgen.

Synergieeffekte?

Laut Streichers Informationen wäre es möglich, die Bauprojekte Dyckerhoffsiedlung und Schmucker gemeinsam umzusetzen. Auch Peter Noll (GAL) erinnerte an die Gespräche mit der staatlichen Stelle, wo zwar gesagt worden wäre, die Häuser entsprächen nicht mehr dem Wohnstandard, die Gemeinde solle sich aber mit den Bauprojekten nicht übernehmen. Synergieeffekte zwischen den beiden Bauprojekten konnte Noll nicht erkennen. Zustimmung fand der CSU-Antrag vor allem bei den Ländlichen Wählern. Florian Hoffmann schilderte die vielfältigen Baumängel der alten Häuser wie feuchte Keller und marode Balkone und plädierte dafür, nicht noch mehr Geld in die Sanierung zu investieren. Christian Strohmeier argumentierte, die Gemeinde müsse die Finanzierung der Neubauten vorstrecken, die Zuschüsse kämen aber erst später und dies sei angesichts der Haushaltslage nicht möglich. Margit Gottschalk (CSU) sagte, die Dyckerhoffhäuser seien ein Schandfleck für Utting.

Bürgermeister Lutzenberger bewies Diplomatie. Er schlug vor, die Mittel im Haushalt zu belassen, aber keine weiteren Sanierungsmaßnahmen festzulegen, sondern erst die Faktenlage und die Anregungen der CSU zu prüfen. Aufträge an Handwerker seien derzeit nicht erteilt. Daraufhin zog Streicher den Antrag zurück.