Zwei Ämter in Personalunion Florian Zarbo (22) aus Dießen ist Kämmerer und Geschäftsführer der Gemeinde Utting

Dagmar Kübler  3. Februar 2017

Florian Zarbo empfing den Ammersee Kurier im neuen Büro im Uttinger Rathaus. Foto: Kübler

Utting – Seit 1. Oktober 2016 ist Florian Zarbo (22) aus Dießen-St. Alban Kämmerer der Gemeinde Utting. Seit Anfang 2017 übt er zudem das Amt des Geschäftsstellenleiters aus. Unsere freie Mitarbeiterin Dagmar Kübler besuchte ihn an seinem Arbeitsplatz.

Ammersee Kurier: Herr Zarbo, sind Sie ein Überflieger?

Zarbo (lacht): So würde ich mich selbst nicht bezeichnen, aber ich hatte schon früh den Ehrgeiz, viel erreichen und vor allem auch Verantwortung tragen zu wollen.

Diese Ämter bedeuten viel Arbeit – Sie haben bereits Familie. Wie funktioniert das?

Zarbo: Freizeit wird künftig vor allem am Wochenende stattfinden. Es ist mir bewusst, dass ich keinen Acht-Stunden-Tag haben werde.

Aber auch meine Frau war begeistert von dem Angebot der Gemeinde, mich als Kämmerer und Geschäftsstellenleiter in Personalunion einzusetzen.

Was zieht einen jungen Mann in den öffentlichen Dienst?

Zarbo: Ich habe in der Carl-Orff-Schule in Dießen meine Mittlere Reife gemacht. Dort ist es üblich, dass die Schüler viele Praktika absolvieren. Ich habe mir handwerkliche Berufe wie Schreiner und Kfz-Mechatroniker angeschaut, habe aber auch eine Woche bei der Gemeinde Dießen gearbeitet. Das hat mir so gut gefallen, dass ich ein weiteres freiwilliges Ferienpraktikum dort gemacht habe. Danach wusste ich, dass viele Klischees auf Angestellte im öffentlichen Dienst oder Beamte nicht zutreffen – und dass eine Ausbildung im öffentlichen Dienst etwas für mich ist.

Welche Ausbildungen haben Sie absolviert?

Zarbo: Von 2010 bis 2013 habe ich in der Gemeinde Utting die Lehre zum Verwaltungsfachangestellten gemacht. Von 2014 bis 2016 habe ich mich zum Verwaltungsfachwirt im gehobenen Dienst qualifiziert und war stellvertretender Kämmerer der Gemeinde Dießen. Noch während meiner Prüfungszeit bewarb ich mich als Kämmerer bei der Gemeinde Utting – und wurde genommen.

Durch den plötzlichen Tod des früheren Kämmerers Reinhold Wallner war die Stelle monatelang unbesetzt. Wie haben Sie Ihren neuen Arbeitsplatz vorgefunden?

Zarbo: Was dringend erledigt werden musste, wie Haushalt und Jahresrechnung, war gemacht. Aber ansonsten ist einiges liegengeblieben, was ich mittlerweile fast komplett aufarbeiten konnte. Es hat mir Spaß gemacht, mich nicht ins gemachte Nest zu setzen. Zwar hat mir die Einweisung gefehlt, der Vorteil war aber, dass ich die weitere Richtung selber bestimmen konnte.

Was bringt Ihre neue Aufgabe als Geschäftsstellenleiter mit sich?

Zarbo: Ich bin Vertreter im Amt des Bürgermeisters und muss über alle Vorgänge in der Gemeindeverwaltung den Überblick behalten. Mir obliegt die Zuständigkeit für das Personal, die Verwaltung und auch die Außenstellen wie Volkshochschule und Bauhof. Außerdem bin ich direkter Ansprechpartner für Gemeinderäte und Bürgermeister in allen Rechtsfragen. Eine meiner ersten Amtshandlungen war die Stellenausschreibung für eine(n) Sachbearbeiter(in) für das Bau- und Umweltamt.

Es erwarten Sie in den nächsten Jahren große Projekte.

Zarbo: Genau, zum Beispiel die Bebauung des Schmucker-Grundstücks, der Umzug des Rathauses in das VR-Bank-Gebäude in der Bahnhofstraße und die Generalsanierung der Grundschule.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg Herr Zarbo!
Vielen Dank für das Gespräch.