Musik, die Vergnügen bereitet Dießener Musikschule erfreut mit Lehrerkonzert im Otto-Hellmeier-Kulturhaus in Raisting

Elisabeth Unglert  3. Februar 2017

Auch in diesem Jahr wieder ein musikalisches Ereignis: Das Lehrerkonzert der Dießener Musikschule im Otto-Hellmeier-Kulturhaus in Raisting. Fotos (4): abacus

Dießen/Raisting – Jeder Ton überzeugte, jeder musikalische Vortrag berührte, beflügelte, bezauberte. Beim diesjährigen Lehrerkonzert der Dießener Musikschule am Sonntag im Otto-Hellmeier- Kulturhaus in Raisting konnten sich Schülereltern und Schüler einmal mehr davon überzeugen, musikalisch in besten Händen zu sein. Kenntnisreich moderiert wurde das schöne, abwechslungsreiche Lehrerkonzert von Kai Fikentscher. Bei den hochprofessionellen Musikern bedankte sich das Publikum mit Begeisterung und großem Applaus.

Vier Hände und viel Temperament am Klavier: Junko Podwojewski und Albena Raschker.
Fotos (4): abacus

Keine Regel ohne Ausnahme – das galt auch für das diesjährige Lehrerkonzert, bei dem erstmals auch zwei Schülerinnen als Gäste auf der Bühne standen. Die versierte Chorsängerin und Solistin Melanie Vordermayr – sie studiert Gesang bei Klaus Wieland – schlüpfte gleich zu Beginn in eine musikalische „Hosenrolle”, die ihrer samtweichen Altstimme wunderbar entsprach, und beeindruckte mit einer Arie aus Georg Friedrich Händels Kantate „Mi palpita il cor”, begleitet von Klaus Wieland am Klavier und Jutta Haberhauer an der Querflöte. An eine Zeit, als Mozart die Violine besonders am Herzen lag, erinnerte Geigenlehrerin Ann-Kathrin Beck mit einer zartfühlenden Interpretation des 1. Satzes aus dem Violinkonzert in G-Dur (Klavier: Junko Podwojewski).

Als Gast dabei: Die neunjährige Clea Schultze vertritt die Dießener Musikschule Anfang Februar beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“.

So eingestimmt, war der Schritt in die musikalische Gegenwart ein interessantes Wagnis, das sich lohnte, entdeckte man doch den amerikanischen Komponisten Daniel Dorff (1956), in dessen Komposition „Three Romances” sich Querflöte (Jutta Haberhauer) und Klarinette (Schamsi Bauknecht) in einem spannenden Dialog begegnen.

Sogar in der Pause gab es beim diesjährigen Lehrerkonzert Musik: Der zweite „Gaststar”, Junko Podwojewskis Klavierschülerin Clea Schultze (9), hatte sich spontan zu einem Testlauf entschlossen: Clea versüßte den Pausensekt mit ihrem schönen Repertoire, dass sie am 11. Februar beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert” in der Stuttgarter Liederhalle vortragen wird.

Virtuos an der Gitarre: Johannes Bauer präsentierte beim diesjährigen Musikschulkonzert in Raisting eine musikalische Hommage an Asturien.

Zu den weiteren Glanzlichtern des Abends gehörte auch leidenschaftliche Gitarrenmusik, gespielt von Johannes Bauer und Moritz Gruber – ob als Hommage an die wunderbare Landschaft Asturiens (Isaac Albeniz) oder an den unvergessenen Baden Powell (Jiri Jirmal) – beide Gitarristen durften sich über die konzentrierte Hingabe ihrer Zuhörer freuen.

Wie geheimnisvoll poetische Lieder ohne Worte wirkten Robert Schumanns „Fantasiestücke” in der Interpretation von Schamsi Bauknecht (Klarinette) und Albena Raschker (Klavier). Einen anspruchsvollen Akzent setzte auch Carmen Greiff mit Georg Philip Telemanns „Fantasie in e-moll” für Violine, mit dem der Komponist in seiner Zeit einen interessanten Regelbruch beging, da er keine Bassstimme dazu komponierte, sondern die Violine solo wirken ließ.

Mit zwei Sätzen aus Claude Debussys „Petite Suite” sorgten schließlich Albena Raschker und Junko Podwojewski vierhändig am Flügel für einen hinreißenden Ausklang: Nachdem sich Claude Debussy ab 1880 in der Schweiz, in Rom und Russland aufhielt, kehrte er 1887 zurück in seine Geburtsstadt Paris. Hier begann er 1888 mit der Arbeit an der „Petite Suite”, die ursprünglich für Klavier zu vier Händen komponiert ist.

Neben einer Bearbeitung für Klavier zu zwei Händen entstanden später auch Orchesteradaptionen, die während der Stummfilmzeit gerne in Kinos genutzt wurden. Debussys Intention, mit seiner Musik Vergnügen zu bereiten, entsprach dabei spürbar der Intention des wundervollen Lehrerkonzerts der Dießener Musikschule. Neues Vergnügen verspricht bereits der nächste Konzerttermin, der nicht lange auf sich warten lässt: Bereits am Sonntag, 2. April, 16 Uhr, lädt die musikalische Bildungseinrichtung zum großen Musikschulkonzert in den Theatersaal des Augustinums ein.

Weitere Informationen: www.musikschule-diessen.de.

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