Kreis-CSU in Wahlkampfstimmung Bundestagskandidat Michael Kießling plädiert für Abschaffung des Soli innerhalb von fünf Jahren

Alois Kramer  3. Februar 2017

Gruppenbild mit Dame, v.l.: Josef Loy, Dr. Thomas Goppel, Thomas Eichinger, Michael Kießling, Liane Luge, Siegfried Luge und Alex Dorow. Foto: Erol Hanci

Eching – Es ist die hohe Messe der Kreis-CSU, die alljährlich im Januar im Gasthof Eberhard in Eching beim Neujahrsempfang gefeiert wird. Unter den Gastrednern des Empfangs, den der Ortsverband der Echinger CSU ausrichtet, befanden sich zahlreiche illustre Parteifreunde, darunter der spätere Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, voriges Jahr referierte Markus Blume, der Chef der Grundsatzkommission der Partei, vor drei Jahren kam Andreas Bönte vom Bayerischen Rundfunk. Wer geladen wird, lässt es sich nicht nehmen, dort zu sprechen.

Mit dem Landtagsabgeordneten Alex Dorow, Landrat Thomas Eichinger und dem Kandidaten der Partei für den Bundestag des neugeschaffenen Wahlkreises Starnberg, Germering und Landsberg, Michael Kießling, sowie dem allgegenwärtigen Landtagsabgeordneten und Ex-Staatsminister Dr. Thomas Goppel waren alle regionalen Schwergewichte vertreten.

Klares Plädoyer für Menschen, die in Not geraten sind.

Der Bundestagskandidat der CSU Michael Kießling. Foto: Kramer

Entsprechend verteilten sich die Schwerpunkte der Grußworte und der Themen auf kommunale Ebene, Landkreisebene, Landtagsebene und Bundesebene. Siegfried Luge, langjähriger Bürgermeister von Eching, nutzte den Empfang, um traditionell auf das abgelaufene Jahr zurückzublicken und einen Ausblick auf das gegenwärtige zu wagen. Er thematisierte vor allem die Zukunftsinvestititon ins Internet, die er mit der Deutschen Glasfaser realisiert hatte. In Eching gibt es ein großes ehrenamtliches Engagement für Asylbewerber, das Luge ausdrücklich hervorhob, sich jedoch für eine Begrenzung der Zuwanderung aussprach. Die Ausweisung von Gewerbegebietsflächen und das Einheimischenmodell sah er als Aufgaben für 2017. Liane Luge, seine Frau und Ortsvorsitzende der CSU, wies auf den kämpferischen Charakter des Empfangs hin, denn das Jahr 2017 ist geprägt durch den Bundestagswahlkampf.

Denklingens Bürgermeister Michael Kießling, der Hauptredner des Abends, sprach sich für mehr Sicherheit der Bürger aus. Dazu müsste sowohl die personelle wie auch technische Ausstattung der Polizei schneller vollzogen werden. Die Wirtschaft bräuchte zu ihrem Wachstum einen Masterplan für Verkehrswege und Glasfaser. Kießling lobte bei diesem Punkt Minister Dobrindt, der bis zum Jahr 2030 270 Milliarden Euro für den Verkehr bereitgestellt habe, darunter auch die Hälfte für die Bahn AG. Der just einen Tag zuvor frisch zurückgetretene Bahnchef Grube habe ihm bei einem Treffen mitgeteilt, dass er diese Summe für ausreichend halte.

Ob die Forderung Kießlings nach Abschaffung des Soli in den nächsten fünf Jahren erfolgreich sein wird, werden wir sehen. Ein klares Plädoyer für Hilfe für Menschen, die in Not geraten und nach Deutschland geflüchtet sind, sieht der Bundestagskandidat als Folge christlicher Verantwortung, doch müssten den Menschen vor Ort Perspektiven gegegeben werden. Mit einem Appell, zur Wahl zu gehen, schloss Kießling seinen Vortrag. Thomas Eichinger freute sich, mit Kießling Wahlkampf zu machen. Er verteidigte den aktuellen Beschluss des Kreistages, endlich dem Ammersee Gymnasium ein Bootshaus zuzugesellen.

Während der Landrat insbesondere landkreisbezogene Themen wie Schulrenovierungen an der Realschule Schondorf und den Beruflichen Schulen in Landsberg, die in diesem Jahr anstehen, hervorhob, sprach sein Parteikollge vom Landtag über länderspezifische Probleme, wie die erneute Verschiebung der Eröffnung des Berliner Flughafens. Freilich lobte er, der einen Teil seiner Kindheit in Italien verbrachte, das föderale Prinzip der Bundesrepublik. Hier können nach dem Subsidiaritätsprinzip Bundesländer über Finanzen selbst entscheiden. Klassischerweise spricht beim Neujahrsempfang Dr. Thomas Goppel das Schlusswort. In einem Ausflug zur großen Politik warnte er vor der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten Donald Trump und dem neuen Kanzlerkandidaten der SPD, Martin Schulz. Zu Angela Merkel bemerkte er, dass sie zwar ein „paar Böcke” schieße, aber es gebe niemand Besseren. Außerdem bezeichnete er Thomas Eichinger als den besten Landrat, den der Landkreis je hatte.