Durch Schmucker-Erwerb mehr Biotopflächen Teilnehmergemeinschaft pflegt wieder Biotope und Wege mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde

Dagmar Kübler  7. Februar 2017

Bei der Versammlung der Teilnehmergemeinschaft Utting in der Gestütswirtschaft des Staatsgutes Achselschwang waren unter anderem anwesend Bürgermeister Josef Lutzenberger, der Wegebaumeister der TG Michael Schneller, die Vorstände der TG Julian Loder und Johann Reinhard, Georg Hammerl vom Staatsgut Achselschwang, Gerhard Däubler von der Unteren Naturschutzbehörde, Hans Hiebl vom Land für Ländliche Entwicklung sowie der Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes Manfred Hederer. Foto: Kübler

Utting – 8.200 Euro wird die Teilnehmergemeinschaft (TG), das sind die Grundstückseigentümer aus dem Flurbereinigungsverfahren, von der Gemeinde 2017 für die Instandhaltung von 21 Kilometern Kieswegen und 18.000 Euro für die der 3,5 Kilometer befestigten Straßen von der Gemeinde erhalten. Zusammen mit dem Guthaben aus dem Vorjahr stehen somit rund 27.000 Euro für diese Arbeiten, die die Landwirte gegen Auftrag ausführen und gegen Nachweis abrechnen, zur Verfügung. 955 Euro können für die Pflege der Biotope eingesetzt werden. 24 Hektar Biotope sind im Eigentum der TG, zudem befinden sich drei Hektar in Achselschwang und 24 Hektar in privater Hand, informierte der Erste Vorstand der TG Johann Reinhart: „In der TG finden sich noch immer genügend Idealisten, die sich um die wertvollen Flächen kümmern.”

Obwohl Reinhart die Biotope am Herzen liegen, richtete er die Bitte an Bürgermeister Josef Lutzenberger, nicht alle landwirtschaftlichen Flächen, die die Gemeinde mit dem Kauf des Schmucker-Areals erworben hat, als Biotope einzustufen, sondern auch welche der Landwirtschaft zuzuführen. Rund 20 Jahre lang sind diese Flächen nicht bewirtschaftet worden, viele davon haben eine naturschutzfachliche Qualität; zudem ist die Gemeinde um rund 20 Biotope durch den Erwerb der 20 Hektar landwirtschaftlichen Schmucker-Grund reicher geworden. Lutzenberger zeigte die weitere Vorgehensweise auf: Johanna Vogl vom Landschaftsarchitekturbüro Vogl und Kloyer aus Weilheim wird die Flächen begutachten, naturschutzfachlich bestimmen sowie kartieren und dann in Abstimmung mit der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde festlegen, welche Flächen als Biotope gelten, welche die Gemeinde als Ausgleichsflächen verwenden kann und welche an die Landwirtschaft zurückgegeben werden können. Lutzenberger rief die Landwirte dazu auf, sich bei Interesse an Grundstücken zu melden. „Rund 30 Namen stehen bereits auf unserer Liste, zumeist handelt es sich um Ortsfremde, die zum Beispiel einen Gnadenhof etablieren oder Obst anbauen wollen.” Lutzenberger sprach der TG seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus und verwies auf die Blühflächen, an deren Anlage auch die TG beteiligt ist. „Die Blühstreifen kommen in der Bevölkerung super an und sind ein Aushängeschild für die Landwirte.”

Neuer Wegebaumeister

Schnelle Ausbesserungen an Wegen sind insbesondere nach Starkregen erforderlich, betonte Johann Reinhard. Für diese wird künftig der neue Wegebaumeister der TG Michael Schneller zuständig sein. Wegebau ist kostenintensiv, deshalb wird in der TG diskutiert, insbesondere an Steilstücken weitere Wege mit Betonspurbahnen oder Rasenlochsteinen auszurüsten. Nach Abstimmung mit der Gemeinde werden die Kosten dafür in den Haushalt 2018 eingestellt. Unter den rund 23 Anwesenden der Versammlung befand sich auch Gerhard Däubler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg, der die Nachfolge von Heinrich Heiß im Dezember 2016 angetreten hat.

Däubler war 28 Jahre für die Flurbereinigung im Landkreis Aichach-Friedberg zuständig. Dass es in Utting eine TG gebe, freue ihn sehr, denn das zeige das Interesse an der Landschaft. „Es ist wichtig, nicht alle Aufgaben den Gemeinden zu übertragen, denn diese sind damit oft überfordert.” Im Frühsommer wird gemeinsam eine Begehung der Flächen stattfinden. Auf den Fluren Uttings sei ein Erholungsgebiet entstanden, viele Menschen seien dort in den Naturoasen unterwegs, konnte Däubler bei seien Rundgängen bereits feststellen. Er riet der Gemeinde, diese fußläufig erreichbaren Gebiete zu bewahren, da damit auch der Autoverkehr dezimiert werden kann.

Ein Abschied steht bei Flurbereiniger Hans Hiebl vom Amt für Ländliche Entwicklung, der Aufsichtsbehörde für die TG, an. Künftig wird eine Juristin für die Zusammenarbeit mit der TG zuständig sein. Georg Hammerl vom Staatsgut Achselschwang warf einen Blick zurück auf ein ereignisreiches Jahr mit der Ausrichtung des Landes- und Bundesentscheides im Melken und einem Hallenneubau. In 2017 sollen Obstbaumreihen ergänzt und die Wiesenflächen am Bienenhaus extensiviert werden.

Der Präsident vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, Manfred Hederer aus Utting, betonte den Zusammenhang zwischen Landwirten und Imkern. „Jede Entscheidung in der Landwirtschaft betrifft auch die Bienen und damit die Honigerträge. Wir Imker sind um jede Blüte froh.”