Über den Wert des Rohstoffs Information Jahresauftaktversammlung des Ortsverband Ammersee-West des Bundes der Selbstständigen

pm  3. Februar 2017

Die erste Versammlung des BDS Ammersee West hatte zum Thema „Der Wert des Rohstoffs Information“. Referent war Stefan Lamm, IT-Berater aus Emmering. Foto: pm

Greifenberg – Der Wert des Rohstoffs Information und wie wir damit umgehen. Mit diesem Thema beschäftigte sich der BDS-Ortsverband (Bund der Selbstständigen) bei seiner Jahresauftakttagung 2017 im „Haus Natürlich Leben“ in Greifenberg. Neben zahlreichen Gästen konnte Johann Springer aus Schondorf als Ortsvorsitzender mit Stefan Lamm, IT-Berater aus Emmering bei Fürstenfeldbruck, einen kompetenten Referenten begrüßen.

Springer wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass sich der BDS-Ortsverband dieses Jahr verstärkt dem Thema Digitalisierung widmen wolle, wo doch selbst die Bundeskanzlerin im Spätherbst 2016 anlässlich der Medientage selbstkritisch die Frage stellte: „Haben wir den nötigen strategischen Weitblick für die Digitalisierung? Viele Entscheidungsträger – auch in der Politik – seien eher linearen und nicht innovativen Denkmodellen verhaftet.“

In seinem anschaulichen Vortrag zeigte Stefan Lamm auf, wie Informationen in den letzten Jahren immer mehr zu einem wertvollen Rohstoff wurden. Mittlerweile gäbe es viele Geschäftsmodelle dazu. Ein sehr bekanntes sei das von Amazon oder Google. Natürlich sei es ganz pragmatisch gedacht und andererseits zugleich notwendig, dass die unüberschaubar vielen Informationen auf irgendeine Art und Weise vorsortiert werden, weil sie uns völlig unaufbereitet heillos überfordern würden. Aber es käme eben darauf an, wie solche Prozesse erfolgen und wer sie steuere, mit welchem Ziel und wie nachvollziehbar das geschehe. Diejenigen, die das heute für uns übernehmen, seien ja mächtige internationale Konzerne, die damit ganz eigene Interessen verfolgen – und diese wiederum stehen unseren Interessen teilweise durchaus diametral entgegen. Und mit diesen Geschäftsmodellen wird richtig Geld verdient. Nicht umsonst hätten diese Großkonzerne mittlerweile weitaus höhere Börsenwerte erzielt, als die bekannten deutschen Flaggschiffe Daimler Benz oder Siemens.

Aber auch bereits im kleineren Unternehmen ist der sinnvolle Umgang mit dem Rohstoff Information eine nicht zu unterschätzende Größe. Anhand von mehreren deutlichen Rechenbeispielen informierte Stefan Lamm die interessierten Zuhörer, wie jeder der Anwesenden den Umgang mit Informationen im eigenen Unternehmen bewerten kann. Gerade bei der internen Organisation und der effektiven Gestaltung des Tages-Alltags sowie der Auftragsabwicklung gäbe es viele Ansatzpunkte für eine Optimierung. Das machten anschauliche Beispiele deutlich. Denn Informationen, die nicht zur Verfügung stehen, gesucht werden müssen oder auch ständige Rückfragen würden sich sehr negativ auf Zeitaufwand und Kosten selbst auch im kleineren Betrieb auswirken. Da käme während eines Jahres Etliches zusammen.

Einige der Besucher zeigten sich erstaunt über die Möglichkeit, das Thema Rohstoff Information einmal von diesem Blickwinkel aus zu betrachten. In der anschließenden lebhaften Diskussion gab es zahlreiche Rückfragen an den Referenten. Aber auch die Digitalisierung an sich war Thema zahlreicher Redebeiträge. Dabei war schon zu spüren, dass manche der Anwesenden doch reserviert Digitalisierungsfortschritten gegenüberstehen, da sie langfristig jeden in die Ecke drängen, der sich den notwendigen Lernprozessen nicht stellen würde. Wie in der alten Geschichte vom Igel und dem Hasen ist der andere immer schon da, wenn man erwartungsvoll über die Ziellinie hopple.